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Wismar/Grevesmühlen Arbeiten im geschützten Bereich

Nachfrage nach Arbeitsplätzen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Diakoniewerk steigt

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Nancy Koch (l.) arbeitet mit der neuen Software für Rechnungslenkung im Diakoniewerk. Das freut Werkstattleiterin Susan Röse.

Quelle: Annett Meinke

Wismar/Grevesmühlen. Wer Diakonie hört, denkt vor allen Dingen an Beschäftigungsangebote für Menschen mit geistiger Behinderung. Doch mittlerweile verzeichnet das Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg „eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitsplätzen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen“, sagt Geschäftsführerin Kirsten Balzer Als psychisch beeinträchtigt gelten Menschen, denen schwere psychische chronische Erkrankungen diagnostiziert wurden. „Diese Menschen wünschen sich häufig eine intellektuelle Herausforderung am Arbeitsplatz“, so Balzer. Gleichzeitig sind auch sie auf einen geschützten Rahmen angewiesen, brauchen Betreuung und Anleitung – wie zum Beispiel Nancy Koch (26).

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Nachfrage nach Arbeitsplätzen für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Diakoniewerk steigt

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Sie arbeitet seit zwei Jahren in der Werkstattgruppe Verwaltung der Diakonie. Diese Gruppe existiert erst seit 2013. „Zurzeit arbeiten 14 Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen gemeinsam mit den 20 Verwaltungsangestellten des Diakoniewerks“, erklärt Susan Röse von der Werkstatt-Leitung.

Nancy und ihre Werkstattkollegen erledigen Postein- und -ausgänge, arbeiten im Empfang oder in der Telefonzentrale. „Anfangs“, so Kirsten Balzer, „waren unsere Verwaltungsangestellten skeptisch, ob das Konzept Inklusion tatsächlich funktioniert. Doch inzwischen hat sich alles sehr gut eingespielt.“ So gut, dass die Werkstatt-Mitarbeiter nun noch anspruchsvollere Verwaltungsaufgaben übernehmen werden.

Ab heute läuft im Diakoniewerk die neue digitale Rechnungslenkung. Mehr als 500 Rechnungen pro Monat gehen bei der Diakonie ein. Zuvor wurden diese manuell bearbeitet. Über ein internes Postverfahren wurden die Rechnungen dann von der Verwaltung in die betroffenen Einrichtungen gesandt. Dort wurden sie bearbeitet und wieder in die Verwaltung zurückgeschickt. Mit dem neuen Programm können Rechnungen nun viel schneller bearbeitet werden. Außerdem ist jederzeit klar ersichtlich, welche Rechnungen noch offen sind. Auf diese Weise werden die betriebswirtschaftlichen Monatsabschlüsse des Diakoniewerks noch aussagekräftiger.

Bereits seit Mai laufen die Schulungen zur Anwendung der neuen Software für Verwaltungsangestellte und Werkstatt-Mitarbeiter. „Am Anfang war es schwer“, sagt Nancy Koch. „Ich musste lange üben.“ Zeitweise freut sich die 26-Jährige, „hingen sogar überall an der Wand die Arbeitschritte.“ Aufgeschrieben hat sie sich auch alles – damit sie nichts vergisst.

Jetzt kann Nancy Koch, wie einige ihrer Verwaltungs-Werkstatt-Kollegen, Eingangsrechnungen einscannen und prüfen. Anschließend ordnet sie die Rechnungen mit einer speziellen Software den entsprechenden Einrichtungen der Diakonie zu.

Angeleitet werden die Verwaltungshelfer von Gruppenleiterin Birglind Hartler. Sie ist auch die Schnittstelle zwischen Verwaltungs- und Werkstatt-Mitarbeitern. „Stress zum Beispiel“, erklärt Susan Röse, „ist etwas, womit Werkstatt-Mitarbeiter häufig schlecht zurechtkommen. Ihre Arbeitsleistungen sind oft auch von der Tagesform abhängig.“ Entsteht in einem Verwaltungsbereich, für den Werkstatt-Mitarbeiter zuständig sind, tatsächlich einmal ein Arbeitsstau, werden die Verwaltungsangestellten informiert und übernehmen.

„Mit der Einführung der neuen Software“, erklärt Kirsten Balzer, „finden modernes Management und soziale Arbeit auf erfolgreiche Art und Weise zusammen.“

Das Diakoniewerk sucht ständig nach weiteren Aufgaben und Betätigungsfeldern für seine Mitarbeiter. So zum Beispiel arbeiten einige der in der Werkstatt Beschäftigen in der Akten-Vernichtung.

„Aktenvernichtung war lange ein Kostenpunkt für die Diakonie“, so Röse. Nun wird auch das intern erledigt. Die von den Werkstattmitarbeitern geschredderten Akten bringen sogar noch Geld ein. „Die GER nimmt uns das Papier gegen ein kleines Entgelt ab“, so Röse. Vielleicht, hofft sie, auch ein Anreiz für Firmen aus der Umgegend, Werkstatt-Mitarbeiter der Diakonie zum Akten schreddern zu beschäftigen.

Annett Meinke

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