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Bürgerschaft ebnet Weg für Wohngebiet Wendorf

Wismar Bürgerschaft ebnet Weg für Wohngebiet Wendorf

Nach langer und emotionaler Debatte stimmte die Mehrheit für die Bauleitplanung im Seebad / Bürgeriniative kam nicht mehr zu Wort

Wismar. 86 Bauplätze werden auf der Ackerfläche neben der Median Klinik in Seebad Wendorf entstehen. Dafür hat die Wismarer Bürgerschaft gestern grünes Licht gegeben – nach einer langen und emotionalen Debatte. Die Abstimmung erfolgte namentlich. CDU, SPD, Linke und die AfD sprachen sich für das Wohngebiet aus, von den weiteren Bürgerschaftsmitgliedern gab es ein deutliches Nein. Entwickelt wird das Gebiet von der LGE Landesgrunderwerb M-V GmbH. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) hält einen Baubeginn im Herbst für realistisch. Um dieses Vorhaben zu stoppen, gründete sich bereits Anfang des Jahres die Bürgerinitiative „Wismarer Initiative für verantwortungsvolle Stadtpolitik und Naturerhalt – Wisun“.

OZ-Bild

Nach langer und emotionaler Debatte stimmte die Mehrheit für die Bauleitplanung im Seebad / Bürgeriniative kam nicht mehr zu Wort

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Bevor über den eigentlichen Punkt auf der Tagesordnung diskutiert wurde, stimmte die Bürgerschaft darüber ab, ob „Wisun“ Rederecht bekommen sollte. Dieses wurde mehrheitlich abgelehnt. Ein Armutszeugnis für Sabine Mönch-Kalina von der Für-Wismar-Fraktion: „Das deprimiert mich. Wismar gibt sich nach außen hin neugierig, demokratisch und weltoffen, doch in solch einer seltenen Situation sind wir nicht in der Lage, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.“ Ihrer Fraktion seien zu dem Thema noch zu viele Fragen ungeklärt.

Ähnliches Bild bei der Fraktion FDP/Grüne: „Die Vorlage umfasst mittlerweile 530 Seiten! Die Zeit war zu knapp, um sich umfassend damit auseinander zusetzen. Bei solchen wichtigen Themen können wir nicht hopp oder top entscheiden“, plädierte René Domke (FDP). Auch er sehe noch zu viele Unstimmigkeiten und offene Fragen.

Für Roland Kargel (Linke), Leiter des Bauausschusses, nicht verständlich. Der Prozess sei ordnungsgemäß abgelaufen, Vorwürfe gegenüber des Ausschusses wies er entschieden zurück. „In Wismars Zentrum haben wir keine Flächen mehr in geeigneter Größe“, erklärte er. „Deshalb müssen wir an den Stadtrand weichen.“ Seine Fraktion habe alle Einwände sorgsam abgewogen und spreche sich bewusst für das Wohngebiet aus.

So auch die SPD-Fraktion: „Damit Wismar beliebt bleiben kann, müssen Wohnfläche geschaffen werden. Immer mehr Familien wollen bauen und zurück aus dem Speckgürtel in die Stadt“, sagte Fraktionsvorsitzende Kerstin Adam. „Es gibt auch Bürger in Wendorf, die mit dem Wohngebiet zufrieden sind. Damit kann die Attraktivität des Stadtteils gesteigert werden.“ Tom Brüggert von der CDU-Fraktion prophezeite: „Werden wir die Bauplätze in Wismar nicht ausweisen, dann werden es die umliegenden Gemeinden tun. Wismar hat Potenzial und das müssen wir nutzen!“

Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) stellte zu Beginn der Debatte klar, dass „Wisun“ für ihn eine rote Linie überschritten habe. „Die Art und Weise, wie die Diskussion geführt wurde, finde ich nicht akzeptabel“, kritisierte Beyer. „Jeder hat das Recht eine andere Meinung zu haben und diese lautstark zu artikulieren. Dass unser Handeln allerdings als nicht demokratisch und die Arbeit als unsauber bezeichnet wird, das geht mir zu weit.“

Nach verschiedenen Abwägungen habe sich gezeigt, dass ein Wohngebiet auf der Fläche vertretbar und sinnvoll sei. „Wir wollen damit niemanden ärgern oder Menschen mit mehr Geld bedienen, wie uns schon mehrfach unterstellt wurde“, stellte Beyer klar. „Doch unsere Stadt wächst. Der Bedarf für neue Wohngebiete ist da und diese zu schaffen ist unsere städtische Pflicht.“ Auch den Vorwurf, dass der Prozess im Zeitraffer durchgezogen wurde, könne er so nicht stehen lassen. „Der Anstoß für dieses Projekt war im September 2013.“ Für Beyer stehe fest: „Am Ende entsteht solch eine Entscheidung auf demokratischem Wege und im Mehrheitsbeschluss.“ Und dieser wurde gestern Abend gefällt.

Vanessa Kopp

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