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Wismar Bootstaufe: „Wolfgang Wiese“ ist der Neue in Timmendorf
Mecklenburg Wismar Bootstaufe: „Wolfgang Wiese“ ist der Neue in Timmendorf
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17:08 22.04.2018
Das neue Poeler Seenotrettungsboot „Wolfgang Wiese“ unterwegs auf der Ostee in der Wismarbucht. An Bord bei der Einweihungsfahrt waren auch Poels Bürgermeisterin Gabriele Richter und Kurdirektor Markus Frick. Quelle: Michaela Krohn
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Timmendorf

Poel hat seinen „Neuen“ begrüßt - und das mit einem bunten, fröhlichen Fest: Am Sonnabend haben die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Hafen Timmendorf auf der Insel Poel das genau 10,1 Meter lange Seenotrettungsboot offiziell in Betrieb genommen. Getauft wurde das 10,1 Meter lange Boot auf den Namen „Wolfgang Wiese“.

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Die Seenotretter von der Insel Poel haben am Sonnabend ihr neues Rettungsboot getauft. Namensgeber ist ein engagierter Segler, dessen Nachlass half, das Schiff zu bauen. Es hat bereits zwei Einsätze bestritten.

Es wurde in der Tamsen-Maritim-Werft in Rostock Gehlsdorf gebaut und soll nun die nächsten 30 Jahre seinen Dienst in der Wismarbucht verrichten. Einen ersten Einsatz gab es bereits, als die Besatzung einen Kanuten rettete (die OZ berichtete). Werft-Chef Christian Schmoll sagte bei der Einweihung: „Das neue Boot wurde bei uns im Oktober 2016 auf Kiel gelegt. Wir sind stolz, eine kleine Serie von Seenotrettungsbooten fertigen zu können - erst recht, wenn sie hier in der Heimat ihren Dienst verrichten.“

Gemeinde sei stolz auf Station der Seenotretter

Nachdem der Shantychor „Reriker Heulbojen“ ihre Ständchen zum Tauffest gesungen hatten, bedankte sich Poels Bürgermeisterin Gabriele Richter (parteilos) sich bei den Seenotrettern für ihre Einsätze bedankt hat - im vergangenen Jahr waren es immerhin 37 - sagte sie: „Wir schätzen es hier sehr, dass die Flotte auf dem neuesten technischen Stand ist, um eine schnelle und effiziente Seenotrettung zu gewährleisten.“ Poel und die gesamte Wismarbucht seien attraktive Wassersportorte und die Gemeinde sei stolz, Station für die Seenotretter zu sein. So gab es für diese noch ein Geschenk: „Wir haben eine Bank für sie, damit sie sich von den Einsätzen gut erholen können.“

Das Vorgängerboot - die „Günther Schöps“ - wurde aber nicht etwa ausgemustert. „Wir haben sie unseren Kollegen in Uruguay gespendet, um sie dort zu unterstützen“, berichtet DGzRS-Vorsitzender Gerherd Harder den Schaulustigen, die extra zu Schiffstaufe der „Wolfgang Wiese“ in den Timmendorfer Hafen gekommen waren. „Mit diesem Boot ist uns ein großer Wurf gelungen“, ergänzt Harder.

Neubau wurde durch Nachlass eines Seglers ermöglicht

Ermöglicht wurde der Neubau durch den nachlass eines engagierten Seglers. Seine Schwester Christiane Gonser taufte das Rettungsboot auf seinen Namen mit den Worten: „Ich wünsche dir und deiner Besatzung allzeit gute Fahrt und stets eine sichere Heimkehr.“ Das Segeln in der Kieler Förde sei das gemeinsame Hobby von Wolfgang Wiese und seiner Frau gewesen. „In Kiel hatten sich beide kennengelernt und geheiratet. 2016 sind beide - zunächst er, dann sie - im Abstand von nur wenigen Wochen verstorben“, sagt DGzRS-Sprecherin Antke Reemts.

Heinz Reipschläger (62) ist seit drei Jahren bei den Poeler Seenotrettern – obwohl er schon vorher viel auf den Wasser unterwegs gewesen ist. Als Kapitän eines Containerschiffs hat er die Weltmeeren abgefahren. „So weit weg konnte ich schlecht bei  den Seenotrettern helfen“, lacht er. Doch jetzt habe er Zeit dafür, die Familietradition fortzusetzen. „Mein Vater ist früher Vormann gewesen, die Arbeit bei den Seenotrettern wurde mir quasi in die Wiege gelegt.“ Früher habe er im Haus neben dem Leuchtturm gewohnt. Heute wohnt Reipschläger im nahe gelegenen Kirchdorf – genau wie Lars Pudschun (43). Er arbeitet bei der Berufsfeuerwehr in Wismar, hat eine Sanitäterausbildung und könnte Verletzte im Notfall versorgen. Doch meist ist bei Rettungseinsätzen ein Arzt mit an Bord.

„Das neue Boot ist ein Quantensprung.“

„Das neue Boot ist ein Quantensprung“, sagt Pudschun. Es sei schneller, einfach zu bedienen und leiser. „Wir müssen uns nicht mehr anschreien“, lacht er.  Außerdem habe es viele Kleinigkeiten, die die Arbeit erleichtern: Statt Eisenschalen mit Sitzpolstern gibt es jetzt gefederte Lederstühle und beheizte Scheiben, was im Winter sehr gut sei. Zudem kann die Crew jetzt kleinere Brände löschen. Und statt Zwei-Mann sei jetzt eine Drei-Mann-Besatzung möglich. Eine wöchentliche Einsatzliste  gibt es nicht. Gibt es einen Alarm melden sich die Seenotretter mit einem Zahlencode zurück: 0 heißt, man kann nicht kommen, 1, man kommt sofort und 2, man kommt später.

Wie Vormann Thomas Lietz (61) berichtet, ist das Boot  ein Selbstaufrichter. Das heißt, wird es bei stürmischer See von einer Welle umgerissen,  dreht es sich wieder nach oben. Seine insgesamt 22 Seenotretter starke Mannschaft sei bunt zusammen gewürfelt – mit Malern, Landwirten, Feuerwehrmännern und einer Rettungsfrau.

Technische Daten zur „Wolfgang Wiese“

37 Einsätze haben die Poeler Seenotretter 2017 gehabt. 2016 waren es noch 63. Ihr neues 380 PS starkes Boot misst 10,1 Meter in der Länge und 3,61 Meter in der Breite. Es hat einen Tiefgang von 0,96 Metern und kann bis zu 18 Knoten schnell fahren. Die Besatzung aller Seenotrettungsboote der DGzRS wird von Freiwilligen gestellt. Die Gesellschaft finanziert sich allein aus Spenden.

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