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Wismar Die Polizei zieht um: Freie Bahn für Diebe und Betrüger?
Mecklenburg Wismar Die Polizei zieht um: Freie Bahn für Diebe und Betrüger?
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00:00 16.07.2013
Mario Nicolai von der Umzugsfirma „Die Drei“ belädt das Förderband an den Bürocontainern. Auch der Geschirrspüler kommt beim Umzug von Polizeiinspektion und Hauptrevier in Wismar in die neuen Bürocontainer. Fotos (7): Sylvia Kartheuser
Wismar

Vor dem Fenster von Kriminalhauptkommissar Axel Köppen (48) rattert ein Lastenlift. Stühle und Schreibtische, Kartons und Computer gleiten auf seiner Plattform von der ersten Etage hinunter in den Hof. Es ist unübersehbar: Die Polizei in der Rostocker Straße in Wismar zieht um. Heißt das jetzt: Freie Bahn für Diebe, Verkehrssünder und Betrüger? Köppen schüttelt den Kopf und lacht: „Nein, die Sicherheit der Bürger ist zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt, wir sind zu jeder Zeit einsatz- und handlungsfähig“, sagt er mit Nachdruck. Das gelte sowohl für den Umzug als auch für die etwa dreijährige Bauphase.

„Es sind zwei Bauabschnitte: Abriss des Anbaus und Sanierung des Hauptgebäudes“, erklärt Axel Köppen. Wegen des Abrisses muss die Kriminalpolizei ins 1848 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Haupthaus ziehen. Die Hauptwache und die Leitung der Polizeiinspektion (PI) beziehen stattdessen im Hof aufgestellte Container.

Am unteren Ende des Lifts steht Frank Dettmann. Er nimmt die von oben kommenden Gegenstände entgegen. Nein, sagt der Mitarbeiter der Umzugsfirma „Die Drei“, der Polizei beim Umzug zu helfen, sei nicht schwierig. „Es gibt Schlimmeres. Hier können wir an beiden Stellen mit dem Lift arbeiten, das ist leichte Arbeit“, sagt er. Und richtig. Fast genau ihm gegenüber, nur etwa 20, 30 Meter entfernt, steht Mario Nicolai, belädt den zweiten Lift mit den Möbeln aus den ehemaligen Büros und lässt sie nach oben gleiten. Dort nehmen sie Ralf Lorenz und René Möller in Empfang und verteilen sie auf die Büros.

In manchen stehen bis jetzt nur die Umzugskartons, in anderen schon Schreibtische. Recht weit ist die künftige Einsatzzentrale. Dort baut Polizeiobermeister Mario Hoffmann (35) die Computer auf, Kabel hängen herum oder liegen auf dem Boden. „Auch die Übergangslösung muss mit viel Technik gespickt sein, wir sind darauf angewiesen, dass die Kommunikation mit den anderen Revieren einwandfrei funktioniert“, erklärt Bärbel Stuff (55), die Leiterin des Sachbereichs Verwaltung.

„Das wird schon“, ist Polizeihauptkommissar Stefan Hentschke (37) sicher, „für unseren Teil, den Bereich Einsatz, kann ich sagen: Der Platz reicht aus.“ Allerdings müsse man noch Erfahrungen sammeln, wie das im Container so ist mit der Wärme und der Kälte und der Hellhörigkeit. „Das ist der Charme einer Baustelle“, so Stefan Hentschke.

Bärbel Stuff kümmert sich auch darum, dass der Umzug der etwa 120 von insgesamt 168 Bediensteten reibungslos abläuft. „Wir tun alles, um den Vorgang zu unterstützen“, versichert sie. Sie hat sich im Container ein Büro mit Blick auf die Baustelle gesichert. „Ich will doch sehen, wie es dort vorangeht“, sagt Bärbel Stuff. Die Baumaßnahme kostet das Innenministerium etwa 9,4 Millionen Euro. Die Kriminalpolizei soll 2015 in den Neubau ziehen, Hauptrevier und PI-Leitung 2016 in den sanierten Altbau folgen.

Sylvia Kartheuser

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