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Cioff-Festival begeisterte die Menschen

Wismar Cioff-Festival begeisterte die Menschen

Das Wismarer Tanzensemble wurde am 1. September 1950 gegründet

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Mitglieder des Tanzensembles „Danzlüd ut Wismer“ führen den „Ernteheimweg“ auf.

Quelle: Fotos: Sammlung Detlef Schmidt

Wismar. Am 1. September 1950 ist das Tanzensemble der Wismarer Werft gegründet worden. Der Wismarer Hans Draempaehl hatte eine Volkstanzgruppe im Klampfenchor der damaligen Geschwister-Scholl-Oberschule Wismar ins Leben gerufen. Die jungen Tänzer und Tänzerinnen sind schon im Herbst 1950 Landesmeister beim ersten Landesausscheid von Mecklenburg geworden. Das war der Beginn eines der erfolgreichsten Volkstanzensembles Deutschlands. 1951 erfolgte die Übernahme in die Betriebsträgerschaft der MTW Schiffswerft Wismar zum Wismarer Werftensemble und ab 1970 als Tanzensemble der Mathias-Thesen-Werft Wismar bis 1990.

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Das Wismarer Tanzensemble wurde am 1. September 1950 gegründet

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Kontinuierlich entwickelte sich das Volkstanzensemble in den Folgejahren zu einem Spitzenensemble, nicht zuletzt durch Rosemarie und Wolfgang Voß. Während Wolfgang Voß von Anfang an dabei war, „zog“

er seine spätere Frau Rosemarie 1958 nach Wismar. Ohne diese beiden aktiven Organisatoren und Tänzer hätte das Ensemble nicht die Ausstrahlung besessen. Dazu hatten sie mit der aus Neustrelitz stammenden Ballettdirektorin Rosemarie Ehm-Schulz eine Fachfrau von internationalem Format an der Seite. Diese Mischung aus Amateurtanz und professionellem Bühnentanz, gepaart mit eiserner Disziplin, war sicher der Grundstein für die erzielten Erfolge. Diese blieben nicht aus und bei den Arbeiterfestspielen holten die Wismarer regelmäßig in ihrem Genre Preise und bekamen auch den Preis für künstlerisches Volksschaffen 1. Klasse der DDR. Seit 1972 vertrat das Tanzensemble die DDR bei internationalen Folklorefestivals.

Hinzu kamen Auftritte im ganzen Land und es gab kein Fest in der Region, wo das Tanzensemble der Werft nicht vertreten war. Zwischenzeitlich hatten Rosi und Wolfgang Voß drei Kinder, die wie selbstverständlich in das Ensemble integriert wurden. Das aber auch vor dem Hintergrund, dass es eine äußerst intensive und aktive Nachwuchsarbeit gegeben hat.

Die Zeit nach 1990 war auch für das Tanzensemble eine einschneidende Zäsur. Nicht nur, dass die wichtige Unterstützung wegfiel. Auch die Arbeitsverhältnisse änderten sich grundlegend. 1990 wurde aus dem Tanzensemble der Mathias-Thesen-Werft Wismar der gemeinnützige Verein „Danzlüd ut Wismer“ e.V. – Folkloreensemble der Hansestadt Wismar. Rosi Voß wurde Vereinsvorsitzende und Wolfgang der Künstlerische Leiter. Die Idee für den neuen Vereinsnamen kam von den befreundeten „Maaten“ der Niederdeutschen Bühne, mit denen eine gute Zusammenarbeit bestand. Doch gerade in der schwierigen Zeit bewährte sich der Zusammenhalt des Ensembles und auch die Wismarer wollten „ihr“ Ensemble behalten. Da Probenräume auch verloren gingen, zog man geradezu von einem Raum zum anderen und fand im Theater letztendlich seinen Sitz. 2004 hatten die Tänzer darüber hinaus in Gägelow durch die Vermittlung des beinahe legendären Fritz Kalf eine Probenbühne im selbst hergerichteten „Danzhus“

erhalten.

Der 76 Mitglieder zählende Verein „Danzlüd ut Wismer“ wurde ordentliches Mitglied der Cioff-Sektion der Bundesrepublik Deutschland, Mitglied des Tanzverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Co-Organisator der Internationalen Folklorefestivals des Cioff der Hansestadt Wismar und Tanzensemble des Cioff International.

Am 15. Juli 1993 gab es das begeistert empfangene und umjubelte erste Cioff-Festival der Danzlüd in Wismar. Tänzer aus Togo, der Slowakei, der Türkei, Irland und aus Malaysia waren Gäste der „Danzlüd ut Wismer“. Besonders die maorischen Tänzer mit ihren martialischen Grimassen eroberten die Wismarer. Cheforganisator Wolfgang Voß hatte mit seinem Team alle Hände voll zu tun, um dieses Ereignis auf die Beine zu stellen. Viele kleine Wismarer Unternehmen halfen und die Wismarer Stadtverwaltung war von Anfang an als Partner mit im Boot. Alle zwei Jahre sollte nun dieses Festival in Wismar stattfinden, doch keiner ahnte, dass 2013 mit der zwölften Auflage das letzte Cioff-Festival in Wismar war. Am 13. April 2014 verstarb Wolfgang Voß und der „Hauptmotor“ der „Danzlüd“

verstummte.

Nach vielen Überlegungen und sicherlich schlaflosen Nächten der Verantwortlichen entschloss man sich Ende 2014 zur Auflösung des Traditionsensembles. Die „Danzlüd ut Wismer“ verabschiedeten sich am 31. Januar 2015 mit zwei Vorstellungen im Wismarer Theater. Das Folkloreensemble trat in den 64 Jahren ihres Bestehens in 20 Ländern vor rund drei Millionen Menschen auf und richtete seit 1993 das Internationale Cioff-Folklorefestival in der Hansestadt Wismar aus.

Rosemarie Voß jedoch legt heute noch nicht die Hände in den Schoß und betreut Kinder an der städtischen Musikschule. Es geht also etwas ruhiger zu, aber das unschätzbare Wissen der ehemaligen, hoch ausgezeichneten Tänzerin wird weitergegeben und wer weiß, vielleicht knüpfen spätere Generationen an die Tradition der „Wismarer Danzlüd“ an.

Was sonst noch geschah

1. September 1902: Seebad Wendorf wird städtisches Eigentum.

1. September 1945: Krankenhaus in der Mühlenstraße als drittes Krankenhaus in der Stadt eröffnet.

1. September 1946: Die erste neu gewählte Stadtverordnetenversammlung nach dem II. Weltkrieg tritt im Saal des Hotel „Zu Sonne“ zusammen.

1. September 1953: Einweihung des 2. Bauabschnittes des neuen Hauptgebäudes der Ingenieurschule Wismar an der Parkstraße auf dem Gelände der ehemaligen Infanteriekaserne.

1. September 1955: Eröffnung der Fachschule für Bauwesen.

1. September 1969: Gründung der Ingenieurhochschule Wismar.

1. September 2001: Übernahme der Pestalozzi-Schule am Badstaven durch die Volkshochschule Wismar.

1. September 2005: Einweihung des Alten-Wohnprojektes der Diakonie „St. Martin“ in der Papenstraße.

2. September 2011: Die Evangelische Schule Wismar erhält den Namen des am 19. April 1951 im NKWD-Gefängnis in Schwerin umgekommenen Pfarrers Dr. Robert Lansemann.

Detlef Schmidt

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