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Alpakas kommen in die Lindenallee

Grevesmühlen Alpakas kommen in die Lindenallee

Schweriner Unternehmen sponsert tiergestützte Aktivitäten bei der Diakonie in Grevesmühlen

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Der sechsjährige Jordan hat am liebsten mit dem schwarzen Alpaka „Alberto“ zu tun . . . , „weil der so lieb ist“.

Grevesmühlen. Es ist wieder soweit. Die Alpakas kommen. In der Wohneinrichtung für Kinder und Jugendliche, die die Diakonie in der Grevesmühlener Lindenallee betreibt, wird Marco Holter mit seinen beiden Alpaka-Hengsten schon erwartet. Bei Dauerregen bringt er „Leopold“ heute doch besser ins Haus zur ersten Begrüßung.

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Schweriner Unternehmen sponsert tiergestützte Aktivitäten bei der Diakonie in Grevesmühlen

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Jordan kommt gleich die Treppe runter, dann stoppt er. Der Sechsjährige möchte lieber mit „Alberto“ zu tun haben. „Weil der so lieb ist, ,Leopold’ zieht immer weg.“ Tobias hat da keine Befindlichkeiten. Der 18-Jährige ist sofort zur Stelle. Später, nachdem Marco Holter mit beiden auf dem Hof war und sie das Stop-Kommando mit „Leopold“ geübt haben, wird Tobias sagen: „Keine Angst.

Gefällt mir gut.“ Als „Alberto“ dann zu Jordan kommt und er das Alpaka beim Herumführen lediglich etwas zu nass findet, klappt der Umgang mit dem Tier, wird sogar über das von Marco Holter als Leckerli dargereichte spezielle Alpaka-Müsli philosophiert. „Ist das Schokolade?“, fragt Jordan. Bereits seit einem Jahr kommt Marko Holter vom Alpakahof am Iserberg in Hamberge mit seinen Tieren zu einer Gruppe von Kindern im Diakonie-Wohnhaus, wo insgesamt 24 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 21 Jahren leben. Sie haben mit Handicaps wie geistiger Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten zu kämpfen. Der Alpakahof bietet tiergestützte Aktivitäten an. Finanziert wird der Einsatz einmal im Monat über einen Zeitraum von fünf Jahren von der HygCen Germany GmbH aus Schwerin, einem Prüfinstitut zur Qualitätssicherung von Medizinprodukten. Der wissenschaftlich-technische Leiter Prof. Dr. Heinz-Peter Werner habe nicht nur eine Patenschaft über „Leopold“

übernommen, erklärt Marco Holter, der Betrieb habe sich noch darüber hinaus anlässlich seines 20-jährigen Bestehens im Vorjahr sozial engagieren wollen, und so sei dann die Verbindung zur Diakonie hergestellt worden.

Für Alexandra Thiemann, die Leiterin der Wohneinrichtung an der Lindenallee, ist diese Unterstützung eine große Hilfe. Die Mittel dafür hätte die Diakonie nicht zur Verfügung stellen können. Und wenn die Kinder, die an den Aktivitäten mit den Alpakas teilgenommen haben, am kommenden Sonnabend nun außerhalb ihres Wohnbereiches mit den Tieren eine Wanderung um den Vielbecker See in Grevesmühlen unternehmen, dann sei das schon ein Höhepunkt im Alltag der Kinder und viel erreicht worden, erklärt die 46-Jährige. Die Alpakas führen, füttern, sie streicheln, all das lasse in ganz kleinen Schritten zum Beispiel das Selbstbewusstsein wachsen.

Marco Holter berichtet während eines Besuches auf seinem Hof von Kindern mit Hadicaps, die plötzlich fließend Alpaka „Leopold“ sagen konnten oder deren Hände sich entkrampften. Seine Frau Beate betont nicht umsonst: „Alpakas sind die Delfine der Weide“. Und so bescheinigt dann auch Alexandra Thiemann dem kleinen Jordan, dass der quirlige Junge deutlicher spricht. Marco Holter erklärt, er müsse mit dem Tier reden, Kommandos geben, sonst macht es nichts. Zur Weiterführung des Projektes ist der Aufbau eines Parcours angedacht. „Wenn Kind und Tier durch eine enge Gasse gehen, dann müssen sich beide aufeinander verlassen können“, macht der 45-Jährige deutlich, was erreicht werden kann.

Alexandra Thiemann, die weiß, einmal im Monat die Tiere im Haus zu haben, ist eigentlich zu wenig, hat dennoch Fantasien. Auch für das Wohnangebot „Pfarrhaus“ der Diakonie in Kirch Mummendorf wünscht sie sich einen Sponsor.

Alpakahof

Im Oktober 2012 haben Beate

und Marco Holter die ersten beiden Alpakas angeschafft. Heute leben auf dem Alpakahof, auf dem es auch einen Hofladen für vornehmlich

Produkte aus Alpakawolle gibt,

acht Tiere. Nur die Hengste aber

kommen bei den tiergestützten

Aktivitäten zum Einsatz. Holters

haben mehrere Lehrgänge und

Weiterbildungen besucht.

Naturwanderungen mit Alpakas

und auch Beratung zur Haltung der Tiere bieten sie an. Das komplette Programm ist unter www.iserbergalpaka.de zu finden.

Cornelia Roxin

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