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Wismar Brand im Pferdestall: 17-Jähriger verurteilt
Mecklenburg Wismar Brand im Pferdestall: 17-Jähriger verurteilt
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00:00 17.11.2016

. Es gibt keine Tatzeugen, es gibt kein Geständnis, nur eine Reihe von Indizien, die ei Ermittler in den vergangenen zweieinhalb Jahren mühsam zusammengesucht haben. Diese Indizien haben jetzt dazu geführt, dass ein 17-Jähriger aus Nordwestmecklenburg vor dem Landgericht Schwerin für den Brand in einem Pferdestall im Frühjahr 2014 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden ist. Vier Pferde waren damals in den Flammen umgekommen.

Das Landgericht hob damit das Urteil des Wismarer Amtsgerichtes auf, das den Jugendlichen im Juli freigesprochen hatte. Damals hatte das Gericht die Indizienkette als nicht ausreichend für eine Verurteilung angesehen. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem ersten Verfahren zwar ebenfalls auf Freispruch plädiert, wenig später aber Berufung gegen das Urteil eingelegt. Es folgte eine erneute Verhandlung vor dem Schweriner Landgericht – ebenfalls hinter verschlossenen Türen, da es sich bei dem Angeklagten um einen Jugendlichen handelt. Dementsprechend gab es bislang kaum Informationen über den Verhandlungsverlauf beziehungsweise das Urteil. Landgerichtssprecher Detlef Baalcke bat um Verständnis. „Es handelt sich bei dem Angeklagten um einen Jugendlichen, der erst 17 ist. Sowohl die Verhandlung als auch das Urteil sind in diesem Fall nicht öffentlich. Deshalb kein Kommentar.“

Nach OZ-Informationen fiel das Urteil bereits in der vergangenen Woche, der Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung des 17-Jährigen hat Revision eingelegt. Das bedeutet, dass die Entscheidung des Landgerichts durch Vertreter des Oberlandesgerichts (OLG) in Rostock überprüft wird.

Dabei geht es um die Frage, ob die vorhandenen Fakten rechtlich entsprechend gewürdigt worden sind, eine erneute Verhandlung gibt es nicht. „Mein Mandant bestreit die Tat nach wie vor“, sagt Rechtsanwalt Matthias Wulf aus Schönberg, der den 17-Jährigen vor Gericht verteidigt. „Es gibt in dem Verfahren einen ganze Reihe von offenen Fragen, aber kaum Antworten. Das Landgericht hat im Gegensatz zum Amtsgericht eine Tatbeteiligung meines Mandanten erkannt.“ Ausschlaggebend dafür sind drei Fotos, die das Landeskriminalamt auf einer gelöschten Speicherkarte wieder hergestellt hat.

„Das Gutachten besagt, dass die Fotos nicht mit den Handys gemacht worden sind, die bei meinem Mandanten gefunden worden sind“, erklärt Matthias Wulf. Die Bilder zeigen den Brand, bevor die Rettungskräfte eintrafen. Bedeutet: Sie kann nur jemand angefertigt haben, der die Tat begangen hat oder zumindest bei der Tat anwesend war. Das Landgericht sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte bei Ausbruchs des verheerenden Feuers, als vier Pferde qualvoll in den Flammen umkamen, dabei war. Doch welche Rolle hat der Jugendliche, der nicht in Grevesmühlen lebt, dabei gespielt?

Ungeklärt ist bis heute auch die Frage, ob der 17-Jährige die Tat allein begangen hat. In der Verhandlung vor dem Wismarer Amtsgericht hatte er geschwiegen, vor dem Landgericht hat er die Tat bestritten. Die betroffenen Pferdebesitzer gehen davon aus, dass der junge Mann nicht allein vor Ort war. Er hatte weder ein Motiv noch die Möglichkeit, allein mitten in der Nacht nach Grevesmühlen zu gelangen.

Dem 17-Jährige drohen, sollte das Urteil rechtskräftig werden, zivilrechtliche Klagen der Pferdebesitzer.

Michael Prochnow

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