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Wismar 30. Gedenkwanderung beginnt am Sonntag mit Drehorgelmusik
Mecklenburg Wismar 30. Gedenkwanderung beginnt am Sonntag mit Drehorgelmusik
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00:00 06.05.2016
Die Frege-Wanderungen werden immer gut geplant. Und manchmal stehen auch neue Strecken auf dem Programm. Hier machen Frege-Wanderer Rast an der Kunstkapelle in Weitendorf bei Proseken. Quelle: Fotos: Baldur Kindel, Sylvia Kartheuser, Peter Täufel

Wismar/Bad Kleinen Auf Schusters Rappen in der Natur unterwegs: Übermorgen startet wieder eine Frege-Wanderung, die mittlerweile 30. Die Aktiven, willkommen sind alle Generationen, treffen sich um 9 Uhr am Hotel „New Orleans“ am Wismarer Lohberg. Nach der Anmeldung und der Begrüßung mit Drehorgelmusik geht es los.

Beim Wandern durch die schöne Natur kann ich meine Gedan- ken ordnen und mich entspannen.“Wolf-Dieter Aust, Organisator

Auch im Jubiläumsjahr stehen vier unterschiedlich lange Wanderstrecken zur Auswahl, die im Vorfeld von Naturfreunden überprüft wurden. Die Acht-Kilometer-Strecke

beginnt an der Frischen Grube. Weiter geht es in Richtung Lindengarten, dann über die Rostocker Straße und den Platten Kamp nach Lenensruhe. Nach einer Umrundung des Mühlenteiches führt die Tour wieder zum Lindengarten. Über den Spiegelberg und durch das Wassertor geht es anschließend zum Baumhaus am Alten Hafen. Die 15 Kilometer lange Strecke führt die Teilnehmer von Moidentin am Wallensteingraben entlang bis zum Burgwall in Dorf Mecklenburg und dann weiter auf dem Stadtweg nach Wismar zum Alten Hafen.

Die klassische, etwa 20 Kilometer lange Etappe startet in Bad Kleinen. Über Dorf Mecklenburg geht es zum Wismarer Hafen. Geübte Wanderer können auch den 27-Kilometer-Kanten ab Bad Kleinen in Angriff nehmen. Am Schweriner und Lostener See entlang geht es weiter über Moidentin, Kletzin, Lübow, Levetzow, Wismar-Dammhusen, den Mühlenteich und die Frische Grube bis zum Hafen.

Mit der Wanderung soll an einen ganz besonderen Mecklenburger erinnert werden: Friedrich Ludwig Gottlob Frege, der in Fachkreisen „Aristoteles der Neuzeit“ genannt wird, war ein bedeutender Mathematiker und Philosoph. Frege, geboren 1848 in Wismar, gestorben 1925 in Bad Kleinen, gilt als einer der Wegbereiter der analytischen Philosophie und Begründer der modernen Logik.

Schon seit einiger Zeit wird sein Erbe in Wismar intensiv gepflegt. Die Stadt stiftet jährlich Frege-Preise. An der Hochschule in Wismar gibt es seit November 2000 ein Gottlob-Frege-Zentrum (GFC), das 2012 die Herausgabe des Buches „Gottlob Frege — ein Genius mit Wismarer Wurzeln“ verantwortete und ein Jahr später eine hochkarätig besetzte internationale Frege-Konferenz an der Hochschule in Wismar organisierte.

Auch als Naturfreund ist Gottlob Frege bekannt. Mehrmals wanderte er, auch als er die 60 überschritten hatte, zu Fuß von Jena, wo er als Mathematikprofessor lehrte, nach Wismar. Wie es heißt, soll er die rund 500 Kilometer lange Strecke stets mit beeindruckender Pünktlichkeit zurückgelegt haben.

Die erste Wanderung zu Ehren von Frege gab es 1987. Federführend waren neben dem damaligen Kreissekretär des Kulturbundes, Kuno Wendt, auch Hans Kreher, Lehrer und späterer Bürgermeister von Bad Kleinen, Siegfried Schulz aus Bad Kleinen sowie Professor Gerhard Poppei von der Wismarer Hochschule. „Der organisatorische Aufwand war enorm, weil unter den Bedingungen des Mangels durch die sozialistische Planwirtschaft selbst das Anfertigen eines Wanderstempels und die Genehmigung des Papierkontingents für Ausschreibungen, Einladungen und Urkunden ,Beziehungen‘ erforderten“, erinnert sich Kreher. „Die entsprechende Druckgenehmigung, die eingeholt werden musste — selbst bei einer harmlosen Wanderung — war noch der geringste Aufwand.“

Erfahrene Frauen und Männer zeigen die Wege

Erfahrene Wanderführer wollen die Aktiven am 8. Mai beim Erkunden der schönen mecklenburgischen Landschaft begleiten.

8Kilometer lang ist die Strecke mit Wolf-Dieter (74) und Friederike Aust (72) aus Bad Kleinen.

15 Kilometer wandern Anita Hermann (61) und Karin Steinbach (54) mit Interessierten.

20Kilometer: Diese Strecke begleiten Carola (60) und Rudi Peters (61).

27Kilometer, so lang ist der längste Kanten. Mit dabei sind Adelheid (60) und Baldur Kindel (62).

Mit Bussen fahren die Teilnehmer, die 15, 20 und 27 Kilometer wandern wollen, zu den Ausgangsorten. Ziel ist immer der Alte Hafen in Wismar.

Von Norbert Wiaterek

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