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Älteste Glocken stammen aus Mittelalter

Wismar Älteste Glocken stammen aus Mittelalter

Experte Claus Peter stellt am 21. Februar in Sankt Nikolai die Geläute der Wismarer Kirchen vor

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Blick in den Glockenstuhl der Wismarer Marienkirche.

Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

Wismar. Die Glocken der Wismarer Kirchen sind kommenden Dienstag Thema einer Veranstaltung in der Winterkirche von St. Nikolai. Der Wismarer Archivverein hat den Glockenfachmann Claus Peter dafür eingeladen.

OZ-Bild

Experte Claus Peter stellt am 21. Februar in Sankt Nikolai die Geläute der Wismarer Kirchen vor

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Beginn um 19 Uhr

Der Vortrag über die Glocken

der Wismarer Kirchen findet am

21. Februar in der Winterkirche von Sankt Nikolai statt. Der Eintritt zu der um 19 Uhr beginnenden Veranstaltung ist frei, so die Organisatoren. Um Spenden wird gebeten.

„Die Glocken der Wismarer Kirchen und ihre Geschichte“ ist sein neues Buch. Der 70-Jährige aus dem westfälischen Hamm ist Glockensachverständiger für die Westfälische Landeskirche und das dortige Amt für Denkmalpflege. Da es in Mecklenburg-Vorpommern so ein Amt nicht gibt, habe er seit der Wiedervereinigung immer wieder hier ausgeholfen, erklärt Claus Peter. Eigentlich ist er Lehrer mit Hauptfach Musik. 2015 hat er, längst Rentner, seine Dissertation zum Thema Glocken fertiggestellt, das Wismarer Glockenbuch Ende 2016.

„In St. Marien gibt es 13 historische Glocken. In ganz Norddeutschland gibt es keinen Turm, der so viele historische Glocken hat“, schwärmt er von Wismar. Als historisch und von Denkmalwert bezeichnet er die, die vor dem Ersten Weltkrieg entstanden sind, die also beide Weltkriege überstanden haben. Das sei etwas Besonderes. Denn im ganzen Land seien während der beiden Weltkriege die Glocken aus dem 14. und 15. Jahrhundert, die sehr wertvoll waren, als geringwertig eingestuft worden. Ein politisches Signal von Pastoren und Kirchenoberen, die beispielsweise selbst interne Post mit „Heil Hitler“ unterschrieben. „Deswegen sind so wenige Glocken aus der Zeit erhalten“, so Claus Peter.

Manch eine der Wismarer Glocken hatte aber Glück: Im Hamburger „Glockenfriedhof“ fiel oftmals auf, dass die Glocken falsch klassifiziert waren. „Sonst wäre auch die große Glocke in St. Nikolai weg“, berichtet Claus Peter. Aber: Zwei der Glocken, die aus Hamburg zurückkamen, wurden 1963 eingeschmolzen. „Die letzte aus der Georgenkirche und eine aus dem Schwarzen Kloster.“Claus Peter: „Insgesamt gibt es in den Wismarer Kirchtürmen noch zwanzig solcher historischen Glocken.“ Das sei vergleichsweise viel.

„Aber es gibt in Wismar recht selten noch mittelalterliche Glocken. In St. Marien hängen noch drei aus dieser Zeit“, sagt er. Eine Glocke in Heilig-Geist ist auch aus dem 15. Jahrhundert. Die in Nikolai sind jünger durch den Turmsturz. Claus Peter kann zu jeder dieser Glocken deren Geschichte erzählen. Denn gerade für Wismar sei die Quellenlage recht gut dank der erhaltenen Kirchenrechnungen, auf denen nicht nur steht, was welcher Handwerker an Lohn bekommen hat, sondern auch, was er dafür leistete. „Über 30 Glockengüsse haben für die Wismarer Kirchen vom späten 16.

Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert stattgefunden. Viele davon sind bis ins letzte Detail in den kirchlichen Rechnungen nachgewiesen“, erklärt Claus Peter. „Für Wismar kennen wir drei, vier Glockengießer im 16. und 17. Jahrhundert.“ Hans Brandt hat wenige kleine Glocken gegossen, sein Kollege Adam Dankwardt taucht in einer Parchimer Chronik auf, dort goss er Anfang des 17. Jahrhunderts eine Glocke. Die Brüder Gert und Klaus Bincke aus Wismar haben zahlreiche Glocken für die Region gegossen – die größte mit 2,5 Tonnen für Schönberg. „Auch für die Pfarrkirche in Güstrow müssen sie zwei größere gegossen haben, die aber sind nicht erhalten.“ In Wismar läuten noch zwei von Binckschen Glocken in St. Marien.

Nicole Hollatz

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