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Wismar Angriff auf Syrer: Angeklagter schweigt weiter
Mecklenburg Wismar Angriff auf Syrer: Angeklagter schweigt weiter
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19:07 14.03.2019
Amtsgericht Wismar Quelle: OZ
Wismar

Im Prozess gegen einen 27-jährigen Wismarer, der am 29. August vergangenen Jahres einen jungen Syrer in einem Park am Friedenshof verprügelt haben soll, wurde am Donnerstag im Amtsgericht Wismar die Beweisaufnahme geschlossen. Philipp H. ist wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt. Er hat die Tat bestritten und stattdessen behauptet, selbst Opfer eines Übergriffs von acht Ausländern geworden zu sein. In der Hauptverhandlung hat er bislang geschwiegen.

Der junge Mann, der mit Hand- und Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt wird, ist kein unbeschriebenes Blatt. Im Bundeszentralregister finden sich 14 Einträge seit 2006, darunter Diebstahl, Fahren ohne Fahrerlaubnis, räuberische Erpressung, Körperverletzung, Verstoß gegen das Waffengesetz, Hehlerei und Urkundenfälschung sowie Widerstand und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte. Philipp H. verbüßt eine Jugend- und eine Freiheitsstrafe, 2013 muss er in eine Entziehungsanstalt. Im Oktober 2018 hat das Amtsgericht Lübeck eine Bewährungsstrafe verhängt, die bis 2021 dauert. Philipp H. steht unter Führungsaufsicht.

Dennoch vermeidet er den Kontakt zu seiner Bewährungshelferin, folgt weder ihren Ladungen noch der Weisung, sich in der forensischen Ambulanz zu melden. Nicht zuletzt hat er die Auflage, keinen Alkohol zu trinken. Auch daran hält er sich nicht. Am besagten Abend wird zu viert eine Flasche Goldbrand in der Küche einer Bekannten geleert. Sie ist als letzte Zeugin geladen. Die 30-Jährige sagt aus, dass er „keinen Bock hatte, mit der Polizei zusammenarbeiten. Sonst kassiert sie ihn ein“.

Das habe er befürchtet, weil er sich nicht an die Auflagen gehalten hat, erläutert sein Verteidiger: „Niemand muss sich selbst belasten.“ Nach seiner Auffassung habe sein Mandant kein faires Ermittlungsverfahren erwarten können. Von Anfang an sei einseitig ermittelt worden und nicht auch in Richtung des Nebenklägers, des geschädigten Syrers, und seiner Brüder. Philipp H. habe für die Polizei als Beschuldigter festgestanden und sei auch in den Medien vorverurteilt worden. Deshalb beantragt der Verteidiger, das Verfahren auszusetzen und gegen die Beamten zu ermitteln oder das Verfahren ganz einzustellen.

Dem folgt das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Michael Bauer nicht. Er verweist auf die beiden Radfahrer, die die Polizei als Zeugen ausfindig gemacht hat. Sie hätten einen Ausländer im orangefarbenen T-Shirt als friedlich geschildert und einen Deutschen als aggressiv. Andere Zeugen hätten einen im orangefarbenen T-Shirt am Boden liegend gesehen, der von einem oder mehreren getreten worden ist. Auch den Vorwurf des Verteidigers, die Polizei habe die Verletzungen seines Mandanten außer Acht gelassen, lässt der Richter nicht gelten. Die Ermittler hätten rechtsmedizinische Gutachten zu den Verletzungen des Syrers wie auch des Angeklagten angefordert.

Der Verteidiger versucht unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Philipp H. dazu zu bringen, den Tathergang aus seiner Sicht zu schildern. Ohne Erfolg. Er schweigt weiter. Die Beweisaufnahme ist geschlossen. Am 26. März soll nach den Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung das Urteil gesprochen werden.

Haike Werfel

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