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Ab ins Beet! Saisonbeginn für Hobbygärtner der Region

Wismar Ab ins Beet! Saisonbeginn für Hobbygärtner der Region

Bei den frühlingshaften Temperaturen und den ersten richtigen Sonnentagen herrscht in den Kleingärten der Hansestadt Hochbetrieb

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Horst Bernauer (72) hat in seinem Garten am Rande der Altstadt gut zu tun. Jetzt sprießen schon die Frühjahrsblüher aus dem Boden, die gehegt und gepflegt werden müssen. Fotos (4): Nicole Hollatz

Wismar. Reiner Höppner holt mit der Harke das Moos aus dem Weg. Auf dem Rasen wird ihm das Moos noch ordentlich Arbeit machen. Aber das ist nicht schlimm. „Der Garten ist mein Hobby“, sagt der 66-Jährige. Seit über 40 Jahren hat er seine Parzelle in den Wallgärten direkt am Altstadtrand mit einem schönen kleinen Holzhäuschen. Selbst dort blüht es schon in den Blumenkästen vor den Fenstern. Ein kleines Paradies.

OZ-Bild

Bei den frühlingshaften Temperaturen und den ersten richtigen Sonnentagen herrscht in den Kleingärten der Hansestadt Hochbetrieb

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Reiner Höppner erzählt stolz von den Goldfischen im Teich, von den Dahlien und der Erntezeit. Und von dem, was jetzt alles zu tun ist, damit die Ernte gut wird. „Die Nisthilfen für die Vögel müssen auch noch vorbereitet werden. Den Rasen muss ich vertikultieren und die Sträucher noch zurückschneiden.“

Fünf, sechs Stunden jeden Tag arbeitet er derzeit bei gutem Wetter im Garten. „Ich bin Rentner, da habe ich was zu tun“, sagt Reiner Höppner und lacht. Bald können die ersten Sachen geerntet werden.

„Schnittlauch fürs Spiegelei und Rhabarber für den Nachtisch“, erzählt er weiter. Vieles erntet Familie Höppner frisch aus dem Garten in Bioqualität. „Das ist doch viel gesünder, die Kartoffeln, die Zwiebeln, die Erdbeeren. Das schmeckt viel besser als Gekauftes.“

Was vor 30, 40 Jahren aus der Notwendigkeit heraus gemacht wurde — eigenes Obst und Gemüse anbauen in Zeiten langer Schlangen vor dem Konsum — ist nun Überzeugung und Zeitvertreib.

„Zu DDR-Zeiten bekam man einen Wallgarten nur, wenn man Rentner war“, berichtet Gisela Bernauer. Damals hatte die Schwiegermutter den Antrag gestellt. Nach sieben Jahren Wartezeit bekam sie den Garten, den dann Sohn und Schwiegertochter weiterführten. Erst war der Garten der Ausgleich zur Arbeit, jetzt ist er der Rückzugsort. Ein bisschen auch Lebensinhalt und Aufgabe. „Die trockenen Blätter müssen jetzt von den Büschen ab, auch am Haus ist viel Arbeit“, erzählt Gisela Bernauer. Vieles muss allmählich in die Erde oder vorgezogen werden, bis es wärmer ist. Mangold, Bohnen, Kartoffeln, Erdbeeren, mehrere Zentner Obst zum Mosten und unzählige Marmeladengläser — die Kleingärtner sind in der Erntesaison und darüber hinaus Selbstversorger. Und wenn dann die Arbeit erst einmal getan ist? „Dann sitzen wir hier und lesen“, antwortet Horst Bernauer. Windgeschützt und in der Sonne lässt es sich im Garten der beiden aushalten.

„Der Garten hält uns jung“, wissen Christiane und Wilfried Prehn aus eigener Erfahrung. „Es macht doch einfach Freude, wenn man sieht, wie die Saat aufgeht.“ Seit 1951 bewirtschaftet die Familie die 500 Quadratmeter große Parzelle, zuerst der Schwiegervater, dann die jungen Prehns. Ein Schatz, der von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Und nun? Gärten stehen leer, verkommen und werden schlimmstenfalls zur Müllhalde. „Zu DDR-Zeiten gab es keine freien Gärten. Es gibt doch genug junge Menschen mit Kindern hier in der Stadt, die nicht wissen, was sie tun sollen. Und die dann vielleicht raus können in den Garten“, hofft Gisela Bernauer auf Interessenten.

Kleingartenvereine

32 Kleingartenvereine gibt es in Wismar mit 5320 Gärten auf einer Fläche von 205,57 Hektar. 4505 Pächter sind auf diesen Flächen aktiv.

Freie Gärten werden mitunter direkt auf den Internetseiten der Vereine angeboten.

Die Kleingartenanlage „Hinter dem Mühlenteich“ der Hansestadt Wismar e.V. (www.gartenwismar.de) hat derzeit 18 freie Gärten, die zum Teil für eine Ablöse von einem symbolischen Euro abgegeben werden.

5 Gärten sind im Verein der Gartenfreunde „Im Wall“ frei (http://garten-im-wall.de/), auch bei Ebay-Kleinanzeigen werden zahlreiche Gärten angeboten (https://www.ebay-kleinanzeigen.de). Der Kreisverband der Gartenfreunde der Hansestadt Wismar e.V. vermittelt gerne in die entsprechenden Vereine und hilft bei Fragen rund um den Garten oder die Pacht. Geschäftsstelle: Flöter Weg 1e, 23970 Wismar, ☎ 03841- 283088, http://www.gartenfreunde-wismar.de

Von Nicole Hollatz

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