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Berufsorientierung: Funktionierendes Netzwerk fehlt

Wismar Berufsorientierung: Funktionierendes Netzwerk fehlt

Seit der Kreisgebietsreform gebe es keinen Ansprechpartner, kritisiert der AK Schule-Wirtschaft / Bildungsausschuss spricht sich für eine Stelle aus

Wismar. Was fehlt: ein einheitlicher Kurs! In Sachen Berufsorientierung koche jede Schule ihr eigenes Süppchen – oder eben auch nicht. Das bemängelt Simone Oldenburg von den Linken. Zustimmung bekommt sie vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Wismar-Nordwestmecklenburg. „Es geht bergab mit der sehr guten Arbeit, die in unserer Region aufgebaut wurde“, stellt Holger Stein, 2. Vorsitzender des Vereins und Schulleiter des Berufsschulzentrums Nord, fest. „Vor der Kreisgebietsreform hatten wir noch ein perfektes Netzwerk an Berufsorientierungslehrern“, merkt er an. „Warum ist das nun alles weg? Das müssen wir schnellstmöglich ändern!“ Ein fester Ansprechpartner im Landkreis müsse vorhanden sein. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich im Arbeitskreis. So eine wichtige Aufgabe kann jedoch nicht vom Ehrenamt getragen werden.“ Seine Bedenken: „Wir haben genügend Lehrstellen im Landkreis, doch wir tun zu wenig, um die Jugendlichen hier in der Region zu halten.“

 

OZ-Bild

Holger Stein, Schulleiter

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Simone Oldenburg merkt an: „Noch kennen wir die guten Strukturen, die wir einst hatten. Diese müssen wir nun wieder beleben. Der Wille und die Bereitschaft sind da“, so ihre Einschätzung. „Doch Lehrer sind nun einmal Lehrer und keine Berufsberater. Diese Aufgabe müssen dafür ausgebildete Fachkräfte übernehmen.“ Das A und O sei eine entsprechende Koordinierungsstelle.

„Unser Landkreis war bei diesem Thema einst in der Vorbildrolle! Deshalb sollten wir als Ausschuss die Stimme erheben. Noch ist nicht alles verschüttet“, sagt Klaus Becker, Mitglied des Bildungsausschusses und Kreistagspräsident. Er erinnert dabei an das Regionale Übergangsmanagement (Rüm) des Landkreises Nordwestmecklenburg, das von 2010 bis 2013 den Übergang von Schülern ins Berufsleben koordinierte und somit einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels geleistet hat. Grund für das Ende von Rüm: Die Förderung lief aus. Simone Oldenburg merkt an: „Das Land hat ein laufendes Konzept mit Möglichkeiten zu Finanzierung. Doch auch vor Ort muss etwas gemacht werden, ein Kopf wird gebraucht.“

Karla Krüger, 2. Beigeordnete der Landrätin, stimmt den Ausschussmitgliedern zu, dass mit Rüm ein wichtiges Projekt zu Ende ging. „Wenn wir so eine Koordinationsstelle schaffen wollen, dann muss das im Haushalt eingeplant werden.“ Der Bildungsausschuss hat sich deshalb für einen Prüfauftrag ausgesprochen: Die Kreisverwaltung soll die Möglichkeiten für eine solche Stelle checken. In der nächsten Kreistagssitzung soll über den Auftrag abgestimmt werden.

Vanessa Kopp

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