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Wismar Angriff auf Syrer: Opfer muss an Nase operiert werden
Mecklenburg Wismar Angriff auf Syrer: Opfer muss an Nase operiert werden
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17:57 12.02.2019
Symbolbild Quelle: Carsten Rehder/dpa
Wismar

Mit Hand- und Fußfesseln wird Philipp H. in den Gerichtssaal geführt. Die Vorwürfe gegen den 27-Jährigen wiegen schwer. Ende August vergangenen Jahres soll er in einer Wismarer Parkanlage einen jungen Syrer beleidigt und verprügelt haben. Eine Eisenkette und ein Schlagring sollen dabei zum Einsatz gekommen sein. Ob Philipp H. beides verwendet hat, ist unklar. Er schweigt. Das Opfer spricht von drei Männern, die ihn überfallen hätten – bislang ist nur ein Verdächtiger festgenommen worden: Philipp H. (die OZ berichtete). Gestern hat der Prozess gegen ihn begonnen. Zahlreiche Zeugen sind geladen gewesen, doch viele müssen am 1. März, wenn die Verhandlung fortgesetzt wird, wieder kommen. Denn die Vernehmung des Opfers hat sich über mehrere Stunden hingezogen.

Gegen 22 Uhr sei der junge Mann auf dem Weg nach Hause gewesen. „Ich war in der Moschee“, erzählt er. In einem Park hätte eine größere Gruppe gesessen. Daraus seien drei Männer auf ihn zugekommen, hätten ihn beleidigt und geschubst. Dann sei er von einem in den Schwitzkasten genommen und auf den Boden gedrückt worden. Anschließend hätten die Täter auf ihn eingetreten und eingeschlagen. Philipp H. soll dabei auf der von ihm aus gesehen rechten Seite gestanden haben. Die drei Brüder des Opfers bestätigen, dass der 21-Jährige stark blutend nach Hause gekommen ist. Auch in dem medizinischen Gutachten, dass bei der Polizei angefertigt wurde, werden Prellungen und Blutergüsse an Kopf und Körper geschildert – sowie ein Nasenbeinbruch. Die Verletzungen würden auf Schläge mit der Faust sowie mit oder ohne Schlagring hindeuten. Unter dem Nasenbeinbruch leidet der junge Mann heute noch. „Ich bekomme durch die Nase keine Luft mehr. Im März muss ich deshalb operiert werden“, berichtet er. Was ihn besonders ärgert: Die Rettungskräfte hätten ihn nicht sofort behandelt, sondern zunächst nach der Krankenkarte gefragt. Auch im Krankenhaus hätte er einige Zeit warten müssen.

Der Angeklagte ist anhand von Fotos identifiziert worden. Darauf zu sehen war ein polizeibekannter junger Mann: Philipp H. Beamte haben dem Opfer das Bild gezeigt – unklar ist noch, ob nur ein Verdächtiger gezeigt wurde oder mehrere. Das Opfer will Philipp H. unter mehreren Fotos erkannt haben. Allerdings sei die Aufnahme schon etwas älter gewesen. H. sei darauf jünger und seine Haare seien kürzer gewesen. Das Opfer wird in Aktennotizen der Polizei als teilweise unkooperativ beschrieben, außerdem wollen Zeugen nur eine Auseinandersetzung zwischen zwei Personen gesehen haben. Zudem hat das Opfer zwei Radfahrer, die an dem Abend im Park unterwegs waren, nicht um Hilfe gebeten. „Weil sie zu alt waren, um helfen zu können“, erklärt er. Weitere Zeugenaussagen sollen den Verlauf des Abends klären.

Der Übergriff hat bundesweit Schlagzeilen gemacht. Die Eltern des Opfers wissen allerdings bis heute nicht, was einem ihrer Söhne in Wismar passiert ist. „Die Gesundheit unseres Vaters lässt das nicht zu“, sagt einer der Brüder.

Der Verdächtige bestreitet die Tat und gibt an, selbst Opfer eines Übergriffes geworden zu sein. Im Falle einer Verurteilung droht ihm wegen gefährlicher Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Kerstin Schröder

Die 39-Jährige ist nun die zweite Frau an der Spitze der Wismarer Polizei. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat sie am Dienstag in ihr neues Amt eingeführt.

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