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Wismar Arbeitslosigkeit halbiert: „Jeder wird hier gebraucht“
Mecklenburg Wismar Arbeitslosigkeit halbiert: „Jeder wird hier gebraucht“
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00:00 17.03.2017
Wismar

Nordwestmecklenburg hat schon härtere Zeiten erlebt. Seit 2005 konnte die Arbeitslosigkeit mehr als halbiert werden: -54,5 Prozent. Im Durchschnitt waren im letzten Jahr 6362 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 509 weniger als im Vorjahr.

Jobcenter Nordwestmecklenburg will Langzeitarbeitslose vermitteln

Martin Greiner, Geschäftsführer des Jobcenters Nordwestmecklenburg, sprach gestern dennoch von einer Reihe von Herausforderungen für 2017: Jugendarbeitslosigkeit senken, Langzeitarbeitslose in Jobs vermitteln, Flüchtlinge integrieren, so einige Beispiele. Auch die Anzahl der Aufstocker ist trotz Einführung des Mindestlohns mit etwa 20 Prozent hoch.

Dennoch: „Die Botschaft an die jungen Leute aus der Region lautet: Jeder wird hier gebraucht“, sagte Guntram Sydow, Leiter der Agentur für Arbeit Schwerin. Die Arbeitslosenquote ist weiter rückläufig und lag durchschnittlich bei 7,7 Prozent. Mit 6,7 Prozent wurde der niedrigste Wert im Oktober verzeichnet, in Grevesmühlen und Gadebusch lag die Quote zum Teil bei fünf Prozent.

Karla Krüger, 2. Stellvertreterin der Landrätin, erwartet mit der Werft weitere „positive Effekte für Wismar und den gesamten Landkreis“. Das sieht Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) ähnlich.

Zusätzliche Jobs und Ausbildungsstellen würden auch von Unternehmen im Holzcluster geschaffen. Und trotzdem herrscht nicht nur eitel Sonnenschein. Beyer ist die Jugendarbeitslosigkeit in der Hansestadt zu hoch. Auch der „hohe Anteil an Langzeitarbeitslosen bereitet mir Sorgen. Hier sollte das Jobcenter weiter engagiert tätig werden. Mir ist klar, dass dies nur mit erheblichen zusätzlichen Eingliederungsmitteln und einer intensiven persönlichen Betreuung der Betroffenen einhergehen kann“, so der Bürgermeister.

Die Statistik führt für 2016 rund 9300 erwerbsfähige Leistungsbezieher auf. Davon sind drei Viertel Langzeitarbeitslose. Die meisten sind seit zwei Jahren ohne Job. Im Bundesvergleich eine hohe Zahl.

Hier, so Beyer, sind der Bund für die Finanzierung und der politische Wille gefragt. Denn kurzfristige Ansätze würden kaum helfen. Inzwischen reden Experten und Politiker von einem dritten Arbeitsmarkt für einfache Tätigkeiten in Unternehmen und Einrichtungen.

Nicht selten beginnen die Probleme in jungen Jahren. So sind 505 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, davon 335 beim Jobcenter und somit schon länger ohne Arbeit. Gegenüber 2015 hat sich die Anzahl der Jugendlichen unter 25 im Jobcenter – bedingt durch die Zuwanderung – um 17 Personen erhöht. Martin Greiner: „Hier gilt es einerseits eine anbahnende Verfestigung zu bekämpfen und andererseits Wege in Ausbildung und Qualifizierung zu ermöglichen.“

Positiv für den Landkreis ist, dass sich die geringere Arbeitslosigkeit vorteilhaft auf den Haushalt auswirkt. Die Kosten für Unterkunft und Heizung wurden 2016 mit 27,3 Millionen Euro veranschlagt.

Unterm Strich wurde gut über eine Million Euro gespart.

Heiko Hoffmann

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