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Ausflug zu Schlössern und Gutshäusern

Gamehl Ausflug zu Schlössern und Gutshäusern

Das Schloss Gamehl beteiligt sich in diesem Jahr an der 9. Mittsommer-Remise

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Das Schloss Gamehl mit Hotel und Restaurant. Das Haus beteiligt sich am kommenden Sonnabend gemeinsam mit mehr als 50 Gutshäusern und Schlössern an der „MittsommerRemise 2016“.

Quelle: Jens Büttner

Gamehl. /Kaarz. Pinkes Dekor an der Suitewand, grünes Design auf dem Himmelbett – wer im Schlosshotel Kaarz (Ludwigslust-Parchim) nächtigt, den empfängt im alten Gemäuer eine hochmoderne Inneneinrichtung. Das einstige Herrenhaus, im 19. Jahrhundert als Rittergut im Besitz der Familie von Bülow, ist eines von sechs Gutshäusern und Schlössern in der Region „Sternberger Seenlandschaft“, die erstmals an der „9. Mittsommer-Remise“ am kommenden Samstag teilnehmen.

Insgesamt beteiligen sich 58 Anwesen, darunter kleine wie das Schloss Gamehl (Nordwestmecklenburg), das Renaissance-Wasserschloss Quilow (Vorpommern-Greifswald), das frisch sanierte Schloss Kummerow und erstmals auch Schloss Ivenack (beide Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). „Wer als Gast durch Mecklenburg-Vorpommern reist, der sieht viele Backstein-Kirchen und viel Strand“, sagt Robert Uhde, Organisator der Mittsommer-Remise. „Wir wollen das Licht auf die wunderschönen, historischen Häuser im Landesinneren und die Menschen, die sich um sie kümmern, werfen.“ Er nennt die Veranstaltung „Kulturgut-Festival, mit dem ein Stück Geschichte“ getragen werde.

Landesweit gibt es rund 1500 Gutsensemble aus den vergangenen Jahrhunderten. 1080 davon seien denkmalgeschützt, rund 320 saniert und würden touristisch genutzt, erklärt Manfred Achtenhagen, Vorsitzender des Vereins Schlösser, Guts- und Herrenhäuser MV. Der Rest verfalle. Er selbst habe 1998 das Gutshaus Ludorf als zerfallenes Haus gekauft, eineinhalb Jahre lange zum anerkannten „Romantikhotel“ mit 27 Zimmern herausgeputzt. „Ein solches Haus muss man lieben, denn wirtschaftlich ist es Unsinn“, sagt der Hotelbesitzer. „So wenige Zimmer und im Winter müssen wir schließen, weil nur ein, zwei Gäste buchen.“

Achtenhagen wünscht sich vom Tourismusverband mehr Werbung für eine Auszeit in Guts- und Schlosshotels, statt für „Urlaub auf dem Land – auf dem Bauernhof“. „Historisch betrachtet, ist das Quatsch: Auf dem Land gab es keine Bauernhöfe, das waren die Gutshäuser, die wir heute bewirtschaften.“ Die Inhaber von Schlosshotels würden sich mittlerweile „kannibalisieren“, weil es nicht genug Touristen für sie gebe.

Auch Dagmar von Stralendorff-von Wallis, Gutshausherrin auf Schloss Gamehl, kennt das: Die Liebe zum Haus aus Familienbesitz von 1860 und der Kampf um jeden Gast. Denn, so rechnet sie vor, nach Abzug aller Personal- und Sachkosten bleibe fast nichts übrig. Die Juristin aus Berlin hatte mit ihrem Mann 1990 eine Ruine gekauft und ein Hotel mit 19 stilvoll eingerichteten Zimmer daraus gemacht.

Der Landestourismusverband schätze sehr die Initiative aller Privateigentümer, auch die Veranstaltungen „Mittsommer-Remise“ sowie den „Schlösserherbst“ von September bis November.

Schloss Gamehl

Das Gut Gamehl war seit 1387 Eigentum der Familie von Stralendorff. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das alte Herrenhaus abgerissen. Nur eine Inschriftenplatte und eine Wappentafel aus dem 18. Jahrhundert sind erhalten geblieben und an der Rückfront des jetzigen Herrenhauses zu sehen.

Franz von Stralendorff (1805-1883) ließ im Jahr 1860 das jetzige repräsentative Herrenhaus errichten. Dieses neogotische Gebäude entwarf der aus Wismar stammende Architekt Heinrich Thormann.

Bis 1945 blieb Schloss Gamehl Sitz der Familie von Stralendorff. Letzter Schlossherr war Joachim von Stralendorff, er wurde mit der Bodenreform enteignet. Danach wurde es als Unterkunft für Flüchtlinge, als Konsum und als Kindergarten genutzt. Im Jahre 2000 wurde das Schloss von Dagmar von Stralendorff wieder erworben. Das Gebäude wurde in mehrjähriger aufwändiger Arbeit restauriert und im Jahr 2008 als Hotel eröffnet.

Jana Schulze

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