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Bischof ruft zu Verantwortung auf

Dorf Mecklenburg Bischof ruft zu Verantwortung auf

Rund 200 Besucher beim Gottesdienst in Dorf Mecklenburg / Restauratorin zeigte Fortschritte ihrer Arbeit am Altar

Dorf Mecklenburg. Mit rund 200 Gläubigen und Feiernden war die Kirche in Dorf Mecklenburg am Pfingstmontag gut besucht. Einige der Gäste lauschten sogar im Stehen oder auf den Treppen sitzend dem Festgottesdienst, der von Pastorin Antje Exner eröffnet wurde. Entsprechend kraftvoll füllten die gemeinsamen Gesänge die kleine Kirche, unterstützt durch Orgelmusik und den Posaunenchor Wismar.

 

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Bischof Dr. Andreas von Maltzahn mahnte zu einem besseren Umgang mit Zuwanderern.

Quelle: Bruno Lübbers

Als kleine Gemeinde sind wir stolz darauf, diesen Anstoß gegeben zu haben.“Antje Exner, Pastorin

in Dorf Mecklenburg

Für eine Gastpredigt war Bischof Dr. Andreas von Maltzahn nach Dorf Mecklenburg gekommen, der mit einem historischen Gleichnis auf die heutige Zeit einging. So wie sich manche der von Moses in die Freiheit geführten Israeliten auf dem Weg durch die Wüste wieder ins bequeme Ägypten zurückgesehnt hätten, würden einige Menschen heute den beschwerlichen Weg der Mitgestaltung unserer noch jungen Demokratie scheuen, so der Bischof. Er mahnte dazu, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen und sprach die aktuelle Flüchtlingssituation an: „Mecklenburg-Vorpommern ist nicht die Wüste.

Anstatt sich zu rühmen, das Land mit den schnellsten Abschiebungen für abgelehnte Asylbewerber zu sein – Menschen die oft bereits integriert sind und Arbeit haben – sollten wir auf geordnete Zuwanderung setzen“, so die Pfingstbotschaft des Bischofs im Wahljahr 2016.

Nächstes Jahr ist das 500. Jubiläum der Reformation. Die Sanierung des Reformations-Altars in Dorf Mecklenburg war deshalb Anlass für die Kirche, sie zum Ausgangspunkt für einen Wegweiser zu insgesamt 18 interessanten Zeugnissen der Reformation in anderen Kirchen zu machen. „Als kleine Gemeinde sind wir stolz darauf, diesen Anstoß gegeben zu haben“, so Pastorin Exner. „Dorf Mecklenburg ist nicht nur die Wiege des Landes, von hier begann auch die Christianisierung im Nordosten.“ Die Besichtigung des Altars reihte sich hervorragend in die parallel laufende Aktion „Kunst offen“ ein, immerhin ist nicht nur der Altar selbst ein Kunstwerk, sondern auch dessen Restaurierung. Die Restauratorin gab am Nachmittag Einblicke in ihre Arbeit und zeigte Bilder, die den Fortschritt der Sanierung dokumentieren. Nach dem Festgottesdienst wurde vor der Kirche gefeiert. Die Kinderkirche im Dorf erklärte den Zuschauern mit einem kleinen Theaterstück die Bedeutung des Altars. Dessen Wiederauferstehung ist mittlerweile fast durchfinanziert: 96000 Euro hat die Gemeinde dafür gesammelt. Den Anfang machte die Stiftung „Kirche im Dorf“ des Ehepaars Hempel, weitere Zuwendungen, zum Beispiel von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, kamen dazu. Auch die Kollekte des Tages war für den Altar bestimmt. „Für unseren Eigenanteil sind Spenden aber weiterhin willkommen“, wirbt Antje Exner. „Falls genug Geld zusammenkommt, können wir gleich mit der Kanzel weitermachen.“

Bei sonnigem Wetter genossen die Gemeindeglieder und die vielen Gäste aus dem Umland den Pfingstmontag, unterhalten von Gesprächen untereinander und Musik einer Kindergruppe auf Trommeln und Blockflöten. Auffällig und erfreulich für die Gemeinde: Obwohl viele ältere Leute an der Feier teilnahmen, mischte sich eine beeindruckende Anzahl junger Menschen darunter. Ein Kirchenbesuch zu Pfingsten ist eben auch etwas für junge Leute – sei es aus religiösen Gründen oder aus Interesse an der Kunst.

Kirchen-Wegweiser

Inspiriert durch die Sanierung des

Altars in der Kirche Dorf Mecklenburg hat die Evangelische Kirche Mecklenburg-Vorpommern eine Broschüre aufgelegt, die als Wegweiser zu 18 Kirchen im Land mit besonders interessanter Kunstzeugnissen und Altären der Reformation fungiert. Dieser Reiseführer mit Fotos und Hintergrundinformationen ist auch im Internet abrufbar. Zusätzliche bietet die Landeskirche eine „Kirchenfinder-App“ an. Diese weist den Weg zu mehr als 1200 evangelischen und katholischen Gotteshäusern.

• Internet: www.kirche-mv.de/reformation; die App gibt es für Apple und Android im jeweiligen Store.

Bruno Lübbers

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