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Briefmarken für einen guten Zweck

Nakenstorf Briefmarken für einen guten Zweck

Dieter Horak hat Sammelstelle eingerichtet.

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Dieter Horak hat seit vergangenem August wieder etwa 15 000 Briefmarken gesammelt.

Quelle: uo

Nakenstorf. Ein großer Aufkleber prangt am Hausbriefkasten von Familie Horak aus Nakenstorf: „Hier Spenden ohne Geld. Briefmarken für Bethel. Danke!“ Dieser Aufruf richtet sich an alle, die Dietrich Horak bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit zugunsten der Diakonie-Einrichtung „von Bodelschwinghsche Stiftungen“ in Bielefeld-Bethel unterstützen wollen. Dort werden genutzte Briefmarken von schwerstbehinderten Menschen für Sammler aufbereitet.

„Vor Jahren habe ich in der Zeitung von Hanns-Jörg Eckert aus Dülmen gelesen, der jedes Jahr nach Boiensdorf kommt und dort für seine Aktion ,Spenden ohne Geld‘ Briefmarken sammelt. Ich habe mir überlegt, eine Sammelstelle für Nordwestmecklenburg einzurichten“, erzählt Horak. „Im vorigen Jahr kamen bei mir 54 000 Briefmarken zusammen, über 900 Ansichtskarten und elf Telefonkarten.“ Ende August übergebe er seine Ausbeute dann immer an Eckert, damit dieser sie wiederum nach Bethel bringt.

„Die meisten schicken mir ihre Briefmarken per Post — viele Privatpersonen, Geschäftsleute und Kleinunternehmer aus Neukloster. Nur die Stadtverwaltung hat auf meine Bitte nicht reagiert“, sagt er.

Jeweils im Februar hole er in der Kurklinik am Schwarzen Busch auf Poel ungefähr 3000 Briefmarken ab. Außerdem hebt er Lisa Bodach aus Perniek hervor, die über das ganze Jahr hinweg immer größere Mengen beisteuere. „Der Zweckverband Wismar hat auch jahrelang größere Mengen geschickt. Leider hat er dieses Jahr die Spendentätigkeit eingestellt“, bedauert der 76-Jährige, der zu DDR-Zeiten selber Briefmarken gesammelt hat.

Im schlesischen Breslau geboren, kam er durch Flucht mit seiner Familie nach Dresden, lernte dort Maschinenschlosser und kam 1955 zum Militär in die Nähe von Berlin. Bei der Hochzeit eines Kameraden begegnete er seiner künftigen Frau Vera, die drei gemeinsamen Kinder kamen 1962, 1963 und 1967 zur Welt. In Berlin fing er bei der Akademie der Wissenschaften an, „als Personalchef in einem Teilbereich“, erzählt er weiter. „Dann hat die Akademie ein Ferienheim in Juliusruh auf Rügen gebaut. Ich bin erst mit hoch als Bauleiter und habe es dann als Heimleiter übernommen. Meine Frau war Wirtschaftsleiterin.“ 1978 habe er das Ferienobjekt des Dieselmotorenwerks Rostock in Nakenstorf als Leiter übernommen und bis zur Wende geführt. „1991 musste das Objekt geschlossen werden. Ich hatte mich vorher noch bemüht, es an den Mann zu bringen — SOS-Kinderdorf oder Jugendherbergswerk“, blickt er zurück. Aber letztlich half alles nichts: Er war seine Arbeit los. Blieb aber in Nakenstorf.

„Meine Frau und ich sind diejenigen Einwohner, die am längsten hier gemeldet sind. Die anderen sind alle nach der Wende gekommen“, glaubt er zu wissen. Wenn Dieter Horak nicht Briefmarken zählt und sie säuberlich so zurechtschneidet, dass unnötiges Papier wegfällt, werkelt er gerne zu Hause. Zum Beispiel in der selbst gebauten Seemannsbar.

Die Adresse, an die Briefmarkenspenden geschickt werden können, lautet: Dieter Horak, Seestraße 5 B, 23992 Nakenstorf.

Ulrike Oehlers

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