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Wismar Alte Schule soll wieder aufgebaut werden
Mecklenburg Wismar Alte Schule soll wieder aufgebaut werden
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00:00 16.01.2014
Blick von oben auf den Marienkirchplatz. Rechts ist die Abdeckung der Grundmauern der Alten Schule gut zu erkennen. Quelle: Ulrich Jahr
Wismar

Die Mauern von St. Marien im Gotischen Viertel bleiben vom Grundsatz her auf der jetzigen Höhe. Der Wiederaufbau der Alten Schule ist möglich. Weniger Fahrzeuge sollen durch den Bereich um die Marienkirche fahren, weniger Autos dort parken. Fußgänger und Radfahrer kommen sich nicht mehr ins Gehege.

Zukunftsmusik. Doch dies und vieles mehr ist festgezurrt im Leitbild „Stadtraum St. Marien. Bewahren — Entwickeln — Erleben“, das nun nach monatelangen, ja jahrelangen Vorbereitungen vorliegt und nur noch von der Bürgerschaft abgesegnet werden muss. Das Leitbild ist Grundlage für weitere konkrete Planungen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.

Ein solches Beteiligungs- und Mitwirkungsverfahren aller Betroffenen ist bislang einzigartig in der Hansestadt, wurde zuvor noch nie in diesem Ausmaß praktiziert. Vor allem die unmittelbar Betroffenen selbst, wie Bewohner, Hauseigentümer oder Pächter, waren ständig eingebunden, haben ihre Vorstellungen einbringen können und wirkten aktiv mit. Es gab Bestandsaufnahmen, Informationsabende, Zukunftsforen. Schon 2010 hatte die Bürgerschaft mit entsprechenden Beschlüssen dieses Verfahren auf den Weg gebracht. Nun ist es abgeschlossen.

„Es war nicht immer leicht, es wurde sehr konträr diskutiert und es war nicht einfach, einen Nenner zu finden“, gibt Thorsten Günther, Leiter der Abteilung Sanierung und Denkmalschutz der Stadt, zu.

Die Abteilung war federführend von Anfang an bei der Erstellung des Leitbildes und wurde unterstützt durch das Büro Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung (Koris) aus Hannover.

Drei sogenannte Handlungsfelder bilden den Kern: Nutzung, Bebauung und Verkehr. Diese wiederum sind untersetzt mit bestimmten Zielen. So ist unter anderem festgelegt, dass bei der Nutzung die Würde des Ortes zu berücksichtigen ist. Denn der Raum um St. Marien hat aufgrund seiner Vergangenheit, zum Beispiel als Kirchhof mit der zerstörten Kirche, einen besonderen Charakter. Ein Ziel ist es übrigens auch, die Jugendarrestanstalt in der Kellerstraße aufzugeben. Eine Nachnutzung soll Vorrang haben vor einem Ersatzbau oder einem Abriss. Kultur und Geschichte des Bereiches sollen durch die Bebauung sicht- und erlebbar gemacht werden. In dieses Handlungsfeld fällt auch die Alte Schule. „Unser Ziel, den Wiederaufbau der Alten Schule künftig zu ermöglichen, haben wir erreicht“, so Heidemarie Schuldt, Vorsitzende des Fördervereins „Aufbau Alte Schule“. Der Verein hatte sich an allen Mitwirkungsszenarien beteiligt. Eine Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten bleibt zudem für die Standorte ehemaliges Stadtmusikdirektorenhaus oder Kapelle Maria zur Weiden offen.

Die Aufmauerung des Kirchenschiffs allerdings, in der Vergangenheit oft bemängelt, soll schon jetzt grundsätzlich abgeschlossen sein. Mittlerweile sind die Mauern zwischen 90 Zentimeter und 1,60 Meter hoch. Aus Richtung Sargmacherstraße stößt man auf die höchste Aufmauerung. Anlass zur Kritik bei vielen, da die Sicht auf die gesamte Fläche versperrt ist. Andere wiederum sagen, dies soll so sein, um die Beengtheit der Bebauung in diesem Bereich im Mittelalter zu zeigen.

Das Leitbild spricht von einer „überschaubaren Höhe“. Bausenator Michael Berkhahn (CDU) versichert: „Es wird nichts zurückgebaut und nicht weitergemauert.“ Auf der Grundlage des Leitbildes könnten nun konkrete Einzelmaßnahmen beschlossen werden. Für Hans-Jürgen Leja (Für-Wismar-Fraktion) ist der derzeitige Zustand nicht hinnehmbar. Auf den vorhandenen Mauern liegt nur Dachpappe, sie sind Wind und Wetter ausgesetzt. „Das kann man so nicht lassen, das muss zeitnah abgedeckt werden“, sagt Leja. Schäden durch Feuchtigkeit wären sonst nicht mehr zu beheben. Zudem fordert er „exakte Festlegungen“ zur Höhe der Mauer.

Besonders diskutiert von allen Beteiligten wurde die Gestaltung des Verkehrs in dem Bereich. Hier befinden sich öffentliche Parkplätze, die ins Parkraumkonzept der Stadt eingebunden sind. Das Leitbild spricht jedoch von einem „beruhigten Stadtraum“ und davon, dass eine „konfliktfreie Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer zu sichern“ ist. Der „motorisierte Verkehr, insbesondere das Parken, ist auf das notwendige Maß zu beschränken“.

Christel Ros

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