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Wismar „Das hätten wir uns als Kinder gewünscht“
Mecklenburg Wismar „Das hätten wir uns als Kinder gewünscht“
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00:10 21.02.2017
„„Die Ideen sind toll, aber Pläne müssen immer finanzierbar sein. Zurzeit befindet sich die Stadt noch in der Konsolidierung.“ Thomas Beyer (SPD), Bürgermeister von Wismar

Wie kann der Strand am Seebad in Wendorf attraktiver werden? Diese Frage beschäftigt seit Jahren viele Erholungsuchende aus Wismar und Umgebung. Nun haben Innenarchitektur-Studenten der Hochschule ihre Ideen präsentiert, unter anderem mit Bade-Plattformen und -Inseln. Das, was Schiffszimmer-Meister Johann Carl Hammer (1782-1857) bereits nach 1821 für die Wendorfer und Wismarer mit seinem Badeschiff machte, haben sie aufgehübscht und neu durchdacht (die OZ berichtete). Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) findet die Pläne „toll“. Doch sie seien schwer umzusetzen, sagt er. Zum einen handle es sich um einen Naturstrand, den man nicht einfach ausschwemmen könne. Zum anderen müssten Konzepte auch finanzierbar sein. Und da die Stadt noch immer mit der Konsolidierung des Haushaltes beschäftigt sei, stünde für teure Bauvorhaben kein Geld zur Verfügung. Beyer weiß, dass die Seebrücke ein beliebtes Ausflugsziel ist und von dort aus gern Schiffen hinterhergeschaut werde. Deshalb sei die Brücke 2014 saniert, die Beleuchtung erneuert worden.

Lob und Kritik von OZ-Lesern zu den Studenten-Plänen für den Wendorfer Strand

Genau wie der Bürgermeister sind auch viele Leser der Wismarer OZ-Facebook-Seite von den Plänen begeistert. So schreibt zum Beispiel Marina Kämmerich: „Das hätten wir uns schon als Kinder gewünscht.“

Sie finde die Idee klasse. „Da wären bestimmt viele bereit, Eintritt zu bezahlen, wenn alles gepflegt wird“, meint sie. Denn: Zu einem Besuch in Wismar gehöre einfach auch ein Tag am Strand. „Es würde auch den Stadtteil Wendorf wieder aufwerten.“ Sie habe dort eine schöne Kindheit verbracht und „es war jetzt immer traurig zu sehen , dass Wendorf vergessen wird“. Auch für Dietrich Bussler wären Bade-Inseln ein Gewinn: „Der Strand in Wendorf war noch nie schön. Dort ist Kliff, und am Kliff gibt es nur wenig Sand. Mit den Laufstegen käme man weiter hinten direkt ins Wasser“, meint er.

Die Seglerjugend Hansestadt Wismar würde gern noch ein Ausbildungs- und Jugendleistungszentrum für die Wassersportler integrieren – zum Beispiel für Segel-, Kanu-, Schwimm- und Motorsport. Markus Faber gibt zu bedenken, dass bei der Gestaltung solcher Ideen nicht nur auf das Design geachtet werden muss, sondern auch darauf, wie es technisch realisiert werden kann. So seien noch so tolle Designideen unnütz. Auch Matthias Jahn ist skeptisch, was die Umsetzung angeht und sieht die Stadt in der Pflicht: „Der Strand in seinem derzeitigen Zustand ist das Ergebnis, wenn man den Fokus nur auf die Innenstadt und das Welterbe legt und alles andere sträflich vernachlässigt.“ Und Ilona Machau gibt zu bedenken, dass die Natur bei diesen Plänen „baden“ gehen würde. Andrea Vogler-Lehmann von der Bürgerinitiative „Wismarer Strandbelebung“ wünscht sich, dass die Pläne mit den Menschen vor Ort diskutiert werden.

Arbeitseinsatz am Samstag

1821 wurde in Wendorf ein Badeschiff erbaut. Die Idee dafür hatte Johann Carl Hammer. Das Badeschiff erhob Wendorf zum Seebad. Es war ein Prahm, 20 Meter lang und sieben Meter breit. Der Abstieg ins Wasser kostete bei 40 Minuten Badezeit sechs Schilling. 1850 wurde das Schiff abgewrackt. Grund: Die Menschen zogen es vor, an den freien Stränden vor Poel oder Boltenhagen zu baden.

Am 25. Februar lädt die Bürgerinitiative „Wendorfer Strandbelebung“ zum vierten Subbotnik ein, Treffpunkt ist 9.30 Uhr am Strand.

Kerstin Schröder

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