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Wismar Das Gotteshaus ist der Mittelpunkt des Dorfes
Mecklenburg Wismar Das Gotteshaus ist der Mittelpunkt des Dorfes
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00:00 20.10.2017
Der Blick vom Kirchturm zeigt: Zurow liegt mitten in einer idyllischen Landschaft mit Wasser, Wiesen und Knicks. FOTOS (2): PRIVAT
Zurow

Die um 1380 erbaute Dorfkirche ist der Mittelpunkt von Zurow. „Und ich würde sagen, nicht nur geografisch, sondern auch gesellschaftlich“, sagt Fritz Schulz. Der 74-Jährige ist Gemeindevertreter, stellvertretender Vorsitzender im Kirchengemeinderat und Schatzmeister des Fördervereins Kirche Zurow. Mit der Aussage zum gesellschaftlichen Mittelpunkt ist er auf einer Linie mit Bürgermeister Eckhardt Stelbrink (Linke). „Ich habe mir auf die Fahne geschrieben – obwohl ich nicht in der Kirche bin –, dass die Kirche fester Bestandteil des Dorfes ist und sich dort alles vermischen soll“, sagt der 52-Jährige.

Ein Förderverein sammelt für den Erhalt der Kirche aus dem 14. Jahrhundert

So ist die Kirche zum Beispiel Ausgangs- oder Endpunkt der Dorffeste. Und Feste wie Ostern und Weihnachten würden ohne Kirche gar nicht gehen.

Dass in einem hellen, sanierten Kirchenschiff gefeiert werden kann, ist dem Förderverein zu verdanken. „Wir haben uns 2002 gegründet, weil wir die Orgel restaurierten wollten“, erzählt Fritz Schulz.

Die Prospektpfeifen waren während des Ersten Weltkriegs herausgenommen und zu Kriegszwecken eingeschmolzen worden. Die Löcher wurden hinter Stoffvorhängen versteckt. „Doch aus der Restaurierung wurde erst einmal nichts“, erinnert sich Fritz Schulz.

Grund war ein Gutachten. Bevor der Förderverein an die Winzer-Hantelmann-Orgel denken konnte, musste die einsturzgefährdete Sakristei saniert werden. Dabei stellte sich heraus, dass auch der Kirchturm Hilfe brauchte. Das war 2006. Fast gleichzeitig stellten die Bauleute fest, dass das Dach und die Gewölbe einsturzgefährdet waren. Also mussten 2007 und 2008 auch diese Arbeiten vorgezogen werden.

„Es dauerte bis 2010, bis wir unser ursprüngliches Ziel, den Wiederaufbau der Orgel anpacken konnten“, sagt Fritz Schulz. Seit 2011 wird wieder auf dem Instrument gespielt. Nicht nur bei den Gottesdiensten, sondern auch bei Konzerten.

„Die ganzen Arbeiten hätten wir als Förderverein gar nicht allein tragen können“, erklärt dessen Schatzmeister. Die Landeskirche und der Kirchenkreis, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Ernst Ritter Stiftung, das Landesamt für Denkmalpflege und viele andere hätten die Sanierungsarbeiten finanziell unterstützt. Als nächstes steht für insgesamt 80000 Euro die Sanierung der Pfeiler und Fundamente auf dem Programm. Und einen Wunsch hat Fritz Schulz noch: „Es gab einmal zwei Glocken. Derzeit haben wir nur noch eine. Vielleicht erlebe ich es ja zu meinen Lebzeiten noch, dass sich Spender für eine zweite Glocke finden.“ Die Glocke würde so um die 25000 Euro kosten.

Sylvia Kartheuser

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