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Bauarbeiten dauern an: Mieter gefrustet

Wismar Bauarbeiten dauern an: Mieter gefrustet

Die „Union“ zeigt Verständnis für Ärger am Kagenmarkt / Plattenbau erhält sieben Aufzüge

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Das Mehrfamilienhaus in der Prof.-Frege-Straße 16 bis 28 erhält sieben Aufzüge, die von außen vormontiert werden. Die Bauarbeiten verzögern sich jedoch um mehrere Monate. Viele Mieter sind verärgert.

Wismar. Aufzüge, neue Hauseingangsportale, zusätzliche Balkone, frischer Fassadenanstrich – vieles wird besser im Haus in der Prof.-Frege-Straße 16 bis 28 am Kagenmarkt.

OZ-Bild

Die „Union“ zeigt Verständnis für Ärger am Kagenmarkt / Plattenbau erhält sieben Aufzüge

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„Niemand ist zufrieden mit der jetzigen Situation, aber es sollte nicht vergessen werden, dass wir mit der Maßnahme den Wünschen vieler Mieter nachkommen. Gunnar Schröder

Wohnungsgenossenschaft Union

„Das hier ist eine Katastrophe. Sie können sich nicht vorstellen, was man aushalten muss.Heide-Lore Siefke

Mieterin seit 44 Jahren

Doch die Zeit bis zur Fertigstellung verzögert sich um Monate. Mieter sind gefrustet, einige haben sich mit ihrem Ärger an die OZ gewandt. Sie bringen eine Reihe von Kritikpunkten vor: lange Bauzeit (statt Januar voraussichtlich Sommer), fehlende Fensterscheiben in den Fluren seit Februar (dadurch Kälte im Haus), schlechter provisorischer Gehweg hinter dem Haus (Unfallgefahr), keine Klingel, keine Hausnummer, weite Wege zu Briefkästen und Müllbehältern.

Heide-Lore Siefke wohnt seit 44 Jahren in dem Haus. Die Erstmieterin ist verärgert: „Das hier ist eine Katastrophe, keiner kümmert sich. Sie können sich nicht vorstellen, was man aushalten muss.“

20 Prozent Mietminderung seien ein Hohn. Die Klingel existiere seit Monaten nicht, „wenn wir Besuch bekommen, müssen wir den Schlüssel runterschmeißen“.

Der provisorische Gehweg hinter dem Haus sei in einem so schlechten Zustand, dass man leicht hinfallen könne. Dennoch sagt Heide-Lore Siefke: „Eigentlich wohnen wir gern hier, wir möchten auch wohnen bleiben. Die Aussicht ist so schön.“

Eine andere Frau – möchte ihren Namen nicht nennen – sucht eine andere Wohnung. Sie hat die Nase voll. Klingel und Gegensprechanlage fehlen seit Oktober 2016, die Mieter der vier Hausaufgänge 22 bis 28 gelangen durch einen Kellereingang hinter dem Haus zu ihren Wohnungen, auch die Mieter der drei anderen Aufgänge müssen durch einen Kellereingang. Der Behelfsweg sei in einem sehr schlechten Zustand, für Rollstuhlfahrer und Leute mit Rollator nicht geeignet. „Was ist, wenn der Rettungswagen kommen muss?“, fragt die langjährige Mieterin.

Wie die OZ berichtete, lässt die Wohnungsgenossenschaft „Union“ am Haus in der Prof.-Frege-Straße 16-28 (70 Wohnungen) sieben Fahrstühle von außen anbauen. „Bis zum Sommer wollen wir mit den Arbeiten durch sein“, sagt Union-Vorstandschef Axel Burmeister. Der Plattenbau aus den 1970er Jahren wurde um zehn Balkons ergänzt, sodass jetzt alle Wohnungen über einen solchen verfügen. Die Rückseite hat einen frischen Fassadenanstrich erhalten. Wenn die Aufzüge fertig sind, wird der Block auch vorn aufgehübscht.

Allerdings gab es erhebliche Schwierigkeiten beim Anbau der Aufzüge. Das hat zu enormen zeitlichen Verzögerungen geführt. Gunnar Schröder, Technik-Chef der Union, sagt zum Mieter-Ärger: „Der Frust über die verlängerte Bauzeit ist absolut nachvollziehbar.“ Auch die Union habe sich das anders gewünscht. Schröder erklärt: „Trotzdem haben wir stets alles dafür getan, die Nutzer umfassend mit einzubeziehen. Wir sind rund um die Uhr erreichbar und klären die aus dem Baugeschehen entstehenden Probleme gern direkt und umgehend.“ Den Technik-Chef freut, dass es „auch schon sehr viel positive Resonanz seitens unserer Mieter“ gegeben habe. Er beteuert, dass es im Vorfeld umfassende Informationen gab. Schröder: „Seit Baubeginn sind wir wöchentlich mehrfach am Objekt präsent, es gibt weiterhin feste Ansprechpartner und eine wöchentliche Mieterstunde vor Ort. Die leider notwendigen Terminverschiebungen sind ebenfalls bekanntgegeben worden.“

Die fehlenden Fensterscheiben in den Hausfluren seien technologisch bedingt, da das gesamte fassadenseitige Treppenhauselement im Rahmen der Aufzugsnachrüstung ausgetauscht wird. Nach Union-Angaben sind die Öffnungen geschützt gegen Witterungseinflüsse. Ein „offenes“ Treppenhaus habe es nie gegeben. Dem widersprechen jedoch Mieter. Die Montage der neuen Fensterelemente erfolgt gerade Stück für Stück. Außerdem bemühe sich die Union um die schnellstmögliche Wiederherstellung der Zugänglichkeit, einschließlich Briefkästen, Klingel- und Wechselsprechanlagen.

Aus Sicht der Union stellt der derzeitige Weg zum Haus keine Unfallgefahr dar. Die Rettungsleitstelle sei über die Zugänglichkeit und die Hausnummern informiert worden.

Abschließend sagt Gunnar Schröder: „Niemand ist zufrieden mit der jetzigen Situation, aber es sollte nicht vergessen werden, dass wir mit der Maßnahme den Wünschen vieler Mieter, gerade aus diesem Block, nachkommen. Dementsprechend überwiegt aus unserer Sicht eher die Vorfreude.“

Heiko Hoffmann

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