Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
48 Ferienwohnungen entstehen im Ohlerich-Speicher

Wismar 48 Ferienwohnungen entstehen im Ohlerich-Speicher

Umbau und Sanierung der früheren Getreidesilos im Alten Hafen sind im Gange / Betonsäge schneidet Öffnungen in Wände / Originale Materialien bleiben erhalten

Voriger Artikel
103 Nationalitäten, eine Stadt
Nächster Artikel
Ein Graffito für die Schule

Der 35 Meter hohe frühere Getreidespeicher im Alten Hafen ist seit Wochen eingerüstet.

Quelle: Fotos: Haike Werfel

Wismar. Eine Getreideschütte wird als Dekoration neben dem Tresen im Restaurant stehen. Auch eine alte Sackwaage, Trichter und ein Elevator bleiben erhalten.

OZ-Bild

Umbau und Sanierung der früheren Getreidesilos im Alten Hafen sind im Gange / Betonsäge schneidet Öffnungen in Wände / Originale Materialien bleiben erhalten

Zur Bildergalerie

Verbindungstrichter von der Elevatorenanlage könnten als Lichtspots umfunktioniert werden. All diese Dinge werden die künftigen Nutzer – Bewohner und Gäste – daran erinnern, dass sie sich in einem ehemaligen Getreidespeicher befinden.

Die Sanierungs- und Umbauarbeiten am früheren Ohlerich-Speicher im Alten Hafen sind im Gange. Die Projektentwickler von der Ikos GmbH und der Penta Baltic GmbH, beide aus Berlin, lassen in der denkmalgeschützten Immobilie 48 Ferienwohnungen und ein Restaurant im Erdgeschoss errichten. Investition: rund zehn Millionen Euro.

„Wir haben bisher vor allem Neubauten geschaffen. Jetzt wollten wir mal ein Gebäude mit Geschichte erwerben und so sanieren, dass die Geschichte zu sehen ist“, sagt Michael Winkler von Penta Baltic. „In einigen Trichtern war sogar noch Getreide.“

Schon die Planungsphase hatte es in sich. „Sie war natürlich viel schwieriger als bei einem Neubau“, sagt Winkler. Zwar sind über 90 Prozent der alten Karten und Unterlagen noch vorhanden. Dennoch benötigten die Wismarer Planer von Angelis & Partner länger als gedacht, was den Baubeginn um drei Monate verzögerte. Er war ursprünglich fürs Frühjahr geplant.

Den Anfang machen Mitarbeiter der Betontrenn GmbH in Hornstorf. Mit einer Betonsäge schneiden sie in die 15 Zentimeter dicken Silowände Öffnungen für die neuen Türen. In Absprache mit der Denkmalpflege werden die geschlossenen Fassaden geöffnet beziehungsweise die Fenster vergrößert. Der Wohnspeicher soll lichtdurchflutete Räume erhalten.

„Die alten Steine, die übrig bleiben, werden wir im Baukörper wiederverwenden“, berichtet Bauleiter Tino Brüdigam. Auf Wunsch der Denkmalpflege sollen die originalen Materialien für die Nachwelt erhalten bleiben. „Also verbauen wir die gebrannten Mauerziegel statt Gasbetonsteine“, sagt Brüdigam, ein gebürtiger Wismarer. Gleich nach dem Studium hat er in Berlin bei einer der beiden Firmen angeheuert.

Zeitgleich mit den Betonschneidearbeiten werden neue Geschossdecken in den Baukörper eingezogen. Denn die 17 Silos in dem Getreidespeicher waren durchgehend bis zum siebten Obergeschoss. Laut Brüdigam werden für den kompletten Umbau insgesamt 110 Tonnen Bewehrungsstahl und 1000 Kubikmeter Beton benötigt. Fenster, die zugemauert wurden, werden wieder freigelegt und bleiben erhalten.

Tino Brüdigam freut sich, wie er sagt, auf die Herausforderung, ein historisches Gebäude zu sanieren. Auch wenn man nicht vor Überraschungen gefeit ist. „Wir haben im sechsten Obergeschoss einen Balken gefunden, der in keinem Plan eingezeichnet ist“ erzählt er. „Der Balken befindet sich in dem Bereich, wo der Fahrstuhl eingebaut werden soll. Er stört also. Andererseits trägt er den Turm des Speichers. Als der Statiker den Balken sah, wurde er ziemlich blass.“

Überraschend groß sind auch die Schäden, die im Gebäude zutage traten. Die Grundkonstruktion des Baukörpers sei tragfähig und das Material von guter solider Qualität, sagt der Bauingenieur. Aber das Dach war über viele Jahre undicht. Der eingedrungene Regen hat das Gebäude durchfeuchtet. Das führte zu Frostsprengungen an den Wänden und zu Korrosion der Stahlbewehrung. „Familie Ohlerich in Lübeck hat zehn Jahre lang versucht, den Speicher zu verkaufen. Es gab mehrere Interessenten. Die Familie sah sich immer wieder kurz vor dem Verkauf und daher nicht veranlasst, das Dach zu sichern“, erklärt Michael Winkler.

Laut Projektentwickler sollen die Rohbauarbeiten dieses Jahr erledigt sein. „Dann sind die größeren Probleme geschafft.“ Die Fertigstellung des Wohnspeichers ist für den Sommer 2017 geplant.

„Die Erwerber der Ferienwohnungen haben in ihrem Kaufvertrag den 31. Dezember 2017 als Fertigstellungstermin stehen“, sagt Michael Winkler. Von den 48 Appartements sind nur noch zwei zu haben.

Haike Werfel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Wismar
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist