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Wismar Augenzeuge: „Bekomme die Bilder nicht aus dem Kopf“
Mecklenburg Wismar Augenzeuge: „Bekomme die Bilder nicht aus dem Kopf“
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06:50 12.12.2017
Am Bahnhof Wismar sind am Sonntagmorgen gegen 2.15 Uhr zwei junge Männer durch einen Stromschlag ums Leben gekommen. Quelle: Sylvia Kartheuser
Wismar

Manche Punkte des tödlichen Dramas am Wismarer Bahnhof vom Sonntag werden wohl immer im Dunkeln bleiben. Zum Beispiel die Frage nach dem Motiv. Warum sind die beiden 20-jährigen Polen auf die abgestellte Lok geklettert, wo sie durch einen Stromschlag getötet wurden? „Es wären Spekulationen, die nichts bringen“, sagt Frank Schmoll, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Rostock.

Offensichtlich hatte zumindest einer der beiden Leiharbeiter die Gefahr eines Stromschlags durch das Oberleitungskabel unterschätzt, das bis zu 15 000 Volt Spannung haben kann. „So weit wir wissen, ist wohl einer der jungen Männer auf die Lok geklettert und erlitt dort einen Stromschlag. Sein Kumpel wollte ihm wohl helfen und griff nach seiner Hand“, erklärt Frank Schmoll. Die Hilfsbereitschaft endete für den zweiten 20-Jährigen ebenfalls tödlich.

Anwohner sieht einen Lichtblitz

Facebook-Nutzer Christoph Thiele hat den Unfall gesehen. Er schreibt: „Habe das live mitbekommen, bekomme die Bilder nicht mehr aus dem Kopf.“ Und Frank Schmoll von der Bundespolizei erklärt, dass ein Anwohner einen Lichtblitz gesehen und daraufhin Polizei und Rettungsdienst benachrichtigt habe. „Dass am Bahnhof etwas passiert war, haben zwei weitere Augenzeugen bestätigt.“

Seit 2012 etwa 80 Unfälle durch Klettern auf Waggons und Strommasten

Trotz Hinweisschilder und gesetzlicher Regelungen würde es bei der Bahn immer wieder zu schweren Unfällen kommen, teilt die Deutsche Bahn auf Anfrage mit. „Auch die Kolleginnen und Kollegen der DB AG sind bestürzt über den Vorfall in Wismar“, sagt Pressesprecher Burkhard Ahlert. Doch leider ließen sich die Gleise nicht komplett abriegeln. Die Bahn prüfe dennoch, wenn es für die allgemeine Verkehrssicherungspflicht erforderlich ist, welche Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden können. Trotz aller Maßnahmen hätten sich seit 2012 hunderte Unfälle durch unerlaubtes Betreten von Gleisen ereignet. Durch das Klettern auf Waggons oder Strommasten hat es laut dem DB-Pressesprecher im gleichen Zeitraum zudem etwa 80 Unfälle gegeben.

OZ

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