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Anni Schäfer feierte gestern ihren 100. Geburtstag

Wismar Anni Schäfer feierte gestern ihren 100. Geburtstag

Wismarerin ist sehr am Zeitgeschehen interessiert.

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Jubilarin Anni Schäfer (M.) mit ihren Töchtern Annegret Buß (l.) und Jutta Cravaack.

Quelle: Norbert Wiaterek

Wismar. „Ich bin sehr lebenslustig, lebensbejahend. Und mich interessiert nach wie vor das Zeitgeschehen“, so Anni Schäfer. „Und viel Bewegung und ab und zu ein Gläschen Rotwein und eine Zigarette haben mir nicht geschadet.“ Die Wismarerin feierte gestern einen besonderen Geburtstag: Sie wurde 100 Jahre alt. Zum Gratulieren kamen Verwandte und Freunde in eine Gaststätte in Wismar-Redentin. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) überbrachte die Glückwünsche der Hansestadt und des Ministerpräsidenten.

Anni Schäfer erfreut sich guter Gesundheit. „Nur das Gehör und die Augen wollen nicht mehr so wie früher“, sagte sie gut gelaunt. „Deshalb muss mir meine Tochter jetzt aus der Zeitung vorlesen. Denn ich möchte gerne noch an allem teilhaben und informiert sein.“

Die rüstige Seniorin stammt aus Stolzenhagen bei Stettin und lebt seit 1938 in der Poeler Straße. Ihr Mann, ein Polizist, war nach Wismar versetzt worden. Hier wurden auch die Töchter geboren:

Annegret Buß (73) und Jutta Cravaack (72) wohnen ebenfalls in Wismar und kümmern sich liebevoll um ihre Mutter. Das gestrige Geburtstagskind ist jedoch nicht nur auf die beiden Töchter stolz, sondern auch auf die sechs Enkel und zwölf Urenkel, darunter Lucas Cravaack (7) aus Berlin und Emilia Margarethe Winterfeld (10) aus Rostock.

Anni Schäfer war zweimal verheiratet: Als der Ehemann nach dem Krieg im Westen blieb, folgte die zweite Ehe mit Karl Schäfer. Der Bahnmitarbeiter starb 1959. Und auch der spätere Lebensgefährte, der ebenfalls Karl hieß, ist bereits tot.

„Ich hatte immer gerne mit Leuten zu tun“, schwärmte Anni Schäfer von ihrer langjährigen Tätigkeit als Losverkäuferin in Wismar. „Das war eine angenehme Arbeit. Und ich bin gerne gereist, hatte ja mit der Bahn freie Fahrt.“ Sie erkundete zum Beispiel Thüringen, das Erzgebirge, die Toskana und Spanien und fuhr zu Cousinen nach Bremen und Sylt. „Am schönsten ist es aber in Wismar und an der Ostsee. Den Schickimicki von Westerland mag ich nicht.“ Bis zum Alter von 95 Jahren war die Hansestädterin übrigens auch noch auf dem Fahrrad unterwegs. „Das war mein Hobby.“ Und sie stickte viel.

 

nw

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