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Begegnungen im Leichenwärterhaus

Wismar Begegnungen im Leichenwärterhaus

Studenten präsentieren am „Tag des Friedhofs“ ihre Ideen für Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes

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In einer Kutsche, gezogen von den Pferden „Askan“ und „Gandi“ von einem Boltenhagener Hof, fahren Gäste über den Wismarer Friedhof.

Wismar. Ein gemütliches Café, persönliche Erinnerungsstücke in einem separaten Raum, Platz für Ausstellungen: Kreative des Master- Studiengangs Innenarchitektur an der Wismarer Hochschule stellten am „Tag des Friedhofs“ mit dem Motto „Raum für Erinnerung“ ihre Ideen für eine Nutzung des alten Leichenwärterhauses vor. In dem Gebäude auf dem Ostfriedhof in Wismar zeigten vier Studenten am Sonnabend mehrere Modelle und Skizzen für einen „Ort der Begegnungen“. Das Projekt hatten die Professoren Gerd Baron und Henning Schellhorn begleitet.

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Studenten präsentieren am „Tag des Friedhofs“ ihre Ideen für Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes

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Max Grieshaber kann sich ein Café im denkmalgeschützten Gebäude und einen ins Erdreich „eingegrabenen“ Neubau vorstellen. Eine langgezogene Rampe mit holzverschaltem Beton führt in einen Bereich für Ausstellungen, Lesungen und Trauerfeiern. Für diese Arbeit erhielt der 26-Jährige den DIA-Preis 2016 der Fakultät Gestaltung. Guanxiong Wu (34) aus China konzipierte einen Anbau mit Blick auf den Viereggenhöfer Teich – eine Mehrzweckhalle mit beweglichen Wänden für vielfältige Veranstaltungen sowie mit einem Meditationsraum. „Eine ruhige, würdige Atmosphäre“, lobte Professorin Annette Leyener von der Hochschule. Die Ukrainerin Olesia Kozlova (22) spricht sich für ein Kulturhaus mit Bibliothek, Ausstellungsraum, einem Saal für Vorträge und einem Café aus. Multifunktionale Möbel, auch in einem Erweiterungsbau, ermöglichen eine flexible Raumnutzung. „Si vivo – So wahr ich lebe“ nennt Anja Gaedcke ihre Arbeit mit einem Raum für die Geschichten der Menschen, die dann nicht mehr anonym sind, sowie mit einem Ort der Begegnung und des Austausches.

„Durch diese Arbeiten bekommt der Friedhof eine Dimension mehr: die Lebendigkeit. Ein ganz anderer Umgang mit dem Tod ist möglich. Man kann den Friedhof betreten, ohne einen Kloß im Hals zu haben“, meinte Gerd Baron. „Interessante Ideen“, lobte Karin Engelmann. „Ob sie umsetzbar sind?“ Nicht nur die ehemalige Friedhofsverwalterin hofft, dass das Leichenwärterhaus wieder zu neuem Leben erweckt wird.

Unter den vielen Gästen am „Tag des Friedhofs“, der erstmals am Leichenwärterhaus begangen wurde, war Dr. Karl-Heinz Junghans aus Rostock. Der 80-Jährige, dessen Vater Heinrich Junghans von 1945 bis 1965 Leiter des Volkseigenen Betriebes Gartenbau und Bestattungswesen sowie Friedhofsverwalter in Wismar war, wohnte mit seinen Eltern im Leichenwärterhaus. „Auf der Wiese vor dem Gebäude graste ein Schaf. Wenn ein Trauerzug vom Ost- zum Westfriedhof wollte, musste ich das Tier schnell wegbringen, was nicht immer einfach war“, erinnerte sich der einstige Lehrer.

Beliebt waren am Sonnabend die Führungen zu Kapellen und die Mitmach-Aktionen. Während die Big Band der Musikschule Wismar flotte Melodien spielte, beschäftigten sich Erwachsene und Kinder mit Origami oder mit der Steinbearbeitung. Bestatter und Friedhofsgärtner beantworteten Fragen ebenso wie die Vertreter des Hospizdienstes, der evangelischen Kirche, vom Hospiz Schloss Bernstorf, des Seniorenbeirates, des Pflegestützpunktes, des Friedhofsvereins und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Michael Berkhahn (CDU) kündigte die Planung und Erarbeitung eines Konzeptes für den 185 Jahre alten Friedhof in Wismar an. „Es soll Angaben zu demografischen Grundlagen und Entwicklungstendenzen im Bestattungsverhalten, zur Auslastung des Friedhofs sowie Aussagen zum Friedhofsflächenbedarf beinhalten. Eventuell brauchen wir eine neue Nutzung für bestimmte Areale“, so der Senator.

Norbert Wiaterek

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