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Aufmaß nehmen im Schweriner Schloss

Schwerin/Wismar Aufmaß nehmen im Schweriner Schloss

Studierende der Hochschule Wismar haben in dieser Woche Dächer bekannter Schweriner Gebäude vermessen. Eine Gruppe durfte in die goldene Kuppel des Schlosses.

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Professor Arnd Hennemeyer mit den Studenntinnen der Innenarchitektur bzw. Architektur Taliska Viehweg, Lea Becker, Celine Richter und Sarah Hesse (v.l.) in der goldenen Kuppel des Schweriner Schlosses.

Quelle: Nicole Buchmann

Schwerin/Wismar. Klemmbrett, Zeichenblatt, Fotokamera, ein Mäppchen voller Bleistifte, Zollstock und Lasermessgerät - das ist, was Studentinnen der Hochschule Wismar in dieser Woche gebraucht haben, um ihre Aufgabe in der Landeshauptstadt Schwerin lösen. Und die hatte es in sich.

Celine Richter, Taliska Viehweg, Lea Becker und Sarah Hesse sollten die Goldene Kuppel im Schweriner Schloss aufmessen. Jede Kante, jeder Sockel, die gusseiserne Tragkonstruktionen von Zwischendecke und Kuppel, die Wendeltreppe will gezeichnet werden. „Eine alte Scheune habe ich mal aufgemessen - aber so etwas Kompliziertes noch nicht“, sagt Sarah Hesse. Ihr kommen noch am ehesten Ideen, wie den ungleichmäßigen Säulen, Fenstern oder Trägern mit Zollstock beizukommen ist.

Aller Anfang ist schwer

Auf dem Tisch im zugigen Freiluftbüro liegen zwei Rollen Garn - rot und grün - für jeweils ein horizontales und ein vertikales Lot. „Gleich möglichst dreidimensional denken“, rät Arnd Hennemeyer, Professor für Welterbestudien, den Studentinnen der Innenarchitektur und Architektur. Die jungen Frauen nicken. „Ein Aufmaß zu nehmen, ist später im Job Alltag, aber leider lernen wir das im Studium nicht“, sagt Sarah Hesse. „Deshalb nehme ich an dieser Exkursion teil - um diese Lücke zu schließen.“

Und was gibt es nicht alles zu bedenken. Welchen Maßstab sollen die Studentinnen wählen, damit am Ende auch die gesamte Kuppel aufs A3-Blatt passt? Wie das Lot fällen, wenn doch die Treppe genau durch den Mittelpunkt nach oben führt? Wie das Tragwerk der Zwischendecke vermessen, wenn ein Gerüst zum Hochsteigen fehlt?

Welterbe-Experte schwärmt fürs Schloss

Hennemeyer hält sich zurück. Lässt die Studentinnen überlegen und schwärmt vom Schweriner Schloss. Der Welterbe-Experte ist fasziniert - vor allem davon, wie die Architektur der verschiedenen Epochen sowohl miteinander als auch mit der Zeitgeschichte in einen Dialog tritt, wie er sagt. „So etwas ist sonst kaum an einem Bauwerk abzulesen. Das qualifiziert das Schloss auch für den Status Weltkulturerbe“, sagt Hennemeyer.

Unterdessen haben die Studentinnen ihre Überlegungen abgeschlossen. Lea Becker legt den Zollstock an - Kante für Kante. Ruft das Maß hinüber zu Sarah Hesse. Die bringt die Zahlen säuberlich zu Papier. Dann ist die Deckenkonstruktion an der Reihe. Das Lasermessgerät muss ran. Doch bis der rote Punkt dort sitzt, wo er sitzen soll, hüpft er wie ein aufgeregtes Glühwürmchen über das Gestein. Dann endlich: Knopf drücken und die Entfernung vom Laserausgang bis zur Decke auf dem Display ablesen.

Zeichnungen wichtig für Forschung

Fast eine Woche waren die Studentinnen und Studenten mit Hennemeyer in Schwerin unterwegs. Neben der Kuppel und einzelnen Sälen im Schloss nahmen sie Maß vom Dach des Theaters, von dem der Paulskirche. Was Hennemeyer damit anfängt? „Wenn die Aufmaße gut gelingen, können sie einfließen in die Bewerbung Schwerins um Aufnahme ins Weltkulturerbe.“ In jedem Fall will Hennemeyer die maßstabsgetreuen Zeichnungen für seine weitere Forschung über die Baugeschichte Schwerins nutzen.

Nicole Buchmann

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