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Ausstellung zeigt Arbeiten von Ansgar Nierhoff

Wismar Ausstellung zeigt Arbeiten von Ansgar Nierhoff

Bis zum 21. Mai sind Arbeiten des bekannten Stahlbildhauers im Baumhaus im Alten Hafen zu sehen. Der Name Ansgar Nierhoff (1941-2010) sollte dem kunstinteressierten Wismarer ein Begriff sein. Die große Metallkugel vor dem St.-Marien-Kirchturm stammt aus seiner Werkstatt.

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Die minimalistische Kunst von Ansgar Nierhoff (verstorben 2010) ist derzeit im Wismarer Baumhaus zu sehen.

Wismar. Der Name Ansgar Nierhoff (1941-2010) könnte dem kunstinteressierten Wismarer ein Begriff sein. Die große Metallkugel vor dem St.-Marien-Kirchturm stammt aus der Werkstatt des bekannten Bildhauers. „Die Kugel sollte dort liegen, als hätte ein Riese mit ihr gespielt“, erklärt Nierhoff-Freund und Wegbegleiter Christian Pricelius.

Spätestens mit der aktuellen Ausstellung im Baumhaus wird die große Metallkugel zusammen mit dem Namen Nierhoff wieder ins Bewusstsein der Wismarer rücken. „Papier + Stahl“ ist die große Schau in der Galerie überschrieben. Der Stahl kommt von Nierhoff. Nierhoff gilt als einer der bedeutendsten Stahlbildhauer in Deutschland, in vielen Städten sind die Arbeiten vertreten.

Die Kugel vor St. Marien

Wismar hat er die Kugel und zwei „Streckungen“ am Mühlengraben hinterlassen – minimalistische Arbeiten. Gerade die beiden „Streckungen“ am künstlichen Flusslauf muss der Betrachter suchen, trotz ihrer Größe. Sie fügen sich ins Bild ein – auch das war ein Prinzip der Kunst von Ansgar Nierhoff. Im Baumhaus sind einige seiner Arbeiten ausgestellt und zeigen ganz eindrucksvoll, wie stark dieses Minimalistische wirken kann. Der Künstler verstärkte beispielsweise seine eigenen Ausstellungskataloge mit Stahlformen. Die Kataloge selbst werden so zum Teil der Kunst, sind eingerahmt vom Metall und im Zweifelsfall nicht mehr als Katalog nutzbar. Aus einem Katalog erwächst eine kleine Stahlkugel – so uneben, so polygen wie ihr großes Pendant vor St. Marien. „Die Metallkugel muss 24 Stunden geglüht haben, dann wird sie mit einem besonderen Hammer in einer Maschine bearbeitet“, erklärte die Witwe des Künstlers, Gisela Nierhoff. Im Baumhaus zeigt ein kleiner Film den Arbeitsprozess des Formschmiedens der Stahlskulpturen.

Wiesler und Nierhoff

Aber auch das macht die Ausstellung deutlich: Ansgar Nierhoff hat der Kunstwelt mehr als „nur“ seinen Stahl, seine Kunst hinterlassen. Seine Grafik-Kassette „Bilderleben II. Hommage an Hermann Wiesler“ ist das, was den großen Teil der Ausstellungswände im Baumhaus angenehm füllt. „Ansgar hat Hermann Wiesler zwei Stahlkassetten gewidmet“, erklärt Christian Pricelius. Hermann Wiesler (1932-1999) war Professor für Kunstsoziologie und Ästhetik an der Berliner Hochschule der Künste – ein großer Mann in der deutschen Kunstszene und beispielsweise bekannt aus der Fernsehserie „1000 Meisterwerke“, redend oder schreibend hat er viele Künstler und ihre Werke begleitet.

Bilderleben I und II

Und Künstler wie Nierhoff haben Wiesler begleitet. Bereits 1992 erschien die Mappe „Bilderleben“. Namhafte Künstler stifteten Grafiken in der entsprechenden Auflage. Ansgar Nierhoff schuf die stilvollen Kassetten drum herum. Durch den Verkauf der Grafik-Kassetten konnte das Buch mit Texten Wieslers veröffentlicht werden.

Im Baumhaus sind nun die Werke von „Bilderleben II“ (2002) zu sehen, entstanden nach dem Tod Wieslers. An den Wänden hängen die Bilder der Kassette aus der Sammlung von Conny Konzack. Die Liste der beteiligten Künstler liest sich wie das „Who is Who“ der deutschen Kunst, angefangen mit Markus Lüpertz. 43 Originale hängen an den Wänden des Baumhauses und laden zur Auseinandersetzung mit der Vielalt der zeitgenössischen deutschen Kunst ein. Vielleicht lesend mit den Worten, die Hermann Wiesler jedem der Künstler gewidmet hat. Oder mit eigenen Worten und Gedanken.

Die Ausstellung ist bis zum 21. Mai zu sehen, täglich von 9 bis 17 Uhr.

Nicole Hollatz

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