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Bade-Atoll und Sauna-Insel in Wendorf

Wismar Bade-Atoll und Sauna-Insel in Wendorf

Studenten der Wismarer Hochschule haben Entwürfe fürs Strandleben gestaltet

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Wellness statt Hundeklo: Janina Kaul hat für den Wendorfer Strand eine Saunainsel geschaffen – auf drei Etagen.

Wismar. So viel sei vorweg gesagt: Ob die Ideen der Wismarer Studenten wirtschaftlich und auch rein technisch umsetzbar wären, sei dahingestellt. Aber: Sieben Innenarchitektur-Studenten der Hochschule Wismar hatten die Aufgabe, sich mit dem „Wendorfer Strandleben“ zu beschäftigen. Also zu überlegen, wie der derzeit stiefmütterlich behandelte und wenig wahrgenommene Strandabschnitt aufgewertet werden könnte. „Der Strand ist nicht optimal“, erklärt Philip Maaske (26 ). Und begründet das, was die Studenten in ihrer Strandanalyse herausgefunden haben und was jeder Wendorfer weiß: Der Strandabschnitt liegt den größten Teil des Tages im Schatten, und das Wasser ist eutroph – mitunter gut für die Flora und Fauna, aber unangenehm und schlammig für Badegäste.

OZ-Bild

Studenten der Wismarer Hochschule haben Entwürfe fürs Strandleben gestaltet

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Wie haben die Studenten in ihren Abschlussarbeiten reagiert? Sie haben Bade-Inseln geschaffen! Das, was Schiffszimmer-Meister Johann Carl Hammer (1782-1857) bereits nach 1821 für die Wendorfer und Wismarer mit seinem Badeschiff machte, haben sie aufgehübscht und neu durchdacht. Max Graupner hat ein „Bade-Atoll“ geschaffen mit Imbiss und Sonnendeck, ungedämmt in Ständerbauweise auf Schwimm-Pontons für den Einsatz im Sommer. Kritikpunkte zum Entwurf von den beiden betreuenden Professoren Nora Zimmermann und Achim Hack: Der Blick auf so hohe Wände könnte für die Wismarer außerhalb des Bade-Atolls nicht ästhetisch sein. Philipp Maaske hat nach dem Vorbild einer Pusteblume eine Bade- Plattform geschaffen, mit dem Land über einen 100 Meter langen Steg verbunden. Mit Wintergarten und einem künstlichen Strand, dazu einen „Infinity Pool“, also einen Pool am Außenrand der Anlage, der optisch mit der Ostsee „verschwimmt“.

Gina Weser verbindet eine sichelförmige „Bade-Insel“ mit der Seebrücke und dem Festland. Janina Kaul hat eine ganze Sauna-Insel geschaffen – auf drei Etagen. „Die Umkleiden sind unter Wasser mit Bullaugen und Blick in die Ostsee“, erklärt sie. Jede ihrer Saunen ist anders gestaltet und bietet mit Glasfassaden interessante Aus- und bestimmt auch Einblicke.

Judith Kleibl hat eine ganze „Stadt auf dem Wasser“ gestaltet – über Stege sind Bar, Bade-Plattformen, Wasserrutschen und beispielsweise ein Kajak-Verleih miteinander verbunden.

Ganz anders die Idee von Philipp Gustke (23). Er setzt kleine Häuschen in das Wendorfer Wasser. Jedes mit der grundlegenden Logistik wie Ofen, Kochnische und Toilette sowie einem großen Raum für einen Stuhl und den Blick aufs Meer. „Ein Rückzugsort zum Erleben der Ostsee, ein Utkiek“, erklärt der Student. Eine Idee für Männer, die von zwei, drei Tagen Einsamkeit träumen? Oder für Schriftsteller, der die Ruhe für den nächsten Bestseller braucht. Oder für die Frau aus der Großstadt, die mit Blick auf die Wismarer Ostsee meditieren will? „Eine Art Pförtner an Land bringt mit dem Boot Lebensmittel und Feuerholz“, so der Innenarchitekt über seine Idee.

Zurück zur Natur heißt es auch im Entwurf von Madleen Fleischer mit ihrem „Küstenwald-Kindergarten“ mit interessant gestalteten Kugel-Elementen im Wald, am Strand und im Wasser für die Kinder eines solchen Naturkindergartens. Für die Studenten war das jeweils ihre Abschlussarbeit im Rahmen des Bachelor-Studiengangs Innenarchitektur. Bestanden, das darf verraten werden, haben sie alle.

Von den studentischen Ideen und Entwürfen zu dem konkret Machbaren: Am 25. Februar lädt die Bürgerinitiative „Wendorfer Strandbelebung“ zum vierten Subbotnik ein, ab 9.30 Uhr bis circa 14

Uhr treffen sich am Strand Ehrenamtler, Engagierte und Wendorfer, um gemeinsam der Schäden nach Hochwasser und Winterstürmen Herr zu werden.

1821 wurde in Wendorf ein Badeschiff erbaut. Die Idee dafür hatte Johann Carl Hammer. Das Badeschiff erhob Wendorf zum Seebad. Es war ein Prahm, 20 Meter lang und sieben Meter breit. Der Abstieg ins seichte Ostseewasser kostete bei 40 Minuten Badezeit sechs Schilling, ein warmes Bad zwölf Schilling, ein wohltuendes Schwefel- oder Kräuterbad 16 Schilling. Nach dem Bade traf man sich auf dem Oberdeck zur Erholung bei frischer Seeluft.

1850 wurde das Schiff abgewrackt, alle verwertbaren Teile versteigert. Hintergrund war, dass dem Badeschiff die Gäste fehlten.

Die Menschen zogen es mittlerweile vor, an den freien Stränden vor Poel oder Boltenhagen zu

baden.

Nicole Hollatz

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