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Wismar Aktionstag für Menschen mit Behinderungen
Mecklenburg Wismar Aktionstag für Menschen mit Behinderungen
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07:28 18.05.2017
Trommeln auf dem Schulhof: Im Workshop „Drums Alive“ schlagen die Schüler im Takt zur Musik auf Gummibälle. Quelle: Fotos: Michaela Krohn
Bad Kleinen

Rollstuhlparcours, Trommel-Workshop, Boccia, Becherstapeln – alles Stationen, an denen sich knapp 350 Kinder und Jugendliche an der Regionalen Schule mit Grundschule „Am Schweriner See“ in Bad Kleinen ausprobieren konnten. Auch aus Wismar waren Schüler angereist. Anlass war der Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, der europaweit immer im Mai begangen wird. Im Landkreis Nordwestmecklenburg findet dieser Tag in jedem Jahr an einer anderen Schule statt. Das Ziel: Die Inklusion aller Menschen in der Region voranzubringen.

Rollstuhlparcours, Trommel-Workshop, Boccia, Becherstapeln - alles Stationen, an denen sich knapp 350 Kinder und Jugendliche an der Regionalen Schule mit Grundschule „Am Schweriner See“ in Bad Kleinen ausprobieren konnten. Anlass war der Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Verständnis für den anderen

Um ein Verständnis dafür zu bekommen, haben Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap an 18 Stationen in der Schule Sportarten und Workshops ausprobieren können.

Marvin Dörner und Benjamin Tochtenhagen haben sich im Rollstuhl-Fechten probiert. „Gar nicht so einfach“, resümiert der 15-jährige Marvin Dörner. „Es ist schon schwierig, weil man an den unbeweglichen Rollstühlen fixiert ist.“ Man könne sich aber auch besser auf das konzentrieren, was der Gegner mit dem Degen macht. „Wir müssen ja nicht auf die eigene Schrittfolge achten“, sagt er.

Große Leistungen mit Handicap

Organisiert wurde der Aktionstag vom Beirat für Menschen mit Behinderung des Landkreises Nordwestmecklenburg. Beiratsmitglied Gudrun Wolter: „Unser Aktionstag soll zeigen, dass auch mit Handicap große Leistungen vollbracht werden können, aber auch Schwachstellen für kompromisslose Integration von Menschen mit Handicap aufzeigen.“

Der Beirat beschäftigt sich unter anderem damit, die Inklusion – also das Einbeziehen von jedem Menschen in die Gesellschaft – in Kindergärten, Schulen und weitere Ausbildung voran zu bringen. Dabei geht es laut Wolter vor allem um Fragen wie: „Wie können Barrieren aller Art beseitigt werden? Sind Schulen und andere öffentliche Einrichtungen so ausgestattet, dass jeder teilhaben kann?“

Gutes Beispiel: Bad Kleinen

„Die Schule in Bad Kleinen ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass so etwas gelingen kann“, sagt Dirk Möller, ebenfalls vom Beirat für Menschen mit Behinderung. Ein Teil des Gebäudes ist bereits barrierefreundlich mit Fahrstühlen, Treppenliften, Rampen für Rollstuhlfahrer und anderen Hilfen ausgestattet. Im nächsten Jahr soll dann der gesamte Schulkomplex nach neustem Standart ausgestattet sein (die OZ berichtete).

Unterricht mal anders

An der Schule sei der Beirat mit seinen Ideen sehr positiv empfangen worden, bestätigt Dirk Möller. „Und für die Kinder und Jugendlichen ist es auch mehr als ein bisschen Sport machen. Sie haben hier zwar anderen Unterricht, aber sie lernen dennoch“, sagt Möller.

An der Station „Heißer Draht“ mussten die Grundschüler einen Metallring um ein Gestänge führen, ohne dass sich beide Teile berühren – gar nicht so einfach für die Kinder. „Dabei haben sie viel Spaß“, weiß Möller. Es gehe aber auch um Geduld und Achtsamkeit.

Andere Schüler haben sich im Rollstuhl-Basketball und -Handball ausprobiert und konnten so sehen, wie stabil die Gefährte wirklich sind.

Gefördert wurde der Gleichstellungstag von der Aktion Mensch. Auch die Wismarer Werkstätten haben sich beteiligt. „Es war ein schöner Tag, ein Erfolg für uns“, sagt Gudrun Wolter. Die Kinder seien sehr motiviert gewesen. Im kommenden Jahr soll wieder ein Aktionstag in einer anderen Schule des Landkreises stattfinden.

Europaweiter Protesttag

750 Veranstaltungen gibt es bundesweit jährlich zum Europäischen Tag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

1992 ist der Aktionstag zum ersten Mal deutschlandweit veranstaltet worden.Der Beirat für Menschen mit Behinderung des Landkreises Nordwestmecklenburg ist Interessenvertreter der Behinderten. Er wurde 1999 gegründet. Nicht nur Menschen mit Handicap stehen dabei im Fokus, auch ältere Menschen, Menschen mit Kleinkindern oder Menschen, die nur vorübergehend beeinträchtigt sind, zählen dazu.

Michaela Krohn

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