Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wismar Breitbandausbau: Gelingt das Projekt bis Ende 2018?
Mecklenburg Wismar Breitbandausbau: Gelingt das Projekt bis Ende 2018?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 17.05.2017
Mit solchen Rohrsystemen werden Glasfaserleitungen verlegt. Beim Breitbandausbau ist Glasfaser aufgrund der guten Eigenschaften zumeist die erste Wahl, allerdings ist die Technik mit hohen Kosten verbunden. Quelle: Foto: Jens Büttner/dpa
Grevesmühlen

Geduld ist Trumpf: Bis die Bagger für den geplanten Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg rollen, wird noch einige Zeit ins Land ziehen. Die Kreisverwaltung rechnet bei dem Großprojekt erst im nächsten Jahr mit dem Start der Bauarbeiten. „Aktuell suchen wir nach Beratungsunternehmen, die uns bei den Ausschreibungsverfahren helfen“, berichtet der stellvertretende Landrat Mathias Diederich. Bis Mitte Juni sollen diese gefunden sein.

Wir haben eine gesunde Skepsis, ob es bis Ende 2018 zu schaffen ist. Aber wir bemühen uns darum und werden von unserer Seite alles dafür tun.Mathias Diederich stellvertretender Landrat

Dann beginnt die Suche nach den Telekommunikationsunternehmen, die mit dem Breitbandausbau in insgesamt 14 Projektgebieten in Nordwestmecklenburg beauftragt werden. Ziel sei es hier, zum Jahreswechsel Vollzug melden zu können. „Wenn nichts schief geht“, merkt Roland Finke, Leiter der Stabstelle Wirtschaftsförderung, dazu an. „Es ist ein kompliziertes Projekt, bei dem wahrscheinlich nicht alles glatt laufen wird. Es hängt nicht nur von uns ab“, so Finke. Wie lange die Bauarbeiten in der Folge dauern werden, sei aktuell noch nicht abzusehen. „Aber es wird schneller gehen als am Berliner Flughafen“, versichert Finke scherzhaft.

Doch viel Zeit bleibt dann nicht mehr. Die entsprechenden Förderbescheide sehen eine Umsetzung des Breitbandausbaus bis zum Ende 2018 vor. Der Bund und das Land subventionieren die digitale Aufrüstung – mit insgesamt 190 Millionen Euro Investitionsvolumen das bisher größte Projekt im Landkreis – zu 90 Prozent. „Wir haben eine gesunde Skepsis, ob es bis Ende 2018 zu schaffen ist. Aber wir bemühen uns darum und werden von unserer Seite alles dafür tun“, meint Mathias Diederich. Ansonsten sei die Beantragung einer Fristverlängerung möglich.

Dass die bisher unterversorgten Haushalte im Nordwestkreis mittlerweile ungeduldig werden, kann der stellvertretende Landrat gut nachvollziehen. Auch Roland Finke versteht die Lage. „Ich bin privat selbst betroffen, kann zu Hause teilweise kaum Mails öffnen“, verrät er. Doch die 190 Millionen Euro seien Steuergelder, mit denen verantwortungsvoll umgegangen werden muss. „Es soll alles unbürokratisch ablaufen, gleichzeitig sollen aber keine Fehler passieren“, erklärt Finke. Doch bei einem Projekt, das so einen großen Eingriff in die Wirtschaft bedeutet, sei es enorm wichtig, für Absicherung zu sorgen. „Wir dürfen uns keinen Rechtsstreit liefern“, so Diederich. Das könne sogar das gesamte Vorhaben noch zum Kippen bringen. Daher nehme die Kreisverwaltung lieber eine längere Umsetzungsdauer in Kauf. „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit“, betont Diederich.

Durch den Breitbandausbau sollen alle Haushalte im Landkreis mit einer Internetverbindung von mindestens 50 Mbit ausgestattet werden. Die Telekommunikationsunternehmen, die mit der Aufrüstung in den Projektgebieten beauftragt werden, verpflichten sich für mindestens sieben Jahre als Betreiber. „Wir wollen die beste Infrastruktur für unsere Region und suchen nach Bewerbern, die die zukunftsorientierten Anforderungen erfüllen“, sagt Finke. Die Investition sei eine für die nächsten Jahrzehnte.

Seit Mitte April hat die Kreisverwaltung auch eine neue Breitbandkoordinatorin: Jessica Steffen. Die 29-Jährige ist die Vertretung für Marie-Luise Kiepura, die aktuell in Elternzeit ist. „Ich bin die zentrale Anlaufstelle für alles, was zum Thema Breitband anfällt“, erklärt Jessica Steffen.

Schnelleres Internet in 14 Projektgebieten

Der Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg ist in 14 Projektgebiete geteilt. Der Anfang soll im Bereich der Ämter Rehna, Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen und Lützow-Lübstorf gemacht werden. Für diese Gebiete hatte der Landkreis die ersten Fördermittel bekommen. Für die elf weiteren Regionen sind keine Prioritäten festgelegt.

Laut der Förderbescheide soll der Breitbandausbau bis zum 31. Dezember 2018 umgesetzt sein. Nach der Aufrüstung muss in jedem Haushalt im Landkreis eine Internetverbindung von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen.

190 Millionen Euro werden in das bisher größte Projekt des Landkreises investiert. 90 Prozent davon fördern Bund und Land.

Daniel Heidmann

Am Freitag, 19. Mai, lädt Prof. Michael Haller zu Kinder-Uni-Vorlesungen mit dem Titel „Was ist Kyudo? – Die Kunst des japanischen Bogenschießens“ ein.

17.05.2017

Wismar. Vor sechs Jahren war es noch das Mohnfeld, aus dem die kleine Emma den Lesern der OSTSEE-ZEITUNG gewunken hat. Jetzt ist sie in ein Rapsfeld gehüpft. Im Herbst wird das Mädchen eingeschult.

17.05.2017

Im Wismarer Stadtteil Kagenmarkt sind erneut Mülltonnen angezündet worden. Die Polizei wurde gestern gegen 1.20 Uhr über mehrere brennende Behälter im Kristallweg informiert.

17.05.2017