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Wismar Bleiben – so lange wie möglich
Mecklenburg Wismar Bleiben – so lange wie möglich
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00:05 26.01.2018
Das Haus, in dem Regina Schwarz noch lange bleiben möchte.

Falls es Gott tatsächlich gibt, sollte ihm Regina Schwarz (57) irgendwann, falls sie ihm dann auch noch leibhaftig begegnen sollte, die Frage stellen: Wieso ist mir das alles nur passiert? Denn passiert ist der Roggenstorferin bereits sehr viel in ihrem Leben – und nicht unbedingt viel Gutes. Schon als Kind, erzählt sie, hatte sie merkwürdige Unfälle, wurde zum Beispiel einmal beim Spielen auf einer Koppel von Pferden niedergetrampelt. Viel zu früh verlor sie ihre Eltern – im Jahr 1998 den Vater, 2002, nur vier Jahre später, die Mutter. Ihr Bruder, der nur elf Monate älter ist als sie, lebt inzwischen im Betreuten Wohnen in Grevesmühlen.

Gibt nicht auf, trotz vieler Schicksalsschläge – Regina Schwarz.

„Heute wohne ich ganz alleine in dem Haus, in dem ich schon aufgewachsen bin“, sagt sie. Wenn es nach ihr ginge, würde sie aber gerne bis zum Schluss hier bleiben. „Ich wollte nie weg aus meinem Elternhaus, aus Roggenstorf. Mich hat es nie woanders hingezogen. Hier bin ich verwurzelt.“ Normalerweise ist Regina Schwarz auch noch nicht in dem Alter, in dem man schon ernsthaft darüber nachdenken müsste, ob man das Leben im eigenen Haus noch alleine bewältigen kann. Doch sie muss darüber nachdenken. „Im Jahr 2013“, erzählt sie, „wurde bei mir Multiple Sklerose diagnostiziert“.

Bei Multipler Sklerose (MS) handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die das zentrale Nervensystem angreift. Über die Ursachen von MS ist man sich nicht sicher – viele Ärzte gehen davon aus, dass es sich um eine Immunsystem-Erkrankung handelt. Das eigene Immunsystem greift die Nervenfasern an. Bei Regina Schwarz sind vor allem die Beine betroffen. „Es gibt Tage, da fühlen sie sich an wie tot“, sagt sie. Ohne tägliche Hilfe vom Pflegedienst und ihrer guten Freundin Ria Hatrath, „einer Freundin schon aus dem Kindergarten“, wie Regina Schwarz erzählt, „ginge es nicht mehr.“

Dennoch gibt Regina Schwarz – die bis zur Wende als Verkäuferin im Roggenstorfer Konsum gearbeitet hat – nicht auf. „Ich habe einen guten Rückhalt in der Gemeinde, man kümmert sich um mich. Auch der Bürgermeister schaut ab und an nach mir“, sagt sie. Außerdem kümmert auch sie sich nach wie vor um die Gemeinde, nimmt aktiv am Leben teil. „Ich bin seit der Gründung der Gruppe der Landfrauen in der Gemeinde 1992 dabei“, sagt sie. „Wir sind zurzeit 25 Landfrauen und treffen uns alle zwei Wochen, immer mittwochs im Luise-Reuter-Haus.“ Auch am Frauenkreis der Kirchengemeinde St. Johannes Roggenstorf, immer an einem Donnerstag im Monat, nimmt sie teil.

am

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