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Wismar Café Frieda auf Poel erneut vom „Feinschmecker“ geadelt
Mecklenburg Wismar Café Frieda auf Poel erneut vom „Feinschmecker“ geadelt
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00:06 15.03.2018
Schweinestall wurde zu Café Frieda. Quelle: Foto: Privat
Oertzenhof

Das Café Frieda in Oertzenhof auf der Insel Poel hat es wieder geschafft. Laut der Zeitschrift „Der Feinschmecker“ zählt es erneut zu den 525 besten Cafés und Röstereien in Deutschland. „Damit haben wir nie und nimmer gerechnet“, sagt Inhaberin Kathy Gordon und erklärt: „Nicht, nachdem wir 2014 schon einmal ausgewählt wurden.“ Um so schöner ist die Überraschung durch das monatlich in Hamburg erscheinende Gourmetmagazin.

Gourmetmagazin Oertzenhof zum zweiten Mal auf seine Bestenliste

Wie schon beim ersten Mal hätten sie und ihre Leute nichts von dem Besuch der Tester mitbekommen, berichtet die 45-Jährige. „Aber sie müssen hier gewesen sein. Das zeigt die Art, wie sie die Kuchen beschreiben.“ Besonderes Lob ernteten der Apple-Crumble und die Mohn-Frischkäse-Torte. Letztere hatte vergangenen September schon Fernsehmoderator Jo Hiller in der Sendung „Mein Nachmittag“

begeistert. Moderatorin und Sängerin Ina Müller fand bei einem Besuch 2013 Gefallen an der Mohn-Marzipan-Torte.

„In der Regel sind es unsere Klassiker, die bei den Gästen gut ankommen“, sagt Kathy Gordon. Oft sind es Rezepte aus den Familien der Mitarbeiterinnen oder ihrer eigenen, wie die Mandarinen- Schmand-Torte. „Ich weiß noch, wie meine Mutter die früher immer gemacht hat – und wie gern wir sie gegessen haben“, sagt die Café-Besitzerin und lacht. Ideen findet sie aber auch beim Reisen, wo Besuche bei den Kollegen quasi zum Pflichtprogramm gehören. Dabei wird dann auch schon mal mit Auge und Zunge geklaut. „Im Harz hatten mein Mann und ich mal eine Walnuss-Schoko-Torte gegessen. Ja, sie war recht lecker, nur ein bisschen trocken“, erinnert sich Kathy Gordon. In der heimischen Küche wurde ein bisschen herumprobiert und geändert „und jetzt ist sie einer der Renner bei uns“.

Kathy Gordon setzt in ihrem Café auf regionale Produkte. „Wir nehmen die Früchte, wie wir sie im Garten haben. Außerdem stellen unsere Gäste immer wieder fest, dass wir geizig sind mit Zucker.“ Auch zum Süßen der Teige werde lieber auf Obst zurückgegriffen. Und was in der Region nicht zu bekommen ist, sollte möglichst Bio und aus fairem Handel mit Fair-Trade-Siegel sein. „Das gilt vor allem für den Kaffee und die Tees“, erklärt die Café-Inhaberin.

Dass die Kunden zufrieden sind, zeigen die Einträge im Gästebuch der Homepage. Wenige Tage nach der Eröffnung am 10. April 2010 der Eintrag der Urlauber Heidi und Kurt Richter: „Zufällig sind wir in Ihrem wunderschönen Café gelandet. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg. Der Frankfurter Kranz war ein Gedicht.“ Und Linda Irmisch schrieb 2015: „Wir wohnen auf Poel und sind so glücklich, dass wir ein solch tolles Café auf der Insel haben. Kurze Wege und die besten Torten weit und breit machen Frieda zu einem Muss an jedem Wochenende.“

Der jüngste Eintrag ist vom 1. November 2017. Er kommt von Tobias Panwitz aus Berlin, der im Café Frieda aufgetreten war: „Lieben Dank nochmal für den tollen Abend bei euch! Das Poeler Publikum war fantastisch! Und der Flamm- und Blaubeerkuchen ebenso!! Ich hab mich gefreut, endlich Poel kennenzulernen, und dann auf so schöne Art und Weise.“

Denn neben Kaffee, Tee und Kuchen bietet das Café Frieda Kunst und Kultur. Die wechselnden Ausstellungen in dem ehemaligen Schweinestall, Lesungen, Kabarett und Musikabende ziehen immer wieder neues Publikum an. „Als nächstes wird Robert Carl Blank morgen ab 19 Uhr den Sound der 1960er Jahre zu uns bringen“, gibt Kathy Gordon eine Vorschau. Der Abend steht unter dem Motto „Fairground Distractions“, was frei übersetzt so viel heißt wie Ablenkungen auf dem Rummelplatz. Die Tickets für 15 Euro gibt es im Café Frieda. Unter 038425/429820 können sie auch telefonisch bestellt werden.

Neben dem Café Frieda auf Poel fanden aus Wismar das Café Glücklich sowie die Conditorei & Café Senf den Weg in die Sonderbroschüre zur Zeitschrift „Feinschmeckers“. Ebenfalls vertreten ist die Schokoladerie de Prie aus Rostock.

Aus der Geschichte

Das Gut Oertzenhof wurde bis 1945 als Domäne bewirtschaftet. Die letzte Pächterin war Hanna Tiessen.

Nach der Bodenreform übernahm Familie Ellmer das ehemalige Inspektorenhaus und den Schweinestall. Letzte Besitzer waren Elfriede und Gerhard Allary. Nach der Flucht und Gefangenschaft fand die Familie 1967 dort ein neues Zuhause.

Kathy Gordon, deren Enkelin, zog mit ihrer Familie im Jahr 2000 nach Oertzenhof. Seit 2010 betreibt sie das Café, das den Kosenamen ihrer Großmutter trägt – „Frieda“.

Öffnungszeiten: bis Ende März freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr, ab Ostern täglich von 12 bis 18 Uhr.

Sylvia Kartheuser

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