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Wismar Die Ostsee-Schule geht im Unterricht neue Wege
Mecklenburg Wismar Die Ostsee-Schule geht im Unterricht neue Wege
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03:38 17.08.2013
Beate Brindle, Leiterin der Ostsee-Schule, ließ in das neue Unterrichtskonzept Erfahrungen aus England einfließen. Fotos (2): Sylvia Kartheuser
Wismar

45 Minuten Deutsch, Pause, 45 Minuten Geografie, Pause, 45 Minuten Biologie und so weiter — das war gestern. Jedenfalls in Wismar an der Ostsee-Schule. Mit Beginn des Schuljahres wird dort nach einem neuen Konzept gearbeitet, das auf fächerübergreifenden Unterricht setzt und den Schülern ein hohes Maß an Eigenverantwortung überträgt. „Unterricht in der alten Form war davon geprägt, dass wir den Schülern Wissen reinlöffeln. Dabei haben wir vergessen, dass sie am nachhaltigsten lernen, wenn sie sich selbst etwas erarbeiten“, sagt Schulleiterin Beate Brindle.

Auf dieser Basis hat das Lehrer-Kollegium, in den Fachschaften unterstützt vom Institut für Qualitätsmanagement MV, das neue Konzept erarbeitet. Eingeflossen sind auch Beate Brindles Erfahrungen, die sie während ihres 20-jährigen Aufenthalts in England gesammelt hat. „Dort gibt es die kurzen Unterrichtseinheiten, wie sie hier die Regel sind, nicht. Vielmehr wird dort ein Thema mit seinen unterschiedlichen Facetten ein Trimester lang bearbeitet“, berichtet die Schulleiterin. Das Ergebnis sei, dass die Schüler das Gelernte besser behalten.

Sie habe Ähnliches in der Ostsee-Schule versucht. „Aber mehr als ein paar Projektwochen sind nicht daraus geworden“, erzählt Beate Brindle, die seit 2012 die Ostsee-Schule leitet.

Angesichts von Pisa-Studie und Bertelsmann-Bildungsatlas suchte sie weiter nach neuen Wegen. An der Schule entstand eine Steuerungsgruppe und es wurde viel recherchiert. Nach einem Besuch der Ganztagsschule „Johannes Gutenberg“ in Wolmirstedt bei Magdeburg — Träger des Deutschen Schulpreises — stand fest: Der Unterricht an der Ostsee-Schule wird sich verändern. „Die Gutenberg-Schule hat uns gezeigt, wie fächerübergreifender Unterricht umgesetzt werden kann“, sagt Beate Brindle.

Dieses Vorbild im Kopf wurde ein halbes Jahr an einem Konzept gearbeitet, „das eine radikale Änderung des Schulalltags, aber auch effektiveres Lernen bedeutet“, so Beate Brindle. Die Schlagworte sind SOL und SPL, das „selbstorganisierte Lernen“ und das „selbstständige praxisorientierte Lernen“. Beim SOL arbeiten Schülerteams in einem Unterrichtsblock jeden Tag selbstständig an Aufgaben vorwiegend in den Kernfächern Deutsch, Mathe und Englisch, aber auch in allen anderen Fächern. Die Aufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden erhalten die Schüler von den Lehrern und die Teammitglieder helfen sich gegenseitig. „Diese Phase dient dem Üben, Festigen und Einprägen“, erklärt die Schulleiterin, „und — dadurch entfallen schriftliche Hausaufgaben.“

Beim SPL arbeiten die Schülerteams neun bis zwölf Wochen an einem fächerübergreifenden Projekt. Dadurch sollen sie Zusammenhänge besser verstehen. Nach Abschluss des Projektes, „und das soll nicht die übliche Wandzeitung sein, sondern ein Hörspiel, Handyfilm, Comic oder Rollenspiel“, erläutert Brindle, wird das Ergebnis den Mitschülern und Teameltern präsentiert. Betreut werden die Teams zwar von den Klassenleitern, „aber vielmehr geht es uns darum, dass die Schüler selbst versuchen, Lösungswege zu finden“. Auf die ersten Ergebnisse ist Beate Brindle schon gespannt.

Grundbausteine des anderen Unterrichts
Der Unterrichtstag besteht aus mehreren Blöcken. Eine Unterrichtsstunde hat 70 Minuten. Der letzte Block besteht aus Profilkursen. Das können der Wahlpflichtunterricht, Arbeitsgemeinschaften oder Ganztagsschulangebote sein. Die Pausen zwischen den Blöcken betragen

20 bis 30 Minuten.

Die Schüler arbeiten in festen Teams aus drei bis vier Mitgliedern, deren Leistungsniveau möglichst unterschiedlich ist. Zusammengestellt werden sie von Klassen- und Teamleitern.

Die Teammitglieder haben spezifische Aufgaben und unterstützen sich gegenseitig beim Lernen.

Die Teams arbeiten fächerübergreifend an Projekten zu Themen,

die das Lehrer-Kollegium anhand

der Rahmenpläne für die einzelnen Jahrgangsstufen und mit unterschiedlichen Vorschlägen erstellt haben.

Schüler eines Teams entscheiden selbstständig und gemeinsam, auf welche Weise sie ein Thema bearbeiten, um welche Fächer sich die Teammitglieder kümmern und wie das Team seine Ergebnisse präsentiert.

Die Entwicklung des Projektes, das Produkt und die Präsentation werden bewertet. Eine Projektphase dauert neun bis zwölf Wochen.

Sylvia Kartheuser

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