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Wismar Auf die Spitze getrieben
Mecklenburg Wismar Auf die Spitze getrieben
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16:57 15.05.2018
Die Dachdecker Gerd Plump (l.) und Peter Jerominski verlöten die Kartuschen für die Kugel des Vierungsturms der Kirche in Neukloster. Sie enthalten verschiedene Zeitzeugnisse, unter anderem eine OSTSEE-ZEITUNG und einen USB-Stick mit Fotos. Quelle: Sylvia Kartheuser
Neukloster

Der Vierungsturm der Kirche in Neukloster hat wieder eine Spitze. Die Dachdecker haben die mit einer Zeitkapsel gefüllten und von einem Kreuz bekrönten Kupferkugel am Dienstag aufgesetzt. „Das ist schon ein ganz besonderer Moment“, sagte Pastor Jens Krause. Das sei ein kleines Richtfest. „Gefeiert wird ja, wenn der höchste Punkt eines Gebäudes fertig ist.“ Und bei 41 Meter über dem Erdboden ist das nun mal der kleine Turm über dem Gewölbe, an dem die vier Bauteile Hauptschiff, Chor und die beiden Querschiffe der Kirche aufeinandertreffen.

Der Vierungsturm der Kirche St. Maria im Sonnenkamp in Neukloster trägt wieder Kugel und Kreuz. Die kupferne Kugel enthält zudem zwei Zeitkapseln für die Nachwelt. Sie enthalten Zeitungen, Namenslisten und etwas Geld: DDR-Mark, D-Mark und Euro.

Dass der Turm noch stand, war ein Wunder

Durch das Aufsetzen der Spitze ist die Sanierung des ersten Bauabschnitts so gut wie abgeschlossen. Es fehlt nur noch das Kupferblech am unteren Teil des Vierungsturms. Begonnen hatten die Arbeiten voriges Jahr im August. „Erst nachdem wir die im zweiten Weltkrieg stark zerschossene Blechbekleidung abgenommen hatten, haben wir gesehen, wie stark der Turm tatsächlich beschädigt war“, sagte Jens-Werner Gerullat, Inhaber einer Dachdeckerfirma in Laage. Es sei ein Wunder gewesen, dass er überhaupt noch gestanden habe.

Arbeiten für Mutige

„Die Sicherung war schon eine Herausforderung“, erklärte Gerullat, dessen Großvater die Dachdeckerfirma gegründet hat. Anfangs hätten aus Sicherheitsgründen immer nur zwei Mann auf den Turm gedurft. „Und ich habe sie jedes Mal gefragt, ob sie sich das zutrauen“, so Jens-Werner Gerullat. Die Zimmerleute trauten sich. Jetzt hat der Turm neues Gebälk und steht wieder sicher.

„600 000 Euro hatten wir für die Sanierung zur Verfügung – und der größte Teil wurde für die Sanierung des Turmes gebraucht“, sagte Jens Krause. Das Geld kam zusammen aus Bundes- und Patronatsmitteln, von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler (KiBa), der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde Neukloster.

Historische Namensliste

Bei der Sanierung stießen die Handwerker auf eine geheimnisvolle Kartusche, die ein Blatt Papier mit einer Namensliste enthielt. Es waren die Namen von Handwerkern, die 1868 an der Turmsanierung mitgearbeitet hatten.Die Liste ist das einzige Dokument, das der Turm all die Jahrzehnte bewahrt hat. Wenn nach etlichen Jahrzehnten – „ich hörte auch von 100 und sogar 200 Jahren“, so Krause – Handwerker für Arbeiten an dem Türmchen die Kugel wieder abnehmen müssen, werden sie darin zwei Zeitkapseln finden. Sie enthalten je ein Exemplar der OSTSEE-ZEITUNG und der Kirchenzeitung, zwei Gemeindebriefe, Namenslisten von Kindern der Grundschule und von den Klosterkindern sowie eine Anwesenheitsliste der Stadtvertreter vom Vorabend.

USB-Stick für die Zeitkapsel

Eine der Zeitkapseln enthält auch etwas Geld. Es sind die Währungen, mit denen in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren gezahlt wurde: DDR-Mark, D-Mark und Euro. Und noch etwas kommt in die Zeitkapsel: ein USB-Stick mit Bildern von Neukloster und der Sanierung. Jens Krause schmunzelte und erklärte: „Damit das Ganze perfekt wird. Wenn jemand die Kapsel in 100 Jahren öffnet und sich über den Stick wundert, wird es ganz sicher in einem Museum ein Gerät geben, das ihn noch auslesen kann – und dann sieht derjenige unser Neukloster von heute.“

Kartheuser Sylvia

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