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„Atalanta“ für neue Saison aufgetakelt

Wismar „Atalanta“ für neue Saison aufgetakelt

Wismars ältester Traditionssegler nimmt Kurs auf Jubiläumsjahr / Die Besatzung feiert den 115. Geburtstag des Schiffes

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Viele Hände machen dem Auftakeln ein schnelles Ende. Blick aus der Kranperspektive auf das „Atalanta“-Deck. Action herrscht auch beim Segelanschlagen im Bereich des Klüverbaums. Fotos (7): Hans-Joachim Zeigert

Wismar. Wismars ältester Traditionssegler „Atalanta“ ist am Sonnabend aufgetakelt worden und nimmt nun Kurs auf das 115. Jubiläumsjahr. Wie bei jedem Wetter, diesmal angenehm trocken, etwas kühl, aber sonnig, nahm jeder der mehr als 40 aus allen Himmelsrichtungen angereisten Fördervereinsmitglieder seinen Platz in den Wanten, Masten und an Deck ein.

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Wismars ältester Traditionssegler nimmt Kurs auf Jubiläumsjahr / Die Besatzung feiert den 115. Geburtstag des Schiffes

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Vom Wetter verwöhnt sind die Akteure nicht gerade beim inzwischen 16. Auftakeln. Doch die Vorfreude, dass es mit diesem geschichtsträchtigen einstigen Lotsenschoner von 1901 schon sehr bald wieder auf See geht und der Wille aller, stetig etwas für dessen Erhalt zu tun, trotzte bisher gar Sturm und Regen.

„Ich lernte die ,Atalanta‘ erstmals während der Kieler Woche kennen, heuerte dort an und bin inzwischen seit sechs Jahren dort Crewmitglied", machte Angelika Fischer aus ihrer Sympathie für den betagten Schoner keinen Hehl. Deshalb ist ihr für dieses Erlebnis der Weg von Kiel bis nach Wismar nie zu weit. Das sieht auch Gitti Träger vom Vereinsvorstand nicht anders. „Ich liebe dieses Schiff“, sagte sie.

Bereits 2001 während des ersten Hanse Sail-Auftrittes war sie vom „Atalanta“-Bazillus „infiziert“. Beide sehen zudem das Bordklima, das angenehme gemeinschaftliche Handeln, die Kameradschaft und Herzlichkeit untereinander als prägendes Element, sich für diese betagte Lady unter Segeln zu engagieren.

Dienstältester an Bord mit stolzen 80 Jahren ist der Wismarer Arzt im Ruhestand und Zeesenbootsegler Dr. Georg Grahlmann. Zwölf Jahre lang organisierte er mit dem verliehenen Ehrentitel „Oberbootsmann“ alle Außenarbeiten am Schiff. „Jetzt bin ich aus Altersgründen nur noch der Mann vor dem Mast“, scherzt er mit einem Lächeln. Tatsächlich ist sein Fachwissen weiterhin gefragt, nicht zuletzt als gestandener Mediziner bei vorbeugenden Belehrungen und Übungen.

Überhaupt steht das Crewtraining jetzt für alle sicherheitsrelevanten Eventualitäten zum Saisonstart besonders im Vordergrund. „Deshalb steuern wir am 21. April für vier Tage das AFZ in Marienehe an, wo unsere Besatzungsmitglieder eine umfangreiche Ausbildung erhalten“, unterstreicht Lutz Sünkeler, einer der „Atalanta“-Kapitäne und stellvertretender Vereinsvorsitzender. „Ein unabdingbares Muss, wenn das Schiff immer wieder mit Gästen, Kindern und Jugendlichen unterwegs ist“, betont gleichsam Peter Schurbaum. Der Vereinsvorsitzende bilanziert zudem ein gesundes Verhältnis zwischen den derzeit 200 Fördervereinsmitgliedern, von denen 70 der aktiven Besatzung angehören.

Nach der sechsjährigen Generalüberholung hat der Schoner seit 2001 im inzwischen 15. Einsatzjahr etwa 60 000 Seemeilen zurückgelegt bei nach wie vor sehr guten Erhaltungsgrad des Schiffes. Also Grund genug, diesen Umstand mit einer Seglerparty zu würdigen und damit der Besatzung, Freunden und Sponsoren der „Atalanta“ für das bisherige Engagement zu danken. Dafür ist bereits am 11. Juni die Markthalle am Alten Hafen gebucht.

Von Hans-Joachim Zeigert

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