Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar 6062 Menschen im Landkreis ohne Job
Mecklenburg Wismar 6062 Menschen im Landkreis ohne Job
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 29.07.2016
Edgar Macke, Verbundgeschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Wismar Quelle: Haike Werfel

Die Arbeitslosenquote hat sich zum Juni nicht verändert. Sie beträgt auch im Juli in Nordwestmecklenburg 7,3 Prozent und in der Region Wismar neun Prozent. Das heißt, im Landkreis sind insgesamt 6062 Menschen ohne Job gemeldet und in der Hansestadt und Umgebung 3697. „Aber im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit weiter zurückgegangen“, berichtete gestern Edgar Macke, Verbundgeschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit Wismar. Im Juli 2015 betrug die Quote im Nordwestkreis noch 7,6 Prozent und in Wismar 9,5 Prozent.

Auch weniger Frauen sind arbeitslos, das gleiche Bild zeigt die Statistik bei den über 50-Jährigen. Eine Zunahme weist sie bei den Arbeitnehmern unter 25 Jahren aus. Im Landkreis haben derzeit 537 von ihnen keinen Job, in der Region Wismar gibt es 307 arbeitslose Jugendliche. „Der Anstieg resultiert nicht zuletzt aus Arbeitslosmeldungen von Jugendlichen nach dem Ende ihrer Berufsausbildung beziehungsweise zwischen Schulabschluss und Ausbildungsbeginn“, erläuterte Edgar Macke. Viele Schulabgänger würden sich in der Arbeitsagentur melden, weil sie einen Ferienjob suchen oder auch aus Rentenversicherungsgründen. Denn die Berufsschulpflicht bestehe bis 18 Jahre.

Auch die anerkannten Asylbewerber, die vor allem im jungen Alter sind, tragen zum Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit bei, ergänzte Martin Greiner, Geschäftsführer des Jobcenters Nordwestmecklenburg.

„Sie wollen sofort arbeiten, was natürlich nicht geht, weil sie erst einen Integrationskurs besuchen müssen. Aber das ist unsere Chance, sie fit zu machen für den Arbeitsmarkt.“

Martin Greiner verwies auf Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen, ein neues Bundesprogramm ab 1. August, nachdem Asylbewerber mit Anerkennungsstatus gemeinnützige Tätigkeiten für ein Taschengeld verrichten können – ähnlich den Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose, den sogenannten EinEuro-Jobs. „Es ist wichtig, dass sie beschäftigt werden, hier ist der Landkreis gefordert“, erklärte der Jobcenter-Chef.

Zum Ausbildungsmarkt informierte Edgar Macke, dass in Wismar noch 173 Jugendliche keine Lehrstelle haben. Sie können aktuell unter 236 betrieblichen Ausbildungsplätzen wählen. Rein rechnerisch kommen damit 1,4 Stellen auf einen Bewerber oder eine Bewerberin. In Nordwestmecklenburg haben insgesamt 307 Schulabgänger noch keinen Ausbildungsplatz. 424 Lehrstellen stehen zur Auswahl.

Es sind vor allem Köche, Hotel- und Restaurantfachleute, Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer(innen), die die Ausbildungsbetriebe suchen. „Das deckt sich nicht unbedingt mit den Wünschen der Jugendlichen“, meinte Agenturgeschäftsstellenleiter Macke. Nach Verkäufern und Kaufleuten im Einzelhandel rangieren bei den Bewerbern Berufe wie medizinische Fachangestellte, Kfz-Mechatroniker, Bürokaufleute/-manager und Fachinformatiker/Anwendungsentwickler weit oben.

Haike Werfel

Die Wismarer Stadtvertreter haben dem Antrag der CDU-Fraktion zugestimmt, der dem früheren Stasi-IM den Rücktritt nahelegt / Das schließt der Betroffene jedoch aus

29.07.2016

Ein Fall für Ortschronisten, Satiriker und die Polizei: In der Nacht zu Donnerstag ist ein Mähdrescher durch die Wismarer Innenstadt gefahren.

29.07.2016

Jobcenter fördert Umwandlung von Nebenverdienst in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

29.07.2016
Anzeige