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Wismar Die Geldmacherin aus Wismar
Mecklenburg Wismar Die Geldmacherin aus Wismar
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05:38 16.05.2017
Die Vorder- und Rückseite der neuen 5-Euro-Münze „Tropische Zone“. Das Motiv stammt von einer Wismarer Hochschul-Absolventin. Quelle: Foto: Uli Deck/dpa

/Leipzig. An der Fachhochschule Wismar sind Dozenten und Studenten gerade mächtig stolz. Eine aus ihren Reihen, die ehemalige Design-Absolventin Stefanie Radtke, hat die neue, im In- und Ausland heiß begehrte 5-Euro-Münze gestaltet. Das Geldstück „Tropische Zone“ ist so beliebt, dass es bereits wenige Stunden nach dem Erscheinen bei vielen Banken nicht mehr zu haben war. Und mittlerweile werden auf dem Zweitmarkt für die Spiegelglanzversion 60 Euro und mehr verlangt (Verkaufspreis 15,99 Euro). Die gebürtige Pasewalkerin freut sich über den Erfolg: „Natürlich habe ich gehofft, dass mein Entwurf gut ankommt“, sagt sie. Aber diese Resonanz sei überwältigend: „Immer wenn ich daran denke, kriege ich Gänsehaut.“

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Fachhochschul-Absolventin Stefanie Radtke hat neue 5-Euro-Münze „Tropische Zone“ designt

3 Komponenten hat die 5-Euro-Münze: einen äußeren Ring, einen inneren Kern und einen dazwischen eingefügten lichtdurchlässigen Kunststoffring. Die

Gesamtauflage der

„Tropischen Zone“

beträgt 2,3 Millionen Stück. Die Münzen bestehen aus zwei verschiedenen Kupfer- Nickel-Legierungen und haben einen Durchmesser von 27,25 Millimetern. Sie wiegen neun Gramm.

Die „Tropische Zone“ ist Stefanie Radtkes erste geprägte Münze. Den Grundstein dafür hat die Diplom-Designerin in Wismar während ihres Studiums an der Fakultät Gestaltung gelegt. „2007 habe ich an einem Nachwuchswettbewerb für Münzgestalter teilgenommen und gewonnen“, erzählt sie. Dadurch sei ihr Name in die Künstlerkartei des Bundesfinanzministeriums aufgenommen worden. Nur wer darin vertreten sei, werde nach Entwürfen gefragt, wenn Motive für neue Münzen gesucht werden. Und anscheinend hat die Wahl- Leipzigerin ein Händchen für Geldstücke: Vor der „Tropischen Zone“ hat sie bereits zwei zweite Preise errungen – bei der „Frauenfußball-WM“ 2011 und zum „200. Geburtstag Ernst Litfaß“ im Jahr 2016. Und nun der erste Preis für die Sondermünze 2017. Drei Monate hat Stefanie Radtke mit zwölf anderen Designern Zeit gehabt, Entwürfe für die Vorder- und die Rückseite einzureichen. Die Wismarer Absolventin hat mit beiden Entwürfen überzeugt. Eins ihrer Motive: ein fliegender Ara. Dabei handelt es sich um eine Papageienart, die vorwiegend in der tropischen Zone Südamerikas zu Hause ist. Von oben schaut der Vogel auf den Regenwald hinab, der eine Lücke aufweist.

Damit kritisiert die Designerin die Abholzung des Naturparadieses. Und auf der Rückseite hat der Bundesadler abgerundete Federn wie der Papagei. Das Besondere: Ihre Rückseite, die sogenannte Wertseite, wird in der kompletten Serie „Klimazonen der Erde“ erscheinen, die bis 2021 geplant ist mit jährlich einer neuen Münze.

Ihre Entwürfe hat Stefanie Radtke als Gipsmodell abgegeben. Zusammen mit denen der Konkurrenz sind sie dann einer Jury vorgelegt worden. Die hat entschieden. „Als Gewinnerin durfte ich bei der Anprägung in Karlsruhe dabei sein“, sagt sie. Druckfrisch habe sie die ersten Münzen in der Hand halten dürfen – ein Gefühl, das sie nicht vergessen wird. „Sie waren noch warm.“ Doch behalten durfte sie kein Exemplar. Mittlerweile hat sie zwei dieser Geldstücke. Im Februar hat sie die erste geprägte Münze in Berlin auf der „World Money Fair“ bekommen, der weltgrößten Münzenmesse. Für das zweite Geldstück hat sie sich in die Warteschlange vor einer Leipziger Bank gestellt – nach zwei Stunden habe sie am Erstausgabetermin, dem 27. April, das begehrte Sammlerstück in den Händen gehalten.

„Es war toll zu erfahren, warum die Leute sich dort hinstellen, anstatt die Münze im Internet zu bestellen“, erzählt sie. Die meisten seien Sammler, andere seien für Freunde und Verwandte da gewesen, die keine Zeit hatten. „Und andere wollen damit Geld verdienen.“

Die Münzdesigner bekommen für ihre Entwürfe vom Ministerium eine Bearbeitungsgebühr, verrät Stefanie Radtke. Beruflich arbeite sie in einem Telekommunikationsunternehmen. Die Münzensammlung mache sie ausschließlich in ihrer Freizeit. Für ein neues Projekt ist sie bereits angesprochen worden. Übrigens hat sich noch eine Designerin aus der Region mit der „Tropischen Zone“ erfolgreich beschäftigt.

Das Gipsmodell von Anna Martha Napp aus Maßlow bei Wismar hat es auf den dritten Platz geschafft. Ihren roten, lichtdurchlässigen Kunststoffring, der die neun Gramm schweren Münzen fälschungssicherer machen soll, hat sie mit einer besonders originellen Zusatzfunktion versehen: Er dient einem Affen als Kletterreifen, an den er sich vor dem Hintergrund tropischer Pflanzen mit allen vieren klammert.

Kerstin Schröder

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