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Damshagen: Erneut Einbrüche in leere Schule

Damshagen Damshagen: Erneut Einbrüche in leere Schule

In dem Ort haben Unbekannte schon mehrfach randaliert / Verkauf dauert

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Ein Bild aus dem Sommer: Schon da lag die Schule in Damshagen verwaist da. Es wurde dort wiederholt eingebrochen.

Quelle: Foto: Michael Prochnow

Damshagen. Das leerstehende Schulgebäude in Damshagen wird für die Gemeinde immer mehr zum Problemort. In den zurückliegenden Tagen sind Unbekannte erneut in das Objekt eingebrochen. Laut Bürgermeisterin Mandy Krüger (parteilos) würden „nunmehr auch die restlichen Möbel zerstört. Es wird unsinnig demoliert und verwüstet“. Erst am zurückliegenden Sonntag habe die Gemeindechefin Licht im H-förmigen Gebäude entdeckt. „Etwas mulmig war mir schon, aber ich bin dann doch rein. Es hatten sich wieder Randalierer betätigt, die aber nicht mehr dort waren“, berichtet Krüger.

 

OZ-Bild

Es wird unsinnig demoliert und verwüstet.Mandy Krüger Bürgermeisterin in Damshagen

Mindestens sechs Mal seien Unbekannte bisher schon in die seit 2014 geschlossene Schule eingestiegen. „Eine genaue Zahl können wir gar nicht nennen. Aber im H-Gebäude waren es mindestens vier Einbrüche, im I-Gebäude mit den Fachräumen sind uns zwei bekannt“, zählt Krüger auf. Anfang 2017 war aus den Fachräumen unter anderem eine noch funktionierende Tischkreissäge gestohlen worden. Auch mühevoll sortierte Fotosammlungen wurden verwüstet. Einzelne Bilder ließen die Täter mitgehen oder wurden zerstört. Im Juni war dann das Haupthaus Ziel der Gauner. Dabei hatten sie die Eingangstür rabiat herausgebrochen, Farben durch die Räume geschleudert sowie Schränke ausgeräumt und den Inhalt auf dem Boden verstreut. „Es wurden auch Wände und Bildschirme besprüht“, ergänzt die Bürgermeisterin. Besonders unappetitlich: Die Täter haben in den Räumlichkeiten zudem ihre Notdurft verrichtet.

Auch die Tür zum Fundus des Damshagener Faschingsclubs war im Sommer aufgebrochen worden. Kostüme wurden zerwühlt, zum Teil gestohlen und der gesamte Konfettivorrat des Faschingsclubs über drei Etagen verteilt (OZ berichtete). Und selbst vor dem Schularchiv machten die Chaoten nicht halt. Hier durchwühlten sie Klassenbücher und beschädigten Fenster und Türen.

Die Suche nach den Tätern läuft. In der Gemeinde geht man davon aus, dass es sich bei den Einbrechern stets um die gleichen Personen handelt. Zudem werden junge Protagonisten vermutet. Die Jahrgänge der Klassenbücher, in denen gewühlt wurde, und einige Schmierereien würden dafür sprechen, wie Mandy Krüger erklärt. Die Polizei ermittelt bereits seit Monaten. Beamte konnten einige Spuren der Randalierer sichern. Unter anderem haben sie Graffitis hinterlassen, deren Kombination aus Zahlen und Buchstaben auch häufig in Klütz und der näheren Umgebung aufgetaucht ist. Auf Nachfrage zum aktuellen Ermittlungsstand hat die Polizei bis gestern nicht reagiert.

Die Gemeinde hat bereits Maßnahmen ergriffen. „Wir sichern immer wieder die Eingänge, haben das Archiv in einer kurzfristigen Aktion umgelagert“, erzählt Mandy Krüger. Denn die Einbrüche kosten die ohnehin schon klamme Kommune Geld. Wie viel, das könne die Bürgermeisterin nicht beziffern. „Aber es geht auch darum, dass die Arbeit einiger, die beispielsweise viele Fotos mühevoll zusammengestellt haben, vernichtet wird. Grundsätzlich stört uns die sinnlose Zerstörung“, hadert Krüger.

Abhilfe könnte der geplante Verkauf des alten Schulgebäudes schaffen. Doch dieser lässt weiter auf sich warten. Auf Nachfragen nach Resultaten vertröstet die Bürgermeisterin immer wieder. Seit fast drei Jahren verhandelt die Gemeinde nun schon mit Interessenten. Im November war zuletzt die Rede von Gesprächen mit zwei verbleibenden potenziellen Käufern.

Dazu könnte Gertrud Cordes, Betreiberin der Gutshaus-Hotels in Stellshagen und Parin, gehören. Sie hatte in der Vergangenheit ihr Interesse an einem Kauf angemeldet. Ihr gehört schon eines der Gebäude auf dem Schulgelände. Darin betreibt sie eine Bäckerei. Cordes hatte erklärt, dass sie sich im Schulkomplex eine eigene Nutzung zum Beispiel für Lehrlingsunterkünfte vorstellen könne. Eine andere Firma trat mit Plänen an die Gemeinde heran, auf dem Areal Wohnungen zu entwickeln und weiterzuverkaufen.

„Ich kann dazu leider noch nichts sagen“, vertröstet Mandy Krüger auch dieses Mal wieder. Doch sie macht deutlich, dass sie sich in Anbetracht der wiederholten Einbrüche danach sehen, das leerstehende Schulgebäude endlich loszuwerden.

Daniel Heidmann

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