Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Alte Heiligenfiguren im neuen Glanz

Wismar Alte Heiligenfiguren im neuen Glanz

„Die Schnitzereien sind absolute Spitzenklasse. Und es ist noch viel Originalfarbe aus dem Mittelalter erhalten.Annette Seiffert, Diplom-Restauratorin aus Wismar

Voriger Artikel
Zahlreiche Aktionen gegen Gewalt geplant
Nächster Artikel
Ausschüsse kommen in Zeitnot mit Haushaltsberatung

Diplom-Restauratorin Annette Seiffert und Peter Manthey vom Förderkreis St. Georgen zu Wismar mit den Heiligenfiguren Evangelist Johannes, Barbara, Dorothea und Johannes der Täufer (v. l.) von den Seitenflügeln des Martin-Georg-Altars, der in einer Seitenkapelle der Heiligen-Geist- Kirche in Wismar steht. FOTOS (2): NORBERT WIATEREK

Wismar. . Die Schönheitskur für den Martin-Georg-Altar in der Heiligen-Geist-Kirche in Wismar geht in eine neue Runde: Nachdem Annette Seiffert den Mittelschrein des Anfang des 16. Jahrhundert entstandenen Kunstwerkes mit drei Figuren restauriert hatte, widmete sich die Expertin den zwölf Heiligen auf den Seitenflügeln. Diese Arbeiten sind nun beendet. Als Nächstes könnten die Maltafeln auf den Rückseiten der Seitenteile an die Reihe kommen.

OZ-Bild

„Die Schnitzereien sind absolute Spitzenklasse. Und es ist noch viel Originalfarbe aus dem Mittelalter erhalten.Annette Seiffert, Diplom-Restauratorin aus Wismar

Zur Bildergalerie

Annette Seiffert arbeitet – mit Unterbrechungen – seit 1999 an dem detailreichen Kunstwerk. Die Seitenflügel waren ab 2011 an der Reihe. Die Diplom-Restauratorin aus Wismar reinigte die Figuren in ihrer Werkstatt, sie entfernte Übermalungen, besserte Fehlstellen aus, ersetzte Holzteile. Zuletzt hatte sich die Expertin mit Dorothea, Barbara, dem Evangelisten Johannes und mit Johannes dem Täufer beschäftigt. Nun erstrahlen die 15 Heiligen, zumeist Märtyrer, wieder in nahezu altem Glanz.

Die Rundumerneuerung der zwölf Eichenholz-Figuren auf den beiden Seitenflügeln des Altarretabels kostete knapp 100000 Euro. Jeweils die Hälfte zahlten die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie die Mitglieder des Förderkreises St. Georgen zu Wismar, die Patenschaften für die Figuren übernommen hatten.

Der Förderkreis will sich weiter engagieren. „Wir haben in Wismar noch viele Schätze, die an verschiedenen Stellen in Kirchen und auch in der Werkstatt versteckt sind. Ich wünsche mir, dass sie möglichst bald der Öffentlichkeit gezeigt werden können“, sagte Peter Manthey aus Wismar, 2. Vorsitzender des Förderkreises. „Die Altäre, Schätze der Vergangenheit, wurden ja meist gestiftet. Den Stifterwillen sollte man beachten. Deshalb haben wir auch nach Paten für die Restaurierung der Figuren gesucht. Ich freue mich über die Spenden und die hochwertige Restaurierung.“

Der wahrscheinlich in Wismar angefertigte Martin-Georg-Altar, der aufgrund der filigranen Schnitzarbeiten zu den wertvollsten in Norddeutschland zählt, stand einst im südlichen Seitenjoch der Wismarer Georgenkirche. Pastor Robert Lansemann hatte ihn Anfang 1946 aus dem zerstörten Gotteshaus in die benachbarte Heiligen-Geist- Kirche umsetzen lassen. 1999 war der Schnitzaltar wegen fortgeschrittener Schäden konserviert und abgebaut worden. Seit Pfingsten 2014 steht der restaurierte Mittelschrein des Altaraufsatzes wieder im „Raum der Stille“ in Heiligen Geist.

Laut Seiffert handelt es sich bei diesem Altar um ein künstlerisch besonders wertvolles Werk: „Die Schnitzereien sind absolute Spitzenklasse. Und es ist noch viel Originalfarbe aus dem Mittelalter erhalten. Es lohnt sich, den Altaraufsatz genauer anzuschauen und zu entdecken, welche Geschichte und Geschichten sich hinter dem Holz verbergen.“

Als Nächstes soll an den sehenswerten und detailreichen, aber teilweise nur fragmentarisch erhaltenen Maltafeln des Schnitzaltars, die das Leben der heiligen Maria zeigen, gearbeitet werden. Die Stadt koordiniert das Vorhaben. Das Landesamt für Denkmalpflege und das Wismarer Denkmalamt begleiten die Restaurierung. Wann es aber losgeht, kann Seiffert noch nicht sagen. „Es gibt noch keine Beauftragung.“ Peter Manthey hofft wieder auf viele Spenden.

Norbert Wiaterek

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stralsund

Pastor Reinhart Haack zum morgigen Ewigkeitssonntag

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wismar
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.