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Wismar 41 „Mossis“ auf Stippvisite in Wismar
Mecklenburg Wismar 41 „Mossis“ auf Stippvisite in Wismar
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09:48 09.09.2018
Treffpunkt: Phantechnikum – vor dem technischen Landesmuseum in Wismar haben die Moskwitsch-Fans ihre Fahrzeuge für neugierige Besucher aufgereiht. Quelle: Nicole Hollatz
Wismar

Der typische Benzingeruch, die Motorengeräusche, die schönen runden Karosserieformen – da kommt kein modernes Auto mit!

Motorengeratter und (N)Ostalgie beim Treffen der Moskwitsch-Freunde

Boltenhagen war eigentlich das Ziel der gut 40 Moskwitsch-Freunde aus ganz Deutschland, mit Schlenker über Poel machten sie aber auch im Wismarer Phantechnikum Station zur Fahrzeugschau. „Es ist das erste Treffen dieser Art an der Ostsee“, erzählte Gloria Janas vom Museum. Möglich gemacht dank Steffen Möbius aus Hamburg, der mit seinem Motorrad MZ ETZ 150 als Gast beim jährlichen Oldtimertreffen des Phantechnikums war und so das Treffen an der Ostsee organisierte.

Moskwitsch-Fans aus Neu-Ulm (Bayern) kamen genauso wie die aus Leipzig, Nauen (Brandenburg), Altenkirchen (Rheinland-Pfalz) oder Stendal (Sachsen-Anhalt) beispielsweise.

Manch ein Wismarer kam auch ganz spontan mit seinem Moskwitsch in den Museumshof zur Fahrzeugschau und zum Fachsimpeln. Nicolaus Hoffmann (53) aus Wismar hatte eine kurze Anreise. Sein M408 ist zwei Jahre jünger als er selbst! „Das war zu DDR-Zeiten mein erstes Auto“, erzählt er von der ganz persönlichen Verbindung zu diesem Modell. Damals war er gerade mal 17, durfte natürlich nur auf dem elterlichen Grundstück fahren, hatte aber schon ein Auto.

„Seinen“ Moskwitsch, das Modell, nicht genau den, den er als 17-Jähriger fuhr – hat er vor zehn Jahren in einer Garage in Berlin entdeckt, hat ihn für 1000 Euro gekauft und für noch mal 3000 Euro wieder fahrbereit gemacht. „Das ist ein ideeller Wert, reine Kopfsache“, erzählt er. Und: „Eigentlich ist es bekloppt, so viel Geld in so ein Auto zu investieren.“ Oldtimerfans machen das gerne. „Bis auf die Batterie ist alles original! Und man kann mit vier Werkzeugen alles auseinander bauen“, erzählt er lachend mit Blick unter die Kühlerhaube.

Der M 407 von Mathias Schmidt (47) von der Insel Poel ist genau so ein Hingucker. „Ich bin der zweite Besitzer“, erzählt er vom 1959 zugelassenen Schätzchen in Blau. „Ein Wismarer hatte das Auto für 15 500 Mark der DDR in Berlin im HO in der Stalinallee gekauft und war verstorben“, erinnert sich der Poeler. Dabei muss der für den Export bestimmt gewesen sein.

„Alle Bezeichnungen, die sonst auf russisch sind, sind bei ihm auf englisch!“ Schmidt hat den Moskwitsch liebevoll und mit Bedacht restauriert. „Die Patina sollte erhalten bleiben“, erzählt er. Und lacht: „Moskwitsch hieß ja zu DDR-Zeiten auch Rostkwitsch! Der rostete schon im Katalog! Denn wo man nicht hin gucken konnte, da haben die Russen auch keine Farbe gesprüht!“ Und so ist der Rost der Tod manch eines Moskwitsch. „Dabei war das damals echt ein Auto im Vergleich zum Trabant! Mit dem sind 100 Sachen gar kein Problem. Beim in der Stadt fahren muss man echt aufpassen, dass man nicht zu schnell fährt!“

Übrigens: Oldtimerfans sollten sich den Termin für das nächste Oldtimertreffen im Phantechnikum vormerken – am 3. Juli-Wochenende 2019.

Hollatz Nicole

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