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Dichtgemacht: Immer mehr Läden schließen in Wismar

Hansestadt Wismar Dichtgemacht: Immer mehr Läden schließen in Wismar

Bäckerei und Tabakladen in der Wismarer Innenstadt schließen. Die Gewinne aus dem Umsatz reichen für kleinere Geschäfte oft nicht aus.

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Die Wismarer Innenstadt.

Quelle: Helmut Kuzina

Wismar. Immer mehr Läden schließen in der Wismarer Innenstadt. Zuletzt hat die alteingesessene Bäckerei Lüth in der Mecklenburger Straße an der Ecke zum Markt geschlossen. Nun will auch der Lotto- und Tabakladen nebenan dicht machen. Die Gründe für die Ladenschließungen sind vielfältig – zu hohe Kosten, zu wenig Kundschaft, zu wenig Gewinn.

Kosten steigen, Umsatz bleibt gleich

So wird auch der Lotto- und Tabakladen von Horst Krumpen schließen. Am 10. März wird er zum letzten Mal sein Geschäft öffnen, Ende des Monats soll der Laden geräumt sein. 200 Kunden kommen im Schnitt täglich in den Laden, können dort unter anderem ihre Zigaretten und Lottoscheine kaufen. Trotzdem reicht der Gewinn aus dem Umsatz nicht aus, bedauert Krumpen. „Bei 80 Prozent meiner Waren gibt es eine gesetzliche Preisbindung. Da gibt es einfach keinen Spielraum, der eigentlich zum Handel gehört“, ergänzt er. Die Provision der Lottogesellschaft sei zu gering und werde für die Händler nicht an den Markt angepasst. „Bei gleichbleibender Provision steigen für mich die Kosten für Müll, Strom, Berufsgenossenschaft und ähnliches“, betont Krumpen.

Online-Handel wächst

Generell gehen die Deutschen immer seltener einkaufen. Das gilt für den Shoppingbummel in der Innenstadt ebenso wie für den Einkauf beim Bäcker oder beim Metzger nebenan. Gründe dafür sind laut Handelsverband Deutschland der wachsende Online-Handel und die knappe Zeit für Shopping. Er warnt, dass in den nächsten Jahren bundesweit bis zu 50 000 Läden in den Innenstädten gefährdet sein könnten. In MV ist die Zahl der Einzelhandelsbetriebe in zehn Jahren um 16 Prozent auf 6388 gesunken.

„Ich will schließen, bevor es zu spät ist.“

Knapp zehn Jahre hat Krumpen seinen Laden gehabt: „Ich will schließen, bevor es zu spät ist. Noch habe ich keine wirtschaftlichen Probleme. Aber der Aufwand lohnt sich einfach nicht mehr“, sagt Krumpen, der für die Die Linke auch um das Bürgermeisteramt der Hansestadt kämpfen will. Im April findet die Wahl statt. Die habe aber nichts mit der Entscheidung zu tun. Sein Geschäft gebe er mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf, auch die Gespräche mit den Kunden werden ihm fehlen.

Die Bäckerei Lüth, die nur drei Häuser weiter ihre Filiale hatte, hat es anscheinend härter getroffen. Sie hat ihre beiden Geschäfte in Wismar und Neukloster geschlossen. Für die angrenzenden Läden kam das vollkommen überraschend. Andere Geschäfte haben ihren Standort von der Innenstadt an den Alten Hafen verlagert, wie das Juweliergeschäft Schütz.

„Wismar steht im Gegensatz zu anderen Städten gut da.“

Auch der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft (WWG) ist die Schließung vieler Läden aufgefallen. „Wir beobachten das auch“, bestätigt WWG-Vorsitzender Dr. Wieland Kirchner. Besorgniserregend sei die Situation aber noch nicht. „Es ist normal, dass Ladeninhaber ihre Geschäfte auch mal aufgeben und neue hinzukommen“, sagt er. Das dürfe allerdings nicht Überhand nehmen. „In Wismar gibt es einigen Leerstand von Geschäften, da stört sich aber niemand so richtig dran“, bedauert Kirchner. Generell biete Wismar gute Voraussetzungen für Händler: „Im Sommer kommen viele Touristen, die Geld in den Läden lassen. Aber auch die Einheimischen müssen einen Grund haben, in die Innenstadt zu kommen.“ Wieland findet: „Der Einkauf muss zu einem Erlebnis für die Kunden werden – zum Beispiel mit kleinen Aufmerksamkeiten.“

Händler müssen inzwischen außergewöhnlich an ihre Kunden denken. Zwar gebe es viele Produkte im Internet günstiger, „Kunden schätzen aber auch den direkten Kontakt mit dem Verkäufer. Das muss man nutzen und die Kunden als Partner sehen.“ Letztendlich hätten es die Händler nicht leicht, weil sich die Anforderungen der Kunden ändern. Aber: „Wismar steht im Gegensatz zu anderen Städten, meist zu kleineren Städten, noch sehr gut da.“

Michaela Krohn

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