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Wismar Blowatz feiert neues Haus für alle
Mecklenburg Wismar Blowatz feiert neues Haus für alle
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07:48 16.10.2017
Mädchen und Jungen der Kita und der Grundschule haben bei der feierlichen Eröffnung die Gäste mit einem Programm erfreut.
Blowatz

Ein zweigeschossiger Klinkerbau ist das neue Herzstück der 1100 Einwohner zählenden Gemeinde Blowatz. Ein großer Saal für Veranstaltungen, Räume für eine Arztpraxis und einen Friseursalon, öffentliche Toiletten, Bürgermeister-Büro, neun betreute Wohnungen und Platz für einen Einkaufsladen – das neue Mehrgenerationenzentrum (MGZ) wurde am Sonnabend feierlich eingeweiht.

Mehrgenerationenzentrum eingeweiht / Kosten von 1,7 Millionen Euro und Zeitplan eingehalten

„Wer will fleißige Handwerker seh’n, der muss nach Blowatz hingeh’n“, stimmten Mädchen und Jungen der Kita und der Grundschule auf den Tag ein. Gefühlt war halb Blowatz auf den Beinen, um das neue Zentrum in Augenschein zu nehmen. „Das ist ein großer Tag für die Gemeinde. Wir können stolz sein auf das, was wir gemeinsam in kurzer Zeit erreicht haben“, so Bürgermeister Tino Schomann (CDU). Der Zeitplan und die geplanten Kosten von 1,7 Millionen Euro wurden eingehalten, keine Selbstverständlichkeit heutzutage. Dafür dankte Schoman allen am Bau Beteiligten.

Einen Seitenhieb hatte er für Agrarminister Till Backhaus (SPD) und seine neuen Ankerdörfer in strukturschwachen Ecken des Landes parat. „Die Idee ist doch nicht neu, die gab es vorher auch schon.

Wir sind so ein Ankerdorf“, so Tino Schomann.

Auslöser für das MGZ sei vor drei Jahren ein Brief von Tomas Gabor und seiner Frau Simone gewesen. Der Landarzt wollte von Bayern in den Norden, um hier eine Praxis zu eröffnen. In Lübow ist das Ehepaar bereits tätig, daneben soll Anfang 2018 die Praxis im MGZ öffnen. Das, so Tomas Gabor, hänge noch von der Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung ab, wie er am Sonnabend gegenüber der OZ sagte. Einen spontanen Einsatz hatten die Gabor’s dennoch schon. Während der feierlichen Einweihung im großen Saal erlitt ein älterer Mann einen Schwächeanfall. Gut, dass der Arzt zur Stelle war.

In den nächsten Wochen wird nun das Haus mit Leben erfüllt. Die Mieter ziehen nach und nach ein, die Außenanlagen werden hergerichtet, ein Hausmeister und vor allem ein Betreiber für den Lebensmittelladen werden noch gesucht. Schomann: „Leider ist uns der Pächter für den geplanten Konsum in letzter Minute abgesprungen, weil er Zahlungsschwierigkeiten hat.“ Die Gemeinde sei aber guten Mutes. Zwei Interessenten hätten bereits mündlich ihr Interesse bekundet.

Von den Kosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro sind 360 000 Euro EU-Fördermittel zur Verbesserung der ländlichen Infrastruktur (Leader-Mittel). Das ist der höchste Betrag, der je aus diesem Fördertopf in Nordwestmecklenburg ausgereicht wurde, so Vize-Landrat Mathias Diederich (CDU), der das auch der Hartnäckigkeit des Bürgermeisters zuschrieb. Diederich: „Blowatz hat jetzt einen neuen geografischen und gesellschaftlichen Mittelpunkt.“ Die restliche Summe muss die Gemeinde mit Eigenmitteln stemmen, darunter ein zinsgünstiger Millionenkredit der KfW-Bank.

Jörn Willert von „Stadt +Haus Architekten und Ingenieure“ Wismar lobte die inhaltliche Idee des Hauses: „Das Zentrum wird das dörfliche Lebensglück der Einwohner stärken.“ Darauf setzt auch Pastor Helmut Gerber: „Ich wünsche, dass sich alle Erwartungen erfüllen.“ Für die Außenanlagen brachte er einen Pfirsichbaum mit.

Bei Freigetränken, Kulinarischem und Musik klang die Einweihung aus. Ideen für die Nutzung des Saals wurden besprochen. Peter Hehl, der in der Nachbarschaft wohnt, machte einen guten Anfang. Er hat mit seiner Kamera das ganze Baugeschehen und die Zeit davor festgehalten. Seine Bilder konnten sich Besucher auf einer Leinwand ansehen.

Heiko Hoffmann

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