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Bäcker knetet Teig mit Jugendlichen

Wismar Bäcker knetet Teig mit Jugendlichen

Konfirmanden lernen im Handwerksbetrieb Tilsen den Wert von Lebensmitteln und Arbeit kennen

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Bäckermeister Klaus Tilsen (l.) zeigt den Siebtklässlern, die in einigen Monaten konfirmiert werden sollen, wie der Teig zu Broten geformt wird. Die Jugendlichen hatten viel Spaß bei der Arbeit in der Wismarer Backstube.

Quelle: Fotos: Privat/norbert Wiaterek

Wismar. Eine anstrengende, aber auch interessante Arbeit: Siebtklässler kneteten in der Backstube von Klaus Tilsen in Wismar Teig, teilten ihn per Hand, brachten ihn in Form und streuten zerkleinerte Maiskörner über die weiche Masse. Bevor die Laibe in den Ofen geschoben wurden, ritzten die Vorkonfirmanden noch Kreuze in den frischen Teig. Die Brote wurden bei den Gottesdiensten zum Erntedankfest der Wismarer Kirchengemeinden St. Nikolai, Heiligen Geist sowie St. Marien/St. Georgen verkauft. Der Erlös in Höhe von etwa 420 Euro ging an „Brot für die Welt“.

OZ-Bild

Konfirmanden lernen im Handwerksbetrieb Tilsen den Wert von Lebensmitteln und Arbeit kennen

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Die zweite Runde der Aktion „5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ findet noch bis zum ersten Advent in mehreren Orten in Deutschland statt. In Wismar waren unter der Leitung der Pastoren Roger Thomas und Thorsten Markert jetzt erstmals junge Leute dabei. Jugendliche sowie sechs Teamer, also Gruppenleiter, hatten sich bei einer Freizeit auf die Aktion vorbereitet. 23 Vorkonfirmanden werkelten anschließend in der Backstube von Klaus Tilsen.

„Ein echt gutes Projekt mit klarer Botschaft: Nicht nur der Umgang mit Lebensmitteln wird thematisiert, sondern auch der Wert von Arbeit und die Gerechtigkeit“, lobte Roger Thomas. Nicht zuletzt sei die Kooperation von Kirchengemeinden und dem lokalen Handwerk hervorzuheben. „Wichtig ist es, dass die Jugendlichen sehen, wie es in einer Backstube zugeht, wie anspruchsvoll und wichtig diese Tätigkeit ist. Und dass sie Respekt vor der Arbeit kriegen. Die zukünftigen Konfirmanden waren sehr aufmerksam und fanden ihren Job cool“, berichtete der Pastor.

Klaus Tilsen (58), Obermeister der Bäckerinnung Nordwestmecklenburg, und seine Tochter Christin (33) zeigten den Schülern die einzelnen Arbeitsschritte in der Backstube. „Ich unterstütze die Aktion ,5000 Brote’ gern“, sagte der Backprofi aus Wismar. „Brot für die Welt“ mache darauf aufmerksam, dass viele Menschen nicht genügend Lebensmittel haben, dafür aber anderswo verschwenderisch mit Nahrung umgegangen werde. „Außerdem zeige ich jungen Menschen meine Arbeit und kann sie so eventuell ermutigen, einen Handwerksberuf zu erlernen“, erklärte Klaus Tilsen. „Schüler haben ja meist keinen Einblick, was hinter den Handwerksberufen steckt.“

Auf die zukünftigen Konfirmanden wartet nun bereits eine neue Aufgabe: Sie bereiten Krippenspiele vor, die am 24. Dezember in St. Nikolai und in der Neuen Kirche aufgeführt werden sollen.

„Zunächst lesen die jungen Leute in der Bibel, dann entwickeln sie die Stücke. Es gibt keine vorgefertigten Texte. Die Jugendlichen bringen eigene Gedanken ein und haben Freude an der Aktualisierung, also daran, die biblischen Texte in die heutige Zeit zu transportieren“, erläuterte Pastor Thomas, der auf die Ergebnisse gespannt ist.

20 Hauptkonfirmanden aus den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Wismar sowie aus der Kirchengemeinde Proseken beteiligten sich übrigens auch an einem anderen Projekt. Bei „Marmelade für alle“ geht es ebenfalls darum, ein Bewusstsein für die Bedeutung und den Wert von Lebensmitteln zu schaffen. In einer Zeit, in der in Europa mehr als die Hälfte aller Lebensmittel weggeworfen wird, soll die Kampagne zum Nachdenken anregen. Am Beispiel Marmelade erprobten die Jugendlichen einen kreativen Umgang mit Lebensmitteln.

Norbert Wiaterek

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