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„Alles in allem sind wir ein sehr lebendiges Dorf“

Dörfer der Region: Blowatz „Alles in allem sind wir ein sehr lebendiges Dorf“

Zentrum für mehrere Generationen verbessert die Infrastruktur

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Das Mehrgenerationenzentrum (MGZ) soll zentraler Anlaufpunkt in Blowatz werden. Einweihung noch in diesem Jahr. FOTOS (3): SYLVIA KARTHEUSER

Blowatz. Wenn einer Blowatz kennt, dann Ernst Neumann. Der 81-Jährige lebt mit seiner Frau seit fast 60 Jahren in dem Ort und war von 1994 bis 2009 Bürgermeister. „Die Wende war die bewegteste Zeit, die ich hier erlebt habe“, erinnert er sich. So um den 9. November 1989 herum gab es eine Sitzung der Gemeindevertreter im übervollen Saal der Gaststätte. „Da wurde auf die damalige Bürgermeisterin und Amtsinhaber wie die Betriebsleiter der LPG gehörig abgeladen“, erzählt Ernst Neumann und fügt hinzu: „Nicht alle Vorwürfe bestanden zu Recht.“

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Zentrum für mehrere Generationen verbessert die Infrastruktur

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Allerdings wurde eine Neuwahl unumgänglich, bei der die Wählergemeinschaft „Bürger für Blowatz“ die Mehrheit holte. Ein Mitglied war Ernst Neumann. Bürgermeister wurde damals Frank Gruschwitz, dem Gerhard Behning folgte, bevor Ernst Neumann 1994 das Amt übernahm.

„Wir hatten großes Glück, dass ein Investor aus Bargteheide hier wirklich investiert hat. Das hat der Gemeinde einen richtigen Schub gegeben“, sagt Neumann. Er finanzierte die Besiedelung des Damekower Wegs, für die Mitte der 90er Jahre der erste Bebauungsplan der Gemeinde nach der Wende aufgelegt wurde. Besonders viele sind ihm bisher nicht gefolgt. Der aktuelle trägt die Nummer 9.

„Das bedeutet nicht, dass sie hier nichts entwickelt“, betont Tino Schomann (29, CDU), seit 2014 Bürgermeister. Alles in allem sei Blowatz ein sehr lebendiges Dorf. In der Tat. An der Hauptstraße entsteht gerade das vielleicht größte Projekt, das die Gemeinde je auf dem Weg gebracht hat: das Mehrgenerationenzentrum (MGZ). Investitionssumme: rund 1,7 Millionen Euro, davon 400000 Euro als EU-Fördermittel. Grundsteinlegung war im September, Richtfest im Februar. „Und wir wollen dieses Jahr noch Einweihung feiern“, sagt Tino Schomann. Das MGZ wird der Gemeinde einen Teil an Infrastruktur zurückgeben: Lebensmittelmarkt, Friseur, Bäcker. „Und ein Allgemeinmediziner wird zwei Tage pro Woche hier eine Zweitpraxis betreiben“, erklärt der Bürgermeister.

Zwei dicke Pluspunkte für Blowatz seien die Grundschule und die Kita „Ostseekrabben“, sagt Schomann. Schon jetzt sei klar, dass in diesem und in nächsten Jahr 23 Kinder eingeschult werden, die Schule damit gesichert sei. Zudem seien die 79 Plätze in der Kita – 40 im Hort, 30 im Kindergarten und neun in der Krippe – ausgelastet. „Unser Glück war, dass die Familie von Viereck, die das Gutshaus in Dreveskirchen bis 1945 bewohnten, nach der Wende auf eine Rückübertragung verzichtet haben“, erklärt Ernst Neumann. Damals hätten noch zwei Töchter der ehemaligen Eigentümer gelebt. „Ich vermute, als sie gesehen haben, dass das Gebäude durch die Gemeinde am Leben gehalten wird, haben sie auf die Rückübertragung verzichtet“, sagt der ehemalige Bürgermeister. Daher kam das Gebäude an die Gemeinde.

Etwas bedauert der ehemalige Schulleiter aber doch: „Wir haben im Ort nicht allzu viele Arbeitsplätze, da die Gemeinde doch noch stark landwirtschaftlich geprägt ist.“ Zu den Landwirten gehören Tino Schomann und seine Eltern und der große Rosenkohlbauer Jan Hofman. Außerdem gibt es noch ein paar kleinere Betriebe. „Aber ich würde nicht sagen, dass wir ein reiner Schlafort sind“, setzt Ernst Neumann hinzu. Dagegen sprächen allein die vielen sportlichen Aktivitäten, bei denen sich vor allem die Frauen hervortun. Ganz an der Spitze steht natürlich der Reitsport. „Ich habe früher gern Fußball gespielt“, sagt Ernst Neumann und lacht: „Aber eine Fußballmannschaft im Ligabetrieb haben wir nie auf die Beine gestellt bekommen. Wir sind nun mal alle ein bisschen pferdeverrückt.“

Sylvia Kartheuser

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