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Die Schildkröten sind die Publikumslieblinge in Stralsund

Stralsund Die Schildkröten sind die Publikumslieblinge in Stralsund

Im Meeresmuseum leben mit den Perlbooten noch andere Urtiere der Ozeane

Stralsund. Scheinbar schwerelos gleiten die Meeresschildkröten durch das 350000 Liter fassende Aquarium. Die Tiere im Stralsunder Meeresmuseum wirken unruhig. Sie warten auf etwas. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag gibt es eine Schaufütterung. Ein Mitarbeiter des Museums kommentiert die Arbeit der Tierpfleger. Vor der 25 Quadratmeter großen Scheibe können Besucher das Geschehen verfolgen.

Kontakt & Infos

Adresse:

Besuchereingang

Ecke Mönchstraße / Bielkenhagen

18439 Stralsund

Kontakt:

☎ 03831 / 2650210

Öffnungszeiten:

Täglich 10.00 bis 17.00 Uhr

Eintritt:

Erwachsene 10 Euro

Kinder 8 Euro

Schaufütterung der Schildkröten:

Jeden Montag, Mittwoch und Freitag 13.00 Uhr

• Internet:

www.deutsches-meeresmuseum.de

„Bei uns leben zwei Unechte Karettschildkröten, zwei Suppenschildkröten und eine Echte Karettschildkröte“, sagt Sprecherin Karin Hellmeier. Die Tiere zeichnen sich durch einen stark abgeflachten Panzer aus – im Vergleich zu den Landschildkröten. „Sie können so schnell schwimmen, wie wir mit dem Fahrrad fahren“, erklärt Museumspädagogin Eva Klooth während der Fütterung.

In der Natur überwinden die Reptilien Strecken von bis zu 12000 Kilometern auf ihrem Weg von den tropischen Geburtsstränden ins Meer und wieder dahin zurück zur Eiablage. „Wussten Sie, dass die Temperatur im Ei darüber entscheidet, ob ein Männchen oder Weibchen schlüpft?“ Eva Klooth schaut die Besucher an und erklärt: „Bei 29,4 Grad Celsius oder mehr wird es ein Weibchen. Ist die Temperatur niedriger, schlüpfen männliche Schildkröten.“

Meeresschildkröten gibt es seit etwa 150 Millionen Jahren. Sie gehören zu den urtümlichen Lebenwesen der Ozeane. Das älteste Tier in Stralsund ist vermutlich vor 51 Jahren geschlüpft.

Auch andere Urzeitlebewesen werden in Stralsund gezeigt: „Bei uns kann man Perlboote im Aquarium beobachten“, sagt Dorit Liebers-Helbig. Die auch als Nautilus bezeichneten Tiere gehören wie Kraken, Sepien und Kalmare zu den Kopffüßern.

Das Museum widmet den Meeresbewohnern sein Jahresthema „Kraken und Konsorten“. Gäste erhalten einen Einblick in die Lebenswelt der Kopffüßer. „Kraken sind zum Beispiel Meister des Farbspiels und der Tarnung“, sagt Dorit Liebers-Helbig. Die Wissenschaftlerin hat die Ausstellung in Stralsund mitgestaltet. Modelle und Schautafeln bilden einige der ausgestorbenen und noch lebenden Vertreter der Gattung ab.

Bereits vor 540 Millionen Jahren begann die Entwicklung der Ammoniten und Perlboote. Eines der größten Fossile eines Riesenammoniten – sie sind ausgestorben – steht im Meeresmuseum. Das Tier hat einen Durchmesser von 1,36 Meter. Seine Verwandten, die Perlboote, bevölkern noch immer die Meere. Die Tiere tragen zum Schutz eine äußere Schale.

Kraken dagegen bestehen hauptsächlich aus Muskelmasse und ziehen sich gern in Felsspalten zurück. Ein besonderes Stück ist das Modell eines Vampir-Tintenfischs. Die Expertin erklärt: „Der Krake lebt in der Tiefsee. Er hat Häute zwischen den Tentakeln und Teile seiner Haut leuchten im Dunkeln.“ Auch die Nachbildung eines drei Meter großen Kraken ist zu sehen. Mithilfe eines Spiegels können Besucher einen Blick auf den Hornschnabel, also die Mundöffnung, des Tieres werfen.

Manuela Wilk

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