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5000 Euro weg: Betrug mit Bestattung?

Wismar 5000 Euro weg: Betrug mit Bestattung?

Wismarerin fürchtet, um ihr Geld gebracht worden zu sein. Fachverband der Bestatter fordert zum Schutz der Verbraucher ein neues Gesetz.

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5000 Euro könnten der Wismarerin durch den Vertrag mit ihrem Bestatter verloren gegangen sein.

Quelle: Patrick Seeger/dpa

Wismar. „Ihr Anruf kann nicht wie gewählt, ausgeführt werden“ – diese Ansage ertönt, wählt man die Telefonnummer vom Wismarer Bestattungshaus, das gleiche Spiel beim Nachfolgeunternehmen „Trauerraum“. Auch das Geschäft in der Lübschen Straße steht leer. Dort wird bereits ein neuer Mieter gesucht. Dass jemand sein Geschäft aufgibt, ist per se noch nicht ungewöhnlich, jedoch stehen noch Leistungen zwischen Bestattungsunternehmen und Kunden aus – zumindest mit Maria A. (Name von der Redaktion geändert).

Bestatter ist für seine Kunden nicht erreichbar

Die 87-jährige Wismarerin hatte bereits vor zwei Jahren einen Vertrag über ihr eigenes Begräbnis dort abgeschlossen. Der Vertrag wurde im November 2015 aufgesetzt. Ein paar Monate später hat sie sich die Zahlung sogar noch einmal bestätigen lassen (Unterlagen liegen der OZ vor). Nun ist sie verunsichert. Denn das Bestattungshaus, das sie damit beauftragt hatte, existiert nicht mehr. Informiert wurde sie darüber nicht.

Auch für die OZ war der Betreiber des Bestattungsunternehmens telefonisch nicht erreichbar, obschon die Internetseite noch aktiv ist. Dort wirbt der Firmengründer vor allem mit preisgünstigen Bestattungen.

Fachverband: Solch ein Fall ist bedauerlich und sehr selten

Fast 5000 Euro hat die Wismarerin bei dem Bestatter gelassen. Bei der Friedhofsverwaltung Wismar habe man sie informiert, dass er sein Gewerbe abgemeldet hätte.

Der Fall ist auch dem Bestatterfachverband MV bekannt. „Sie ist nicht die Erste, die sich mit diesem Problem an mich gewandt hat“, bestätigt Vorsitzender Torsten Lange, der unter anderem in Wismar und Warin sein Bestattungsunternehmen betreibt.Dass ein Bestatter Knall auf Fall sein Geschäft auflöst, sei zudem sehr selten im Land. Dennoch sei der Fall „bedauerlich“. Wie es nun für die Betroffenen weitergehen soll, sei ferner noch nicht abzusehen. Viel Hoffnung habe Lange allerdings nicht. Denn: Auch der Verband konnte bislang keinen Kontakt zu dem Firmenchef aufnehmen, will Angehörigen jedoch auch in einer solchen Situation beistehen.

„Er hätte es besser wissen müssen“

Grundsätzlich sei die Vorsorge, wie sie Maria A. getroffen hatte, laut Torsten Lange eine gute Geschichte. „Das Geld dafür sollte jedoch auf ein Treuhandkonto eingezahlt werden, nicht auf ein normales Geschäftskonto“, betont Lange.

Der Wismarer Bestatter sei zudem nicht Mitglied im Landesverband und nicht zertifiziert. Das sei genau wie eine Bestatterausbildung auch kein Muss in der Branche. Dennoch sagt Torsten Lange: „Ich kenne ihn und hätte nie gedacht, dass er so etwas tut. Er hätte es besser wissen müssen.“

Verband fordert Novellierung des Bestattungsgesetzes

Der Fachverband fordert zudem vom Land ein neues Bestattungsgesetzt. Denn: „Verstöße können nicht geahndet werden. Um die Verbraucher zu schützen, muss die Politik auch etwas tun“, sagt Torsten Lange. So fordere der Verband mehr Regulierung in dieser sensiblen Branche: „Dieser Fall zeigt deutlich, dass wir einen Handlungsbedarf haben.“

Polizei kennt keine ähnlichen Fälle, vermutet aber Betrug

Inzwischen hat die Betroffene Anzeige bei der Polizei erstattet. Nancy Schönenberg, Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar, dazu: „Das hört sich nach einem Leistungsbetrug an. Da müsste aber erst ermittelt werden.“ Ähnliche Fälle sind der Kriminalpolizei Wismar bislang nicht bekannt.

Auch Torsten Lange vom Bestatterfachverband bestätigt: „Ich kenne keinen gleichartigen Fall in Mecklenburg-Vorpommern.“ Er betont aber: „Generell arbeiten die Kollegen in der Region Wismar sehr vernünftig. Sonst kenne ich kein schwarzes Schaf.“

Michaela Krohn

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