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„Balu und Du“ hilft Grundschulkindern

Wismar „Balu und Du“ hilft Grundschulkindern

Die Wismarer Stadtbibliothek sucht Tandempartner für das Projekt

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Ein guter Freund sein wie der „Balu“ für „Mogli“ im Dschungelbuch: Das ist Svenja (26) für ihre Nora (7), gemeinsam sind die beiden viel unterwegs, beispielsweise in der Stadtbibliothek. FOTOS (2): NICOLE HOLLATZ

Wismar. „Das passt schon“, sagen Nora (7) und Svenja (26), grinsen sich an und albern unterm Tisch mit den Füßen rum. Die beiden jungen Wismarer sind ein „Balu und Du“-Team in Wismar. In der Wismarer Stadtbibliothek treffen sie sich zum gemeinsamen Lesen. Nora geht in die zweite Klasse, sie weiß genau, wo ihre Lieblingsbücher in der Kinderbibliothek stehen.

„Svenja ist für mich wie eine große Schwester“, erzählt Nora. Verwandt sind die beiden nicht. Sie kennen sich seit fast einem Jahr dank des Projektes „Balu und Du“. Physiotherapeutin Svenja Bremer ist für Nora wie der große, beschützende Bär „Balu“ im Dschungelbuch, Nora ist „Mogli“, der mit Balus Hilfe groß und stark wird. Sie weiß, mit ihrem „Balu“ kann sie über alles reden. „,Balu und Du’ ist ein deutschlandweites ehrenamtliches Mentorenprogramm für Grundschulkinder im Alter von sechs bis zehn Jahren“, erklärt Katharina Mittmann, die das Projekt in der Region koordiniert.

Seit 2014 wird es über den Malteser Hilfsdienst auch in Wismar angeboten. Aber: in der Hansestadt fehlen derzeit geeignete „Balus“ als Tandempartner für die Kinder. „Man muss offen für Kinder sein, sollte noch keine eigenen und Zeit für das Ehrenamt haben“, erklärt Katharina Mittmann die persönlichen Voraussetzungen für das ungewöhnliche Ehrenamt. Svenja nimmt sich die Zeit – aus Überzeugung. „Ich habe vorher 40 Stunden die Woche gearbeitet, habe aber gemerkt, dass mir das nicht reicht“, erzählt sie. Sie hat ihre Wochenarbeitsstunden verkürzt und überlegt, was sie ehrenamtlich, als Ausgleich machen könnte. Da bekam sie den Flyer in die Hand. Das Projekt passte, auch persönlich. „Ich dachte immer, ich kann nicht gut mit Kindern“, sagt Svenja Bremer und schmunzelt.

Einfach so als „große Schwester“ oder „großer Bruder“ Freundschaft zu einem wildfremden Kind mitsamt seiner Familie schließen? Geht das? Noras Mutter kannte das Projekt bereits, da schon Noras ältere Schwester dabei mitgemacht hatte. Bei der ersten Begegnung auf dem Spielplatz fassten Mutter und Tochter schnell Vertrauen zu der jungen Physiotherapeutin, in ihren „Balu“. Und Svenja? „Nora hat mir geholfen, die Welt der Kinder zu verstehen.“

In der Regel sehen sich „Balu“ und „Mogli“ einmal pro Woche. Sie gehen zusammen auf den Spielplatz, zum Strand oder machen auch mal einen gemeinsamen Ausflug. Svenja Bremer hilft bei Schulaufgaben oder holt Nora auch mal vom Hort ab. Dafür erhält das Gespann im Monat zehn Euro Taschengeld, um beispielsweise den Eintritt für den Tierpark davon zu bezahlen. „Das macht Spaß“, erzählt Nora.

Persönlich gewachsen sind beide – Nora und Svenja – in dem einem Jahr. „Die ,Balus’ müssen ein erweitertes Führungszeugnis der Polizei vorlegen und werden ein Wochenende lang geschult. Zudem haben wir einmal im Monat ein Treffen aller ,Balus’, bei denen sie über Fragen oder Probleme sprechen können“, erklärt Katharina Mittmann.

Die Voraussetzungen

Moglis sind Kinder im Grundschulalter zwischen sechs und zehn Jahren. Ein Kind kann Mogli werden, wenn es von einem Lehrer oder Erzieher mit Einverständnis der Eltern für das Projekt vorgeschlagen wird, die Teilnahme ist kostenfrei.

Wer kann ein Balu werden? Junge, zuverlässige Menschen, die dem Kind Aufmerksamkeit schenken wollen und ein offenes Ohr haben, dazu einmal die Woche Zeit, um ihren Mogli außerschulisch zu begleiten und etwas zusammen zu unternehmen und neue, positive Erfahrungen zu ermöglichen. Einen pädagogischen Hintergrund beispielsweise müssen die Balus nicht haben. Sie sollten ungefähr zwischen 17 und 30 Jahre alt sein.

Das Projekt wird dank Spenden möglich gemacht. Das erweiterte Führungszeugnis gibt es für das Ehrenamtsprojekt kostenlos bei der Polizei.

Kontakt:

www.balu-und-du.de

Katharina Mittmann (☎ 03841/360 7416)

Nicole Hollatz

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