Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Alter Klassenlehrer wiederholt die letzte Bio-Stunde von 1973
Mecklenburg Wismar Alter Klassenlehrer wiederholt die letzte Bio-Stunde von 1973
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:13 27.08.2013
Beim Gruppenfoto nach 40 Jahren bekam Klassenlehrer Wolfgang Ulonska einen Ehrenplatz vorn auf der Bank (Mitte). Quelle: Helmuth Vogt
Wismar

Vierzig Jahre nach ihrem Abitur an der Großen Stadtschule „Geschwister Scholl“ trafen sich die Absolventen des Jahrgangs 1973 aus der Klasse 12 d wieder in ihrer alten Schule. Wilhelm Gratopp als einer der Schüler und Organisator dieses Treffens hatte mit dem Klassenlehrer von damals, Wolfgang Ulonska, heute 82 Jahre alt und seit 18 Jahren Rentner, vereinbart, dass er noch mal im alten Klassenraum die letzte Biologie-Stunde von 1973 zum Thema Photosynthese wiederholt.

Wolfgang Ulonska nimmt zum Treppensteigen schon mal gern einen Stock zu Hilfe, lief aber beim Thema wieder zur Höchstform auf, sprühte förmlich vor Vitalität und schrieb aus dem Gedächtnis mit Kreide eine ellenlange chemische Formal an die Tafel und meinte: „Die ist gerade in der heutigen Zeit ein hochaktuelles Thema, mit dem uns der angebliche Klimawandel durch zu viel CO2

mit großem medialen Getöse vorgegaukelt wird. Wenn man nun auf die Tafel und den prozentualen Anteil von CO2 in dieser Formel sieht, erkennt man sofort, dass das aus wissenschaftlicher Sicht einfach Unfug ist“, begründet er seine Sicht auf diese Problematik.

„Wie in alten Zeiten hat der alte Fuchs es wieder mal überzeugend auf den Punkt gebracht“, umschrieb Wilhelm Gratopp das Resultat dieser Stunde. Schulleiter Klaus Sass zeigte den Altschülern, was sich in den letzten40 Jahren in diesem Haus durch die Sanierung alles so verändert hat. Den alten Biologieraum gibt es längst nicht mehr, aber alte Bekannte sahen sie in den ausgestopften Tieren als Anschauungsmaterial für Biologie in Vitrinen auf dem Flur wieder. Man spürte es den heute 59-Jährigen an, welch prickelndes Gefühl es für sie war, wieder einmal im alten Klassenraum zu sitzen. Mit prickelnd ist wohl auch die Neugier am besten zu umschreiben, mit der sich alle bei der anschließenden Kaffeetafel im „Schäfereck“ ihre Lebensgeschichten aus der Zeit nach dem Abitur erzählten.

Schließlich gab es für sie, als sie 35 Jahre alt und in ihrem Berufen meist fest etabliert waren, mit der Wende ein einschneidendesEreignis.

„Ich habe damit kein Problem gehabt. Mein Beruf wird immer gebraucht. Ich habe Zahnmedizin studiert und eine Praxis in Jarmen. Mir macht mein Beruf so viel Spaß, dass ich nicht aufhöre, wenn ich 65 bin“, so Dr. Bernd Tomaschewski. Das sieht Carola Kopmann anders. Sie hat es als studierte Gastronomin nach der Wende in den Schwarzwald verschlagen, wo sie in einer ganz anderen Branche arbeitet:

„Ich lebe unter freundlichen Leuten, aber wenn sie Dialekt sprechen, komme ich mir manchmal wie im Ausland vor. Ich sehne meinen Vorruhestand herbei und weiß, dass dann mein Möbelwagen sofort in Richtung Wismar fährt.“ Das hat Hartmut Lahl nicht nötig, er wohnt im elterlichen Haus in Kalsow, spürt aber, dass er als Außendienstler täglich „ausblutet“. Geschichten dieser Art gab es bis zum Abend zu hören.

H. Vogt

Die Gelder fließen in Vorhaben in der Altstadt und am Kagenmarkt. Die Mecklenburger Straße soll ab dem nächsten Jahr in drei Bauabschnitten saniert werden.

27.08.2013

Der Dargetzower SV punktet in den Schlusssekunden.

27.08.2013

Der Radweg von Lübow in Richtung Wismar entwickelt sich weiter. Noch Ende September soll mit dem Abschnitt vom Abzweig Hof Triwalk bis zum Ortseingang Lübow begonnen werden.

27.08.2013