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Wismar Chance für Menschen mit Behinderung

Wismarer Werkstätten GmbH feiert 25-jähriges Bestehen / Sie gehört zu den größten Arbeitgebern der Region

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Die beiden Mitarbeiter der Wismarer Werkstätten Andreas Koch (l.) und Nils Fichtler arbeiten am Papppalettenautomat.

Quelle: Fotos: Nicole Hollatz

Wismar. „Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes, freies und würdevolles Leben ermöglichen“ — das sind Aufgabe und Ziel der Wismarer Werkstätten GmbH. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 25. Jubiläum. „Wir haben Angebote für Menschen in allen Lebensbereichen“, sagt Hartmut Bunge, der von Anfang an mit dabei ist. Er und Thilo Werfel sind die Geschäftsführer des Unternehmens. Gesellschafter sind die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Wismar e. V., „Das Boot“ Wismar als Verein zur Förderung seelischer Gesundheit und Integration sowie die Hansestadt Wismar.

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Wismarer Werkstätten GmbH feiert 25-jähriges Bestehen / Sie gehört zu den größten Arbeitgebern der Region

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Angefangen hat die Unternehmensgeschichte vor 25 Jahren mit Räumen in einem Wohnblock am Kagenmarkt. Mittlerweile haben die Wismarer Werkstätten fünf Werkstattstandorte in Wismar und Bützow. Dazu kommen das Interdisziplinäre Frühförder- und Beratungszentrum, die Astrid-Lindgren-Schule, Wohnstätten sowie Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen.

Teilhabe als Menschenrecht, Förderung und Inklusion sind große Aufgaben, die schon bei den Kleinsten beginnen. Die Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und Heilerzieher im Interdisziplinären Frühförder- und Beratungszentrum helfen, die Kinder in ihrer positiven Entwicklung zu stärken und Defizite auszugleichen. In der Astrid-Lindgren-Schule, einer staatlich anerkannten Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, werden in kleinen Klassen acht bis neun Schüler unterrichtet.

„Es ist normal, verschieden zu sein“ oder „Wir brauchen ganz verschiedene Menschen, damit die Welt sich dreht!“ sind die Leitmotive der Arbeit. „Unser größtes Leistungsangebot sind die Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Dort sind derzeit etwa 450 Mitarbeiter beschäftigt“, berichtet Thilo Werfel. Produktionsleiter Volker Bendiks erzählt: „Für Ikea fertigen wir in der Woche 45 000 Beschlagpakete, dazu rund 5000 Papp-Paletten.“ Acht Sattelzüge voller Waren fahren wöchentlich aus Wismar zum Ikea-Produzenten in Meyenburg. Das schwedische Möbelhaus ist ein Kunde von vielen. „Mit unseren Produktionsangeboten sind wir ein zuverlässiger Partner der Wirtschaft im Land“, sagt Volker Bendiks.

Der Blick in die Werkstätten zeigt engagierte Menschen, die sichtlich Spaß an ihrer Arbeit haben. „Sie bringt ihnen Selbstwertgefühl, die Mitarbeiter erleben sich als aktiv Tätige in der Gesellschaft“, erklärt Thilo Werfel. Von den 450 Werkstattmitarbeitern sind 35 Menschen auf sogenannten Außenarbeitsplätzen in Unternehmen der Region tätig. Thilo Werfel erläutert: „Mit vielfältigen arbeitsbegleitenden Angeboten bereichern wir den Arbeitsalltag und sichern den Erhalt und die Weiterentwicklung der Fähigkeiten unserer Mitarbeiter.“

Wismarer Werkstätten

Das Wismarer Unternehmen als gemeinnützige Einrichtung für Menschen mit Behinderung hat in den letzten Jahren seine Werkstätten neu strukturiert. Seit 1992 gibt es die Werkstatt am Wendorfer Weg 24, mittlerweile ist sie die kleinste. 1998 kam die Werkstatt in Bützow dazu, sie wurde mit einem Neubau erweitert. In Wismar wurde 2001 die Werkstatt an der Lukaswiese in Redentin eröffnet, dort arbeiten durchschnittlich 80 Menschen.

2014 übernahmen die Wismarer Werkstätten das Gebäude des ehemaligen Hellmonds-Möbelwerkes gegenüber des Standorts „Lukaswiese“. Im Januar 2016 wurde ein großes Werkstattgebäude in der Nähe umgebaut: am Seeufer im Gewerbegebiet Hoher Damm. Dort arbeiten Menschen mit psychischen Handicaps.

Das Auftragsspektrum der Wismarer Werkstätten ist groß, zu den Kunden zählen unter anderem Automobilhersteller, Firmen aus dem Bereich Medizintechnik und CD-Produzenten.

2,5 Millionen Stecker fertigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Beispiel im Monat für die Automobilindustrie.

In den Wohnstätten leben 74 Bewohner. In der Interdisziplinären Frühförderung werden 290 Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren betreut, ihre Eltern beraten. Die Astrid-Lindgren-Schule ist mit knapp 70 Schülern die größte Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung im Landkreis.

• Mehr Infos: www.wismarer-werkstaetten-gmbh.de

Von Nicole Hollatz

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