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Wismar Der Abriss von „Werners Eiscafé“ in Wismar hat begonnen
Mecklenburg Wismar Der Abriss von „Werners Eiscafé“ in Wismar hat begonnen
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16:48 31.07.2018
Benjamin und Tomy Hansen, Mitarbeiter der Abrissfirma, entfernen die Innenverkleidung von Werners Eiscafé. Quelle: Michaela Krohn
Wismar

„Es ist traurig, aber wahr“, sagt Detlef Greinke und schaut sich ein letztes Mal in seinem alten Laden um – in „Werners Eiscafé“. Das wird in wenigen Tagen Geschichte sein. Der Abriss hat begonnen. Vermutlich Ende der Woche wird von dem einst so beliebten Café nichts mehr übrig sein. Schuld ist der verheerende Brand in der Wismarer Altstadt Ende April. Seit dem sind zwei historische Giebelhäuser am Marktplatz einsturzgefährdet – und „Werners Eiscafé“ liegt genau dahinter. Noch. Denn seit Dienstag sind Mitarbeiter der Abbruchfirma Tarik Türk damit beschäftigt, das Gebäude Stück für Stück abzutragen. Sie sollen Platz schaffen für ein großes Baufahrzeug, mit dem in einigen Wochen der Abriss eines der beiden Brandhäuser durchgeführt wird.

Ende der Woche wird von dem beliebten Eisladen in der Mecklenburger Straße in Wismar nichts mehr übrig sein. Nach dem verheerenden Brand in der Altstadt muss er abgerissen werden.

Während des Altstadt-Feuers hatte Detlef Greinke die Einsatzleute mit Eis versorgt und gehofft, sein Laden würde gerettet. Die Flammen trafen das Gebäude auch nicht. Doch weil die benachbarten Brandruinen einstürzen könnten, durfte der Eisladen seit dem Feuer nicht mehr geöffnet werden. Und nun schaut Greinke zu, wie aus seinem geliebten Laden Heizkörper und Holzleisten herausgerissen werden, die Dämmung der Wände, Türen und Fenster. Auch unterm Dach haben die Abbruch-Experten schon Hand angelegt. Etliche Holzbretter wurden entfernt – nun klafft dort ein riesiges Loch.

„Es ist sehr schwer, das mitanzusehen.“

„Es ist sehr schwer, das mitanzusehen, wir haben in den Laden so viel Zeit, Geld und Herzblut investiert“, sagt Detlef Greinke. Mit „wir“ meint er sich und seine Frau Bärbel. Zusammen haben sie sich in der Mecklenburger Straße eine berufliche Existenz aufgebaut – nach vier Jahren stehen sie vor einem finanziellen Fiasko. Denn weil nicht das Feuer den Laden vernichtet hat, zahlt die Versicherung in Greinkes Fall nicht. Ein neuer Laden ist mittlerweile zwar gefunden, doch wann das Ehepaar mit ihrem Eiscafé in die Dankwartstraße einziehen kann, ist noch unklar. Die Geräte für die Eisproduktion haben sie zumindest in dieser Woche aus dem alten Laden holen dürfen – unter Aufsicht von Vermessungsingenieur Philipp Wulff. Er sitzt bei tropischen Temperaturen von mehr als 30 Grad den ganzen Tag draußen neben dem weißen Gebäude und misst, ob sich der Giebel des benachbarten Brandhauses bewegt. „Bislang ist aber alles im normalen Bereich“, gibt er Entwarnung. Jedes Haus bewege sich und die Brandruine tue das auch nicht mehr als andere Häuser. Sollte sein Vermessungsgerät plötzlich doch größere Bewegungen registrieren, muss Philipp Wulff die Abrissarbeiter sofort aus dem Gebäude holen – wegen Einsturzgefahr.

Neuer Laden wird umgebaut

Ob die Eisdiele bis zum Fundament per Hand abgetragen werden muss oder doch noch ein Bagger zum Einsatz kommen kann, entscheidet sich in den nächsten Tagen. In denen haben Detlef und Bärbel Greinke weiter mit Genehmigungen für ihren neuen Laden zu kämpfen. Der muss nämlich umgebaut werden und befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude. „Wir müssen dort noch Trockenwände einziehen lassen“, erklärt Detlef Greinke. Durch die sollen Platz für eine Kunden-Toilette und einem Küchenbereich geschaffen werden, in der das Geschirr gespült werden kann. Solange die beiden das neue Geschäft noch nicht eröffnen können, halten sie sich mit einem anderen Job finanziell über Wasser. Beide arbeiten im Hotel „Alter Speicher“ als Nachtportiers. „Wir freuen uns, dass uns die Jobs angeboten wurden. So kommt wenigstens ein bisschen Geld rein. Von irgendwas müssen wir ja leben“, sagen sie. Das Lachen ist den zwei nicht ganz vergangen – auch wenn die vergangenen Monate sehr hart gewesen sind.

Das Feuer Ende April hat einen der schlimmsten Brände in der Wismarer Altstadt seit Jahrzehnten ausgelöst. Die Flammen griffen auf ein Nachbargebäude über und vernichteten so zwei historische Giebelhäuser fast vollständig. Die Löscharbeiten dauerten drei Tage. Der Schaden geht in die Millionen. Ein Asia-Imbiss, ein Modeladen, eine Arztpraxis und Wohnungen wurden komplett vernichtet.

Kerstin Schröder und Michaela Krohn

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